Australian Open

Zverev legt Einspruch ein

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Mischa Zverev wird gegen die heftige Geldstrafe wegen seiner Aufgabe in der ersten Runde der Australian Open Einspruch einlegen. Das kündigte das Management des 30 Jahre alten Tennisprofis aus Hamburg am Dienstag an. Wegen seiner „Erstrunden-Leistung“ (Paragraf IIIG „first round performance“) war Zverev zu einer Strafe von 45.000 Dollar verurteilt worden, sein Preisgeld für die erste Runde betrug 47.000 Dollar. Zverev hatte am vergangenen Dienstag gegen den Südkoreaner Hyeon Chung nach 48 Minuten beim Stand von 2:6, 1:4 aufgegeben und später über eine Knochenhautentzündung in der Schulter und einen Infekt geklagt.

Ende November 2017 hatten die Organisatoren der vier Grand Slams Regeländerungen beschlossen, die zu einer solch hohen Geldstrafe führen können. So erhalten Spieler, die innerhalb von vier Tagen vor Turnierbeginn verletzungsbedingt zurückziehen, die Hälfte des Preisgeldes für ein Erstrunden-Aus. Die andere Hälfte geht an die Lucky Loser aus der Qualifikation, die dadurch ins Hauptfeld rutschen. Durch die Regel soll verhindert werden, dass angeschlagene Profis nur wegen der Prämie antreten, dann aber aufgeben. Zverev hat unterdessen auch seine Teilnahme am Auswärtsspiel des deutschen Davis-Cup-Teams in Brisbane gegen Australien vom 2. bis 4. Februar krankheitsbedingt abgesagt.

Kyle Edmund hat derweil zum ersten Mal in seiner Karriere und als sechster britischer Tennisspieler überhaupt das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der Weltranglisten-49. schlug den an Nummer drei gesetzten ATP-Weltmeister Grigor Dimitrow aus Bulgarien 6:4, 3:6, 6:3, 6:4. Im Kampf um den Einzug in das Endspiel trifft Edmund am Donnerstag auf den an Nummer sechs gesetzten Kroaten Marin Cilic, der von der Aufgabe des Weltranglistenersten Rafael Nadal (Spanien) profitierte.

Der deutsche Tennisprofi Jan-Lennard Struff erreichte völlig unerwartet das Halbfinale der Doppel-Konkurrenz. Der Davis-Cup-Spieler aus Warstein bezwang mit dem Japaner Ben McLachlan das an Nummer eins gesetzte polnisch-brasilianische Duo Lukasz Kubot/Marcelo Melo 6:4, 6:7 (4:7), 7:6 (7:5). Für den 27-Jährigen ist es das erste Halbfinale bei einem der vier Grand-Slam-Turniere. Im Einzel war Struff in der zweiten Runde gegen Titelverteidiger Roger Federer ausgeschieden. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel treffen Struff und McLachlan auf Oliver Marach/Mate Pavic (Österreich/Kroatien) oder Marcus Daniell/Dominic Inglot (Neuseeland/Großbritannien). Struff zählt auch zum Aufgebot des deutschen Davis-Cup-Teams.

Die Belgierin Elise Mertens zog bei den Frauen als erste Tennisspielerin ins Halbfinale ein. Die 22-Jährige gewann gegen die an Nummer vier gesetzte Jelina Switolina aus der Ukraine in 73 Minuten überraschend deutlich 6:4, 6:0. Mertens stand erstmals in Melbourne im Hauptfeld und erreichte sofort ihr erstes Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Kampf um den Einzug in das Endspiel trifft die Weltranglisten-37. am Donnerstag auf die frühere Nummer eins Caroline Wozniacki. Die Dänin bezwang Carla Suárez Navarro aus Spanien 6:0, 6:7 (3:7), 6:2.

Mertens ist die erste belgische Viertelfinalistin bei den Australian Open seit Kim Clijsters im Jahr 2012. Zu Beginn der Saison holte Mertens den Titel beim WTA-Turnier in Hobart. Ihre einzige Niederlage in diesem Jahr kassierte sie beim Hopman Cup in Perth gegen Angelique Kerber. Die 30 Jahre alte Kielerin bestreitet ihr Viertelfinale gegen Madison Keys aus den Vereinigten Staaten am Mittwoch. Es wird das erstes Match des Tages (11.00 Uhr Ortszeit / 1.00 Uhr MEZ bei Eurosport1) sein. Das gaben die Organisatoren bekannt. Für die Night Session (9.00 Uhr MEZ) wurde das Herren-Viertelfinale zwischen Titelverteidiger Roger Federer und Tomas Berdych angesetzt.

Quelle: tora./ad./dpa
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