Eishockey-Weltmeisterschaft

Dänen bezwingen die Deutschen im Penaltyschießen

 - 23:16

Zurück in der Realität. Der Olympiazweite Deutschland hat 68 Tage nach dem Final-Drama von Pyeongchang mit einem stark verjüngten Team einen Fehlstart in die Eishockey-WM hingelegt. Gegen Gastgeber Dänemark unterlag das Team von Bundestrainer Marco Sturm mit nur noch zehn Silbergewinnern 2:3 (0:0, 1:2, 1:0) nach Penaltyschießen – holte durch das Erreichen der Verlängerung aber immerhin einen Punkt.

Dennoch ging gleich zum Auftakt ein Schlüsselspiel auf dem angestrebten Weg ins dritte WM-Viertelfinale am Stück verloren. Tore von NHL-Top-Star Leon Draisaitl (33. Minute) und Yasin Ehliz (51.) waren zu wenig. Für die Dänen trafen Jesper Jensen (29.) und Frederik Storm (36.). Den entscheidenden Penalty verwandelte Frans Nielsen.

Die im Vergleich zu den Winterspielen stark veränderte deutsche Auswahl startete zunächst gut in das intensive Spiel vor knapp 10.000 Zuschauern. Sturms Auswahl trotzte der lauten Atmosphäre und dem Enthusiasmus des Gastgebers im ersten WM-Heimspiel Dänemarks überhaupt. Star-Stürmer Draisaitl riss das Spiel direkt an sich.

Immer, wenn der 22 Jahre Angreifer der Edmonton Oilers auf dem Eis stand, wurde es für Dänemark gefährlich. Zunächst war Frederik Andersen von den Toronto Maple Leafs im Tor aber nicht zu überwinden. In der Defensive sorgten vor allem die NHL-Profis Dennis Seidenberg und Korbinian Holzer für Stabilität.

Überzeugend nur im Kopf

In Unterzahl geriet Deutschland dann aber in Rückstand. Ingolstadts Timo Pielmeier im Tor wurde im Mittelabschnitt zweimal mit einem Spieler weniger auf dem Eis überwunden. Der bei Olympia überragende Münchner Keeper Danny aus den Birken gehört zu den zwölf Spielern, die für die WM verletzt oder aus privaten Gründen abgesagt hatten. In Christian Ehrhoff, Patrick Reimer und Marcel Goc hatten zudem drei weitere ganz wichtige Führungsspieler der vergangenen Jahre nach Olympia ihren Rücktritt erklärt.

Wie so oft unter Sturm überzeugte das Team durch seine Willensstärke. In der Schwächephase im zweiten Abschnitt schoss Draisaitl mit seinem insgesamt dritten WM-Tor immerhin den zwischenzeitlichen Ausgleich und legte Ehliz neun Minuten vor dem Ende auch das 2:2 auf. Erst in der Penalty-Lotterie hatten die Dänen dann das glücklichere Ende.

Der Druck für den Olympiazweiten nimmt dadurch schon jetzt zu. Keine 48 Stunden nach dem Auftakt ist der Weltranglisten-Siebte wieder gefordert und muss am Sonntag (16.15 Uhr, Fernsehen: Sport1) gegen Norwegen punkten, um im Kampf um die Viertelfinalplätze nicht zu stark ins Hintertreffen zu geraten. „Wir können uns nicht ins Turnier reinfühlen. Ich denke, dass das auf dem Niveau dann oft zu spät ist“, hatte Draisaitl vor einem Fehlstart gewarnt und nach der Niederlage im Hinblick auf das kommende Spiel gefordert: „Da müssen wir von Anfang an so eine Leistung bringen wie im letzten Drittel.“

Auch bei der Heim-WM vor einem Jahr in Köln hatte Deutschland in der Vorrunde gegen Dänemark verloren (2:3 nach Verlängerung). Mit dem Einzug in die Runde der besten Acht hatte es damals trotzdem geklappt. Nun aber befindet sich die Mannschaft im Umbruch, weshalb DEB-Präsident Franz Reindl warnte: „Es wird eine ganz harte WM.“

Kanada verliert Prestigeduell, Schweden locker

Top-Favorit Kanada ist derweil mit einer etwas überraschenden Niederlage gegen die Amerikaner gestartet. Der WM-Zweite von 2017 unterlag 4:5 (2:1, 1:2, 1:1) nach Penaltyschießen. Zum Auftakt der Gruppe A in Kopenhagen zeigte Rekordweltmeister Russland Frankreich beim 7:0 (3:0, 1:0, 3:0) einen Klassenunterschied auf. Kirill Kaprisow vom KHL-Club ZSKA Moskau war zweimal erfolgreich. Titelverteidiger Schweden glückte der WM-Start mit einem lockeren 5:0 (2:0, 2:0, 1:0) gegen Außenseiter Weißrussland.

Quelle: dpa/frez.
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