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Formel-1-Qualifikation

Hamilton knackt Schumacher-Rekord

Von Michael Wittershagen, Monza
 - 19:03
Lewis Hamilton kann es selbst kaum glauben und hat nach dem Rennen Tränen in den Augen. Bild: AP, FAZ.NET

Lewis Hamilton hat am Samstagnachmittag wieder einmal gezeigt, was in ihm steckt. Im Regen von Monza sicherte sich der Mercedes-Fahrer die 69. Pole Position seiner Karriere und steht damit in der Formel 1 nun allein an der Spitze dieser Wertung vor Michael Schumacher (68). „Was für ein Tag“, sagte er Zweiunddreißigjährige und hatte Tränen in den Augen.

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Dieser Nachmittag könnte auch im Rückblick auf diese Saison noch einmal ganz entscheidend sein: Denn Sebastian Vettel (Ferrari) hatte große Probleme mit den schwierigen Bedingungen und beendete den Tag nur als Achter. „Wenn ich wüsste, woran es lag, würde ich es sagen. Ob ich angefressen bin? Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, aber das ist auch keine Überraschung.“ Noch liegt der Deutsche in der Gesamtwertung vor Hamilton in Führung (220:213 Punkte), doch schon mit einem Sieg würde ihn der Brite wieder von dieser Position verdrängen.

Die Reifenwahl wird zur Lotterie

Es war ein chaotisches Qualifikationstraining. Schon nach etwas mehr als vier Minuten wurde es unterbrochen, weil Romain Grosjean (Haas) von der Strecke abgeflogen war. Seit Stunden hatte es geregnet, und der Niederschlag hörte nicht auf, so dass an vielen Stellen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs Aquaplaninggefahr bestand. Zehn Mal wurde der Neuerstart des Qualifikationstrainings danach verschoben, erst nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden gingen die Piloten wieder auf die Strecke. Der Regen machte die Reifenwahl zu einer Lotterie.

Mal waren Regenreifen gefragt, mal reichten Intermediates. Die einzige Konstante im Verlauf der drei Einheiten war Hamilton, der am Ende 1,2 Sekunden zwischen sich und Max Verstappen (Red Bull), den Zweitschnellsten, legte. Vettel verlor sogar rund 2,5 Sekunden auf Hamilton. Entsprechend enttäuscht waren die Verantwortlichen der Scuderia.

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In der Startaufstellung gerät nicht nur wegen der Wetterkapriolen, sondern auch wegen diverser Strafen einiges durcheinander. Verstappen und Teamkollege Daniel Ricciardo (Dritter) rücken wegen der Motorenwechsel an ihren Rennwagen auf die Plätze fünfzehn und achtzehn zurück. Stattdessen wird Lance Stroll (Williams) neben Hamilton aus der ersten Reihe ins Rennen gehen.

Hinter den beiden stehen Esteban Ocon (Force India) und Valtteri Bottas (Mercedes). „Bei solchen Bedingungen kann man auch superblöd ausschauen. Ich bin wirklich happy, dass es so gut für uns gelaufen ist. Eigentlich ist es enger mit Ferrari, jetzt stehen sie ein bisschen weiter hinten. Mal sehen, wie es morgen läuft“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Kimi Räikkönen geht als Fünfter ins Rennen, Vettel als Sechster.

„Das wird richtig schwierig“

Für den Rennsonntag (Start: 14 Uhr) ist Sonnenschein vorhergesagt. Die Experten rechnen deshalb mit einem Ein-Stopp-Rennen, bei dem Hamilton der große Favorit ist. Dahinter allerdings dürfte es spannend werden, denn die ersten vier Fahrer haben allesamt Mercedes-Motoren in ihren Rennwagen.

Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza mit einem Vollgasanteil von 79 Prozent ist das noch immer ein entscheidender Faktor. Zwar hat auch Ferrari seinen Motor zuletzt mit Hochdruck entwickelt und ist in Bezug auf die Leistung schon fast auf Mercedes-Niveau – das Überholen von Rennwagen wie dem Force India und dem Williams aber bleibt eine Herausforderung. „Das wird richtig schwierig für die“, sagte Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Rennstalls. Am Ende dieses Tages war der Österreicher doch noch zufrieden. Stunden zuvor hatte er sich noch auf eine Verlegung des Qualifikationstrainings auf Sonntagvormittag ausgesprochen – auch weil er die Stärke von Ferrari im Regen fürchtete.

Nico Hülkenberg hat das Wetter nicht geholfen. Der Deutsche qualifizierte sich im Renault lediglich als Zwölfter und geht wegen einer Strafe schließlich als Sechszehnter ins Rennen. „Das wird kein einfaches Rennen, wir waren auch im Training nicht super dabei. Wir müssen versuchen, das Beste draus zu machen“, sagte der Dreißigjährige. Noch schlechter lief der Tag für Pascal Wehrlein im Sauber, der nur 19. wurde. Doch der Deutsche hatte Glück. An seinem Rennwagen mussten die Mechaniker keine Komponenten wechseln, er geht deshalb als Dreizehnter ins Rennen.

Quelle: FAZ.NET
Michael Wittershagen
Sportredakteur.
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