Lutz Pfannenstiel im Interview

„Senegal tritt auf alles, was sich bewegt“

Von Michael Wittershagen, Michael Eder und Christoph Becker
 - 18:48

Der Welttorhüter Lutz Pfannenstiel hat in seiner Profikarriere als Fußballer auf allen Kontinenten gespielt: 25 Vereine in 13 Ländern, nachzulesen in „Unhaltbar – Meine Abenteuer als Welttorhüter“. Für den Bundesligaklub 1899 Hoffenheim verantwortet er seit 2011 den Bereich „Internationale Beziehungen“ und arbeitet im Scouting. Pfannenstiel, 45, arbeitet als TV-Experte für ZDF, BBC, Eurosport und DAZN. Er ist Auslandsexperte beim DFB und Trainerausbilder bei der Fifa. Pfannenstiel wird die WM in Russland für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und FAZ.NET als Experte begleiten.

Herr Pfannenstiel, was ist Ihre schönste Erinnerung an eine Fußball-Weltmeisterschaft?

Die schönste ist zugleich die letzte. Ich war für das ZDF 2014 in Brasilien, war ganz nah dran, auch beim Finale. Hinter mir im Maracanã-Stadion saß Sergio Goycochea, der argentinische Elfmeterkiller, der im WM-Finale 1990 den Elfmeter von Andreas Brehme nicht halten konnte. Vor dem Spiel sagte ich zu ihm: „Heute wird Deutschland wieder 1:0 gewinnen, weil du im Stadion bist.“ Als Götze dann in der Verlängerung das 1:0 erzielt hatte, habe ich mich umgedreht, er lächelte, winkte ab und verließ das Stadion.

Welcher Art sind Ihre Kindheitserinnerungen an Weltmeisterschaften?

Weltmeisterschaften faszinieren mich. Seit ich denken kann, habe ich mir jedes einzelne Spiel angeschaut – entweder live oder später als Aufzeichnung. Die unterschiedlichen Fußballkulturen hatten auf mich schon immer eine unglaubliche Anziehungskraft, dann hatte ich das Glück, selbst an vielen Orten auf dieser Welt Fußball zu spielen, so dass ich zu vielen Ländern eine Verbindung habe. Die unterschätzten, die schwächeren Mannschaften, also die Exoten, das sind für mich persönlich die wichtigsten bei so einer WM.

Sie waren selbst Jugendnationalspieler.

Ja, als Deutschland 1990 Weltmeister wurde, war ich im Kader der deutschen U17 und hatte mir Hoffnungen gemacht, selbst irgendwann Nationaltorhüter zu sein.

Was ist dann schiefgelaufen?

Vieles! (Lacht) Ich bin nach Malaysia gewechselt. Man kann das als Fehler bezeichnen, aber ich sehe das nicht so. Es war die Entscheidung eines Sturkopfs. Ich hatte damals Angebote von Bayern München, dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Bochum, ich hätte Vertragsamateur werden sollen. Gespielt hätte ich in der Amateurmannschaft, zum Beispiel in der Bayernliga. Das habe ich strikt abgelehnt, ich wollte unbedingt Profi werden. Wenn du das als Siebzehnjähriger sagst, kommt das nicht gut an. Ich habe meinem Vater erklärt: Das erste Profiangebot nehme ich an! Und das kam dann ausgerechnet aus Malaysia: 5000 Dollar im Monat, ein Auto, eine Wohnung im Shangri-La-Hotel und ein Jet Ski. Das war schon ein luxuriöser Kulturschock, ich kam ja aus Kötzting aus der bayerischen Oberliga.

Es war der Beginn Ihrer Weltreise. Sie haben in allen sechs Kontinentalverbänden gespielt, in 13 Ländern, für 25 Vereine. Gibt es da eine große Liebe?

Es gibt viele Lieben, Brasilien ist eine davon. Ich war der erste Deutsche, der dort gespielt hat, einer der ganz wenigen Europäer. Ich bin unter anderem im alten Maracanã-Stadion aufgelaufen, damit ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Aber auch meine Zeit in Vancouver war wunderbar, es gibt nicht viele schönere Städte auf der Welt. Und Dunedin Technical in Neuseeland hat mir im Prinzip mein Leben zurückgegeben, nachdem ich in Singapur aus dem Gefängnis entlassen worden war. Danach musste ich so weit weg, wie es ging, um mich selbst wiederzufinden. In Europa hätte mir meine Geschichte wie ein Felsbrocken im Genick gelegen.

Sie wurden in Singapur wegen Betrugs bei Sportwetten verhaftet, zu fünf Monaten Haft verurteilt und kamen nach 101 Tagen wegen guter Führung wieder frei.

Ja, innerhalb von drei Monaten wurde ich drei Mal auf öffentlichen Plätzen von einem illegalen Buchmacher angesprochen: Wie spielt ihr am Wochenende? Und ich habe jedes Mal geantwortet, was jeder Profi antworten würde: Wir sind gut drauf, die hauen wir weg! Wir haben mit Geylang United zwei Mal gewonnen, einmal Unentschieden gespielt. Später wurde der Mann wegen Spielmanipulation angeklagt, vor Gericht hat er mich – komplett aus der Luft gegriffen – belastet, und der Richter musste ihm wohl glauben. Das war hart: kein Bett, keine Toilette, kein Toilettenpapier, keine Zahnbürste – und auch keine Trennung der Gefangenen, und das komplett unschuldig! Neben mir lag ein Großvater, der seine Strafzettel nicht bezahlt hatte. Und auf der anderen Seite ein Mörder, der seine Mutter zerstückelt hatte. In den ersten zwei Wochen wurde ich jeden Tag verprügelt, drei Mal haben sie mir die Nase gebrochen. Danach habe ich mich gewehrt und gemerkt, zu was ich selbst fähig bin. In so einer Situation wirst du zum Monster. Diese Zeit hat mich geprägt. Übrigens hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag den Fall überprüft und das Urteil international nicht anerkannt. Mein polizeiliches Führungszeugnis ist einwandfrei.

Ihre Liebe zum Fußball hat das überstanden?

Ja, das war neben meiner Familie die einzige Sache, die mich vom Kopf her klar gehalten hat. Ich habe mir gesagt: Egal, was passiert, ich werde wieder spielen. Darauf habe ich hingearbeitet. Die ersten zwei Monate habe ich trainiert wie ein Tier, danach kam der Nahrungsmangel, ich verlor immer mehr Kraft, und am Ende war ich beinahe tot. Ich habe 16 Kilogramm abgenommen. Als ich frei war, bin ich nach Neuseeland geflogen. Mit einer Sonnenbrille, ein paar Torwartsachen und Schulbüchern, weil ich zu der Zeit ein Fernstudium für Sportmanagement gemacht habe. Der Präsident von Dunedin Technical, Marc Chidley, hat mich am Flughafen abgeholt, ich wollte sofort trainieren, zeigen, was ich kann. Er hatte wegen der langen Reisezeit von fast 50 Stunden Bedenken, aber ich sagte ihm: „Wenn du sagst, der ist gut, dann machst du mir ein Angebot. Wenn du aber sagst, der kann nix, dann spiele ich umsonst, dann brauche ich nur ein Bett und Verpflegung.“ Nach einer Dreiviertelstunde auf dem Platz hatte er genug gesehen. Ich war von Beginn an der bestbezahlte Spieler der Liga, nach sechs Monaten wurde ich zum Torwart des Jahres gewählt. Da wusste ich: Ein bisschen was kann ich doch noch!

Insgesamt haben Sie in mehr als 600 Stadien Fußball gespielt.

Das kommt hin. Durch den Fußball, durch dieses Reisefieber, das mich irgendwann gepackt hat – jedes Jahr ein neues Land, jedes Jahr eine neue Kultur –, habe ich eine besondere Sicht auf diese Welt bekommen. Ich habe zum Beispiel in Albanien gespielt. Das war eigentlich Wahnsinn, weil ich auch Angebote von Ipswich Town und Steaua Bukarest hatte und dort vernünftiges Geld hätte verdienen könne. Das war in Albanien bei KS Vllaznia Shkodra anders. Aber die Erfahrung dort war überragend. Viele Menschen haben Angst vor Albanern. Die Bilder im Kopf: Bahnhofsviertel und Prostitution – das sind alles nur Vorurteile. Die Albaner in Albanien sind zwar impulsiv, aber sie zählen zu den nettesten Menschen der Welt. Ich habe dort nicht einmal mein Auto abgeschlossen, da gab es keine Kriminellen – außer vielleicht einige Fußballoffizielle.

Was macht der Fußball mit den Menschen?

Er verbindet sie. Es gibt beispielsweise eine ungemeine Rivalität zwischen Argentiniern und Brasilianern. 2014 bei der WM haben Tausende Argentinier an der Copacabana geschlafen, und als es dann sintflutartig zu regnen begann, holten Brasilianer sie ins Haus. Bei einer WM geht so etwas. In Johannesburg gibt es einen Stadtteil, Hillbrow, eine der gefährlichsten Ecken der Welt: Für einen Rucksack schneiden sie dir dort die Rübe ab. Während der WM 2010 gab es eine Art silent agreement, da ist nichts passiert. Englische Touristen, betrunken, mit riesigen Sonnenbrillen, mit Geld, Uhren und Handys sind dort reingestolpert – und niemand hat ihnen etwas getan.

Wie wird es nun in Russland?

Grundsätzlich erwartet uns eine sehr politische Weltmeisterschaft. Viele der großen Fernsehkanäle haben sich entschieden, nicht von Russland aus zu berichten, noch läuft der Kartenvorverkauf zögerlich. So manche Politiker haben einen Boykott gefordert, ich halte davon nichts. Sport und Politik sollte man bei solchen Großereignissen trennen – oder aber erst gar nicht in Länder vergeben, die politisch im Brennpunkt stehen. Ich war während des Confed-Cups in Russland, und dort war die Stimmung wirklich gut. Ich bin mir sicher, dass die Russen das Turnier sehr gut organisieren werden und dass den Fans hoffentlich nichts passieren wird. Die russischen Gruppen, die zuletzt bei der EM in Frankreich randalierten, werden nichts machen. Sollten sie doch etwas planen, werden sie ganz böse etwas von der Armee auf die Mütze bekommen.

Wie schätzen Sie die russische Mannschaft ein?

Die Russen haben den Vorteil, dass die gesamte Mannschaft in Russland spielt. Trainer Stanislaw Tschertschessow konnte seine Spieler jede Woche sehen, konnte auch mal Kurzlehrgänge einberufen. Aber beim Confed-Cup hat sich gezeigt, dass das Team maximal Durchschnitt ist. Bei der WM kommt nun dieser enorme Druck dazu. In der Gruppe spielen die Russen gegen Saudi-Arabien, Ägypten und Uruguay, wenn sie das nicht überstehen, wird diese WM nach zehn Tagen das erste Stimmungstief erleben.

Wer wird Weltmeister?

Brasilien, Deutschland, Frankreich oder Spanien, Außenseiterchancen haben für mich England und Belgien. Es wird eine weitgehend europäische Weltmeisterschaft. Vielleicht kann Kolumbien überraschen, Argentinien traue ich dieses Mal nicht den Titel zu.

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Was hat sich in Brasilien nach dem 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland vor vier Jahren verändert?

Ich habe das große Glück, dass ich vor und nach dieser Weltmeisterschaft für die Fifa und den DFB Trainer in Brasilien ausbilden durfte. Die Verantwortlichen haben dort nach dem 1:7-Debakel das ganze System in Frage gestellt, das Durchschnittsalter der Trainer ist radikal gesunken. Tite, der neue Nationaltrainer, steht exemplarisch für das neue Brasilien, er ist ein sehr guter, moderner Trainer, einer, der einen ganz anderen Ansatz hat als zuletzt Dunga und Scolari. Und auch mehr Fachwissen. Dunga und Scolari stehen für Old School, der technisch ansprechende Fußball kam bei ihnen zu kurz. Tite vermittelt der Mannschaft wieder Spaß, und so spielen die Brasilianer auch. Sie haben sich vom Schock gegen Deutschland erholt und wollen es nun der Welt wieder zeigen: Wir sind die Nummer 1!

Noch ist das die deutsche Mannschaft. Wie stark ist das Team derzeit?

Lahm, Schweinsteiger, Klose, Mertesacker – einige der Schlüsselspieler von 2014 sind nicht mehr dabei. Aber der Pool der jungen Spieler ist immens, die Leistungsstärke enorm. Hinzu kommen Gündogan und Reus, die 2014 verletzt waren. Wichtig wird sein, dass die Abwehr funktioniert, aber da mache ich mir keine Sorgen. Boateng, Hummels und Süle sind Innenverteidiger von ganz großem Kaliber. Ja, auch Süle könnte bei dieser WM ein Faktor werden. Es ist Wahnsinn, wie so ein Schrank so schnell sein kann. Also in der Defensive mache ich mir keine Sorgen.

Manuel Neuer scheint es nun tatsächlich zurück in die Mannschaft zu schaffen. Überrascht Sie das?

Ja, ich hatte mir das nicht vorstellen können. Die Art und Weise, wie er gegen Österreich nach gefühlt 2000 Tagen Pause wieder im Tor stand, war etwas Besonderes. Wenn es jemand schafft, nach so langer Zeit zurückzukommen, als wäre er nie weg gewesen, und dazu noch der beste Spieler seiner Mannschaft ist, dann verdient er es natürlich auch zu spielen. Es sieht ganz so aus, als ob die zeitliche Planung von Löw, Köpke und der medizinischen Abteilung perfekt war. Wissen werden wir es allerdings erst nach dieser WM.

Für ter Stegen ist das eine bittere Sache.

Ja, aber er hat gezeigt, dass er ein fairer Sportsmann und Profi durch und durch ist. Er hat sich nicht beklagt – bis jetzt, obwohl er sicher fest damit gerechnet hat, im deutschen Tor zu stehen. Aber ter Stegen weiß auch, dass seine Chance noch kommen wird. Wenn man als Torhüter hinter Neuer auf der Bank sitzt, kann man beziehungsweise muss man damit leben, denn Neuer ist ein Torwart der Extraklasse.

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Im Mittelfeld und Angriff ist mit Werner und Brandt mehr Geschwindigkeit im Kader als 2014. Allerdings fehlt Sané – können Sie nachvollziehen, dass Löw ihn aus dem Kader gestrichen hat?

Das ist für mich eine große Überraschung. Sané ist für mich eine Vollrakete, ein richtiger Straßenfußballer, er geht permanent ins Eins-gegen-eins-Duell, hat ein enormes Tempo. Dieser Speed wird im modernen Fußball immer wichtiger, vor allem dann, wenn der Gegner tief steht, vielleicht sogar mit einer Fünferkette verteidigt. Für mich ist Sané vergleichbar mit Mo Salah und Sadio Mané – Spieler, die du als Abwehrspieler nur schwer greifen kannst. Es ist ein großer Luxus, auf einen Spieler wie Sané zu verzichten, der in der Premier League zu den ganz heißen Stars gehört. Es war schon überraschend und auch ein bisschen schockierend. Aber im Endeffekt ist es so, dass wir alle nicht ins Innenleben der Mannschaften schauen können. Und wir wissen aus der Vergangenheit, dass Löw seinen Kader immer so zusammengestellt hat, dass er am Ende richtiglag. Ich denke, Löw hat es verdient, dass man seine Entscheidung respektiert. Aber es ist auch klar: Wenn es in Russland nicht funktioniert, wird man ihm die Personalie Sané um die Ohren hauen.

In der Bundesliga spielten zuletzt immer mehr Mannschaften passiv, sahen ihre Chancen eher darin, wenn der Gegner den Ball hat, um ihn zu erobern und dann schnell zum Torabschluss zu kommen. Auf Dauer ist das für den Zuschauer ermüdend. Droht bei der WM Ähnliches?

Viele Mannschaften wollen agieren. Die Franzosen, die Spanier, die Brasilianer, die Belgier, das sind alles Mannschaften, die den Ball haben wollen und einen richtig guten Fußball spielen. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich unter Löw ebenfalls zu einer Mannschaft entwickelt, die über Ballbesitz und Kombinationen zu Chancen kommt. Aber natürlich wird auch Pressing-Gegenpressing eine Variante sein. Viele Nationen haben gar keine andere Chance, Portugal ist damit sogar Europameister geworden. Schweden und Island spielen noch einfacher. 4-4-2, enge Abstände, die fünf Meter zwischen den Spielern kannst du mit dem Lineal ausmessen. Und dann konzentrieren sie sich auf lange Bälle, Freistöße, Einwürfe, Eckbälle. Wenn ein Team das knallhart durchzieht und mit Härte in die Zweikämpfe geht, dann kann es zwei „normalen“ Mannschaften in der Gruppe richtig weh tun. Schweden hat das in der Qualifikation schon bewiesen. Italien hat in den beiden Spielen gegen sie nicht einmal ein Tor geschossen.

Das klingt nach Fußball brutal.

Die Schweden sind hart, aber nicht unfair. Das sind eben Wikinger, groß und robust, und so spielen sie auch. Richtig hart ist Senegal, die treten auf alles, was sich bewegt, das sind richtige Maschinen in der Defensive. Das erlebt man jedes Mal beim Afrika Cup. Wenn man dort Mali beobachtest, hörst du auf der Tribüne die Knochen knacken. Senegal spielt strukturiert, ein 4-3-3, fast ein holländisches System, eng, einfach, viel über die Flügel, ohne Raffinessen – und voll drauf mit Tempo und eben mit dem pfeilschnellen Mané. Damit können sie durchaus gefährlich werden. Eine Mannschaft, die körperlich unterschätzt wird, ist Südkorea. Viele Menschen denken noch immer, dass alle Asiaten klein und körperlich schwach seien, aber die Koreaner sind keine Filipinos. Neben Senegal ist das vermutlich eine der härtesten Mannschaften im Turnier. Kim Jin-su beispielsweise, der mal in Hoffenheim war, ein Linksverteidiger, sieht aus wie ein kleines Kind. Er ist freundlich, höflich, lächelt oft. Aber er haut dir acht Mal aufs Knie, dann sagst du ihm, dass es eine Watschen setzt, wenn das noch mal passiert. Er lächelt, verneigt sich – und haut dir das neunte Mal aufs Knie. Das entspricht der Mentalität der Südkoreaner auf dem Platz: Sie geben nie auf, kratzen, beißen, rennen, teilweise auf einem brutalen Niveau. Das müssen sie auch, denn fußballerisch reicht es nicht zur Weltspitze.

Worauf freuen Sie sich am meisten bei dieser WM?

Auf die Nigerianer, das ist eine tolle Mannschaft, die jüngste im Turnier, eine Ansammlung von unfassbar schnellen Spielern. Sie haben eine echte Todesgruppe erwischt mit Argentinien, Island und Kroatien. Hier treffen vier komplett verschiedene Fußballkulturen und Spielweisen aufeinander. Aber wenn sie diese Gruppe überstehen, dann traue ich den Westafrikanern einiges zu, dann können sie weit kommen. Ich war im Trainingslager im nigerianischen Uyo Ende Mai und habe die WM-Vorbereitung ein wenig beobachtet. Wenn sie ihr vermeintliches Torwartproblem in den Griff kriegen und vorn wieder zu alter Offensivkraft zurückfinden, ist den Nigerianern eine tolle WM zuzutrauen.

Quelle: F.A.S.
Michael Wittershagen
Sportredakteur.
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