Fußball
1:1 bei Schalke 04

Lasogga erlöst den Dusel-HSV

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
© dpa, FAZ.NET
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Der HSV entführt einen Punkt aus Gelsenkirchen – und hofft nun auf den direkten Klassenverbleib. #s04hsv

Was für ein Finish! Lange hatte der Hamburger SV am vorletzten Spieltag guten Willen gezeigt, aber harmlos gewirkt. Doch beim Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04 glaubten die Norddeutschen bis zur letzten Minute an ihre Chance – und wurden spät belohnt. Der eingewechselte Stürmer Pierre-Michel Lasogga erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich.

Guido Burgstaller hatte die Westfalen in Führung geschossen (25. Minute). Mit dem frenetisch bejubelten Remis verhinderten die Hamburger zumindest den direkten Abstieg und schickten Ingolstadt in die zweite Bundesliga.

Gegenüber den Auftritten in Augsburg und gegen Mainz zeigten sich die Hamburger deutlich verbessert, allerdings wirkten sie lange zu ungefährlich. Erst nach dem Rückstand erwachten auch in der Offensive allmählich die Lebensgeister des HSV. Es dauerte bis zur vierzigsten Minute, bis der Abstiegskandidat den ersten gefährlichen Angriff zustande brachte. Torjäger Wood kam zum Schuss, verfehlte das Ziel aber deutlich.

Königsblauer Jubel: Guido Burgstaller (2.v.l.) erzielte seinen neunten Saisontreffer. Damit könnte der Österreicher der erste Bundesligaprofi werden, der in einer Saison in der ersten und zweiten Liga zweistellig getroffen hat. Für den 1. FC Nürnberg gelangen ihm in der Hinrunde 14 Tore.
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Bei einem schnellen Gegenstoß kurz vor der Pause bot sich Jatta eine größere Möglichkeit. Doch der Flügelmann wusste sie nicht zu nutzen. Ermutigend war aus Hamburger Sicht die Körpersprache. Auf dem Weg in die Kabine trösteten einige Kollegen Jatta mit aufmunternden Gesten. Ein Zeichen dafür, dass die Norddeutschen sich noch nicht aufgeben wollten. Der HSV hätte zur Pause aber auch schon höher zurückliegen – wenn Huntelaar in seinem letzten Heimspiel für Schalke nach gut einer halben Stunde einen Tick besser gezielt hätte – sein Kopfball traf nur den Pfosten.

Für die Hamburger und Dennis Diekmeier (vorne) geht es dagegen nicht mehr um Rekorde, sondern nur noch um das Überleben.
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Im zweiten Durchgang zeigten die Hamburger mehr Angriffslust und erzeugten sogar Druck, blieben jedoch im Abschluss harmlos. Matthias Ostrzolek, Waldschmidt, Holtby und Wood, der die größte Chance hatte, verpassten den Ausgleich. Lebhaft wurde es bei den Schalkern erst wieder, als Huntelaar seine letztes Heimspiel in der 80. Minute unter tosendem Beifall beendete. In der Nachspielzeit wurde es dann dramatisch. Erst gelang dem gerade eingewechselten Lasogga der Ausgleich, dann traft Kolasinac für Schalke, doch Schiedsrichter Markus Schmidt hatte den Ball vorher im Aus gesehen und das vermeintliche Tor nicht anerkannt. Und so feierten die HSV-Fans das Remis wie einen Sieg.

Zum Nase rümpfen: HSV-Trainer Markus Gisdol scheint etwas ratlos zu sein.
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Quelle: FAZ.NET
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