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Zweite Bundesliga

Verrücktes Spiel in Darmstadt

 - 15:36
Darmstadt kämpfte sich zurück und holte noch einen Punkt. Bild: dpa, tora./sid

Mit einem beinahe historischen Sieg im 263. fränkischen Derby ist der 1. FC Nürnberg in der zweiten Fußball-Bundesliga zurück auf einen Aufstiegsplatz geklettert. Der Club gewann bei der Spielvereinigung Greuther Fürth durch Treffer von Mikael Ishak (9.), Cedric Teuchert (59.) und Hanno Behrens (90.+4) mit 3:1 (1:0) und belegt nach dem dritten Dreier in Serie nun den zweiten Rang – Fürth konnte durch Jurgen Gjasula noch verkürzen (79., Foulelfmeter), bleibt aber Vorletzter. Für die Nürnberger war es vor 13.550 Zuschauern der erste Sieg im Ronhof seit immerhin 38 Jahren. Der letzte „Auswärtssieg“ gegen den ewigen Rivalen war ihnen vor 20 Jahren gelungen (1:0), das Heimspiel des Kleeblatts im Oktober 1997 hatte allerdings im Nürnberger Stadion stattgefunden. Trainer damals: Armin Veh (Fürth) und Felix Magath (Nürnberg).

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Fürth war über weite Strecken optisch überlegen, hatte auch gute Chancen, blieb am und im Strafraum aber weitgehend ungefährlich. Im dritten Spiel unter Trainer Damir Buric war es für das Kleeblatt die zweite Niederlage. Nürnberg war von der Spielanlage her reifer und kaltschnäuziger im Abschluss. Trainer Michael Köllner hatte beim Club etwas überraschend Cedric Teuchert auf die rechte Außenbahn gestellt – ein Schachzug, der früh funktionierte: Das 20 Jahre alte Nürnberger Eigengewächs stürmte nach einem Fehler von Marco Caligiuri auf und davon und bediente Torschütze Ishak mustergültig für dessen fünftes Saisontor.

Danach setzte der Club erst einmal nicht nach und ließ die Fürther ins Spiel kommen. Nach einer halben Stunde besannen sich die Gäste dann eines Besseren und wurden wieder aktiver, hatten aber auch Glück, dass der völlig freie und ansonsten starke Julian Green kurz nach der Pause fast kläglich am guten Torhüter Fabian Bredlow scheiterte (47.). Besser machte es der starke Teuchert, der auf Vorlage von Hanno Behrens abgebrüht dem 2:0 einschob. Behrens war neben Eduard Löwen bester Nürnberger.

Tobias Kempe rettete Absteiger Darmstadt 98 einen wichtigen Punkt. Der 28-Jährige traf gegen Dynamo Dresden in der Nachspielzeit (90.+3) zum 3:3 (1:2)-Endstand für die Lilien, erst Augenblicke zuvor hatte Terrence Boyd (90.) in einer verrückten Schlussphase den Anschlusstreffer für Darmstadt erzielt. Zuvor hatte ein wie entfesselt aufspielender Manuel Konrad dreimal für Dresden getroffen (23./34./80.), auch weil Darmstadt nach ruhendem Ball gleich zweimal zu unaufmerksam agierte. Der starke Kempe (30.) hatte für Darmstadt zuvor schon zwischenzeitlich ausgeglichen, der Absteiger steht damit auf Rang vier.

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Die Gastgeber hatten vor 17.000 Zuschauern von Beginn an keinen Zweifel an ihrer Favoritenrolle gelassen, sie setzten Dresden mit aggressivem Pressing unter Druck und vergaben durch den formstarken Weltmeister Kevin Großkreutz (4.) die erste Chance zur Führung. Durch Konrads ersten Treffer schöpften die Sachsen aber Mut, die Partie gestaltete sich nun ausgeglichener. Kurz nach dem Seitenwechsel legten die Protagonisten eine zweiminütige Zwangspause ein, da Dynamo-Fans Pyrotechnik abbrannten und dadurch die Sicht auf dem Platz verringerten. Während die Darmstädter fast schon verzweifelt einen Weg zum Ausgleich suchten, vergab nach einem Konter Erich Berko (68.) die Chance zur Vorentscheidung.

Stefan Leitl erlebte derweil ein enttäuschendes Debüt als Cheftrainer des FC Ingolstadt. Im Kellerduell beim VfL Bochum verlor Bundesliga-Absteiger Ingolstadt 0:2 (0:2) und rutschte auf den Relegationsplatz 16 ab. Bochum stoppte nach zuletzt zwei Niederlagen den Negativtrend und verbesserte sich durch den dritten Saisonsieg auf einen Platz im Tabellenmittelfeld. Leitl war am Freitag vom Interims- zum Cheftrainer befördert worden. Felix Bastians (24.) und Robbie Kruse (27.) belohnten die in der ersten Halbzeit extrem effektiven Bochumer.

Ingolstadt, das seit der Entlassung von Maik Walpurgis in zuvor vier Spielen sieben Punkte geholt hatte, dominierte die Anfangsphase, blieb vor dem Tor aber ungefährlich. Besser machte es Bochum, das seine ersten beiden Torchancen nutzte. Nach den Doppelschlag zog sich der VfL etwas zurück und hatte Glück, als Alfredo Morales nur die Latte traf (36.). Nach der Pause war der FCI weiterhin um Spielkontrolle bemüht, doch die besseren Möglichkeiten hatte zumeist Bochum. Wenn Ingolstadt doch einmal gefährlich vor das Tor kam, war VfL-Schlussmann Manuel Riemann zur Stelle.

Quelle: tora./sid
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