0:0 in Freiburg

Leverkusen bleibt im Tabellenkeller stecken

Von Roland Zorn, Freiburg
 - 15:27

Am Ende kam es so wie so oft in den vergangenen Jahren. Wieder einmal ging ein Bundesliga-Heimspiel des SC Freiburg gegen Bayer 04 Leverkusen 0:0 aus. Zum vierten Mal in den vergangenen sechs Jahren. Dem Sportclub, der seinen Platz im unteren Mittelfeld der Tabelle halbwegs festigte, genügte das Remis; Leverkusen aber, mit Champions-League-Ambitionen in die Saison gestartet, bleibt als Tabellenvierzehnter meilenweit von seinen eigenen Ansprüchen entfernt.

Bundesliga

Kein Wunder, dass unter solch mausgrauen Umständen eine Diskussion über Trainer Heiko Herrlich geführt wird, der die Vereinsverantwortlichen derzeit aber einen Riegel vorzuschieben versuchen. Sportvorstand Rudi Völler stellte sich am Sonntag vor den Coach und wies auf zuletzt sechs Pflichtspiele mit vier Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage hin. Den Auftritt in Freiburg nannte er einen „klitzekleinen Anfang“.

Den zu erkennen, musste man indes schon mit der Lupe aufs Spiel schauen. „Wir haben Moral gezeigt und werden die nötigen Punkte schon noch holen“, sagte Völler. Auch der Leverkusener Kapitän Kevin Volland blieb „positiv“. Richtigerweise sagte er, „die Punktausbeute sieht nicht zufriedenstellend aus“ und beharrte dennoch darauf, dass seine Mannschaft „auf dem aufsteigenden Ast“ sei.

Trotzdem fehlte dem Leverkusener Spiel am Sonntag das brennende Verlangen, verlorenen Boden wieder wett zu machen. Und das gegen eine sehr biedere Freiburger Formation, die sich vor allem vor der Pause kaum aus der vollen Deckung traute. So bekamen die 23.800 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwaldstadion einen Langweiler ohne nennenswerte Torgelegenheiten zu sehen.

Der Leverkusener Jungnationalspieler Havertz kam einem Treffer vor der Pause nahe, doch sein Distanzschuss (42.) verfehlte sein Ziel knapp. Der Sportclub stand nach 38 Minuten ohne seine beiden besten Stürmer da. Nils Petersen fehlte weiter wegen einer Schultereckgelenkprellung, und Florian Niederlechner musste in der 38. Minute wegen einer Knöchelverletzung von Janik Haberer ersetzt werden.

Auch ohne die beiden verstärkte Freiburg nach dem Wechsel den Druck aufs Leverkusener Tor, besaß aber erst in der 90. Minute bei Waldschmidts Pfostenschuss eine veritable Torgelegenheit. Deshalb musste Leverkusen am Ende froh über das Unentschieden sein. Völler ließ sich seinen Optimismus dennoch nicht nehmen und wies angesichts der Freiburger Defensivstrategie nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass „wir hier nicht so glänzen konnten, wie wir das gern getan hätten“. Mehr Glanz wird nötig sein, will die Werkself am Ende zumindest in die Nähe der hochgesteckten eigenen Ziele kommen.

Quelle: FAZ.NET
Roland Zorn
Sportredakteur.
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