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Eintracht Frankfurt

Voller Lohn für harte Arbeit

Von Marc Heinrich, Köln
 - 21:31
In Köln fällt der erste Treffer für den neuen Eintracht-Stürmer Haller. Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock, F.A.Z.

Ziel erreicht! Für die Frankfurter Eintracht hat auch das dritte Auswärtsspiel der noch jungen Saison ein Erfolgserlebnis gebracht, auf das sie vor eigenem Publikum bislang vergeblich wartete. Beim 1.FC Köln kam die Mannschaft am Dienstag zu einem 1:0 und sicherten sich damit drei Punkte, mit denen sie zur Mitte dieser Englischen Woche wieder Anschluss ans Tabellenmittelfeld herstellen konnte. Das Tor des Abends erzielte Sébastien Heller mit einem umstrittenen Strafstoß in der 20. Minute. Für die Hessen, die nach der Heimniederlage gegen Augsburg unter Zugzwang standen, endete dadurch eine schwarze Serie: Sie setzten sich erstmals seit dem 7. Mai 1994 wieder im Stadion in Müngersdorf durch.

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Auf Seiten des Gegners verschärfte sich dagegen die sportliche Krise. Die Kölner gingen auch im fünften Versuch, in der Bundesliga als Gewinner vom Platz zu gehen, komplett leer aus. „Ich bin happy“, sagte Neuzugang Haller anschließend bei der Bewertung des Geschehens und seines ersten Liga-Treffers, „der Sieg ist gut für das Team und für mich.“ Fredi Bobic sprach von einem „schweren Arbeitssieg“. In seinem Fazit räumte der Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic ein, „dass das Spiel sicher nicht hochklassig war, doch am Ende des Tages sind wir froh, dass wir diesmal das Quentchen Glück hatten, dass uns schon manchmal fehlte“.

Beide Mannschaften begannen die Aufgabe, wie es in Anbetracht ihrer zurückliegenden Auftritte zu erwarten war: mit einigen personellen Veränderungen. Während die Kölner in ihrer Startformation vier neue Gesichter aufboten, nominierte Niko Kovac ein Trio, das am Wochenende beim Anpfiff noch von außen hatte zusehen müssen. Gelson Fernandes als Sechser, Taleb Tawatha auf dem Linksverteidigerposten und Ante Rebic als Linksaußen erhielten den Vorzug vor Jonathan de Guzman, Jetro Willems und Carlos Salcedo (der gar nicht mehr im Kader stand). Die Anfangsminuten boten den 49.000 Zuschauern Fußballunterhaltung mittelprächtiger Qualität; hüben wie drüben überwog die Absicht, zunächst nicht in Rückstand zu geraten und die Kontrolle über den Ball zu behalten, was in nahezu allen Aktionen zu Lasten des Tempos ging.

Auch als die Kölner etwas mutiger wurden und den Druck zu erhöhen versuchten, geriet die Viererkette vor Eintracht-Keeper Lukas Hradecky nicht in Verlegenheit, was auch daran lag, dass die aufmerksamen Kollegen Simon Falette immer dann zur Hilfe eilten, wenn er (was mehrmals passierte) den Überblick zu verlieren drohte. Der bis agilste Mann auf dem Rasen, Mijat Gacinovic, besaß maßgeblichen Anteil, dass die Frankfurter in Führung gingen. Der flinke Serbe schaltete schnell, als er merkte, dass ein Rückpass von Dominic Maroh auf den Kölner Torhüter Timo Horn zu kurz geraten könnte. Gacinovic eroberte im Sprint die Kugel, legte sie sofort am herausgeeilten Schlussmann vorbei – und kam dabei, von Horn bei seinem Rettungsversuch touchiert, zu Fall.

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Schiedsrichter Martin Petersen entschied sofort auf Strafstoß, was die Kölner Profis, die vehement (aber vergeblich) den Einsatz des Videobeweises forderten, zürnen ließ. Haller behielt in der hitzigen Situation die Nerven und traf vom Elfmeterpunkt nach kurzem Anlauf und einer Körpertäuschung zum 1:0. Durchatmen konnten die Frankfurter auch kurz darauf, als Falette auf der anderen Seite Leon Bittencourt im Eintracht-Strafraum bei einem Kopfballduell mit einem Stoß in den Rücken zu Boden brachte – diesmal die Pfeife des Referees aber stumm blieb (33.). Nicht minder wichtig aus Sicht der Kovac-Elf, dass zudem Makoto Hasebe nach einer unübersichtlichen Szene für den bereits geschlagenen Hradecky zur Stelle war und einen Schuss von Marco Höger aus vier Metern mit dem Hals abblockte (28.).

Im zweiten Abschnitt verstärkten die Kölner mit der Hereinnahme des früheren Mainzers Marcel Risse als drittem Stürmer sogleich ihre offensiven Bemühungen. Hradecky griff aber beherzt zu, als Yuya Osako bei einem Vorstoß vor ihm auftauchte und aus zwölf Metern abzog (50.); und genauso machte er es auch bei Versuchen von Milos Jojic (61.) und Risse (72.). Auf die Tatsache, dass der FC nun weiter aufrückte, um die Eintracht in deren Hälfte zurückzudrängen, reagierten die Frankfurter mit aufmerksamer Verteidigungsarbeit und gelegentlichen Kontern. Einen davon schloss Gacinovic viel zu überhastet ab, was Kovac an der Seitenlinie sichtlich aufregte, denn in dieser Szene wäre durchaus mehr drin gewesen (63.). Weitere aufregende Momente bot die Schlussphase nicht: Alles, was den Kölnern einfiel, um eine Wende herbei zu führen, war nicht gut genug, um die Eintracht aus der Reserve zu locken – so brachte sie den Vorsprung konzentriert über die Zeit.

Quelle: F.A.Z.
Marc Heinrich
Sportredakteur.
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