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Verdächtige Ruhe um Manuel Neuer

Von Peter Penders
 - 11:16

Vor jedem Großereignis beginnt in Deutschland eine Diskussion, deren Wertigkeit sich im Ausland niemandem so recht erschließt: Wer wird die Rolle des dritten Torwarts übernehmen, diesmal also bei der WM in Russland? Als besondere Schwachstelle galt die Position des Torhüters bei der deutschen Nationalmannschaft noch nie – die Ernsthaftigkeit, mit der trotzdem selbst über die Besetzung der Position des Ersatzmannes des Ersatzmannes diskutiert wurde (und gerade abermals wird), verwundert die internationale Konkurrenz jedes Mal wieder.

Diesmal allerdings stehen viele Fragezeichen im Raum, und jede kleine Äußerung bekommt besonderes Gewicht. Schließlich ist der Mann, der immerhin als bester Torwart der Welt gilt, seit ein paar Monaten verletzt. Die Ruhe, die den Fall Manuel Neuer nach dessen abermaligem Mittelfußbruch umgibt, ist zwar auf der einen Seite vermutlich förderlich für seine Genesung, auf der anderen Seite aber auch verdächtig. Der Bayern-Schlussmann weilt nun zur Reha im Süden, versorgt mit den Plänen seiner Trainer, um in wärmeren Gefilden an seiner Rückkehr auf den Platz zu arbeiten. „Ich gehe davon aus, dass alles okay ist“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, der in der vergangenen Woche mit Neuer telefoniert hatte, am Samstag am Rande des Bayern-Spiels gegen den FC Schalke. Man muss kein Anhänger von Verschwörungstheorien sein, um etwas anderes herauszuhören, als wenn Löw etwa gesagt hätte: „Es ist alles okay.“

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Quelle: F.A.Z.
Peter Penders
Sportredakteur.
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