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Bayern München

Erst Heynckes – und dann Nagelsmann?

 - 12:23
Begehrter Trainer: Julian Nagelsmann übernahm 2016 die TSG Hoffenheim. Bild: Reuters, tora./dpa

Trotz der wohl bevorstehenden Rückkehr von Jupp Heynckes als Übergangslösung beim FC Bayern München ist 1899 Hoffenheim mit Blick auf die Zukunft von Trainer Julian Nagelsmann „extrem entspannt“. Es gebe keinerlei Anfragen der Bayern, sagte ein Sprecher der Kraichgauer am Donnerstag und verwies auf den bis 2021 Vertrag laufenden Vertrag des Trainer-Aufsteigers. Nagelsmann gilt in der sich nun anbahnenden Konstellation als Top-Kandidat für den Chefcoach-Posten beim deutschen Fußball-Rekordmeister ab nächster Saison. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist Heynckes‘ Rückkehr keine vorbereitende Maßnahme, die automatisch zu einer Verpflichtung von Nagelsmann im Sommer führen soll. Spekulationen, Heynckes könnte nur Platzhalter für den mehr als 40 Jahre jüngeren Coach der TSG Hoffenheim sein, entbehrten zum jetzigen Zeitraum jeglicher Grundlage, hieß es am Donnerstag von verlässlicher Quelle beim Fußball-Rekordmeister.

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Der 30 Jahre alte selbst hatte zuletzt nach der 2:3-Niederlage in Freiburg gesagt: „Zu der Trainersuche äußern sich so viele Experten, da muss man nicht auch noch meine Meinung hören.“ Nagelsmann hat sich derzeit ein paar Tage frei genommen und das Training mit dem durch Länderspiel-Abstellungen dezimierten Kader bis zum Montag seinen Assistenten Alfred Schreuder und Matthias Kaltenbach überlassen. An eine langfristige Zukunft mit dem „Trainer des Jahres 2016“ (DFB-Auszeichnung) und „Trainer der Saison“ (Spielerwahl des Fachblatts „Kicker“) glaubt bei den Verantwortlichen in Hoffenheim dennoch niemand. „So einen außergewöhnlichen Trainer in einem relativ kleinen Klub zu halten, ist ausgeschlossen“, hatte Mäzen Dietmar Hopp erklärt. Der gebürtige Bayer Nagelsmann baut derzeit für Frau und Sohn ein Haus in München.

Vor wenigen Wochen erst hatte Nagelsmann in einem Eurosport-Interview seine persönliche Vision als Chefcoach publik gemacht. „Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle“, sagte er unter anderem, entschuldigte sich aber später – auch per SMS bei Ancelotti. Dies sei keine Initiativbewerbung gewesen.

Ancelotti-Nachfolger
Wird Heynckes die Überraschungslösung bei den Bayern?

Das völlig überraschende Comeback von Heynckes beim FC Bayern könnte nur noch an letzten Detailfragen scheitern. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus verlässlicher Quelle beim Fußball-Rekordmeister. Demnach könnte die spektakuläre Rückkehr des 72-Jährigen noch vor diesem Wochenende fix gemacht werden. Perfekt war der Deal am Donnerstag zunächst aber noch nicht. Die „Bild“-Zeitung hatte am späten Mittwochabend die unerwartete Entscheidung der Bayern mit dem Triple-Trainer von 2013 vermeldet. Der Altmeister soll die Münchner bis Saisonende übernehmen. Der „kicker“ schrieb, dass die Suche auf Heynckes hinauslaufen könnte. Grundsätzlich sei an der Geschichte etwas dran, erfuhr die dpa. Eine offizielle Reaktion des Verein stand am Donnerstag zunächst aus.

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Nach der Trennung von Carlo Ancelotti in der Vorwoche scheint eine Verpflichtung von Heynckes für die schwach in die Saison gestarteten Bayern viele Vorteile zu haben: Zum einen verschafft sich der Verein Zeit, eine langfristige Lösung zu suchen. Der Hoffenheimer Coach Nagelsmann etwa gilt als ein Kandidat für die Zukunft.

Andererseits wird Heynckes als Bayern-Kenner und Erfolgscoach offensichtlich auch kurzfristig zugetraut, die verunsicherte und durch Missstimmung geschwächte Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. In der Bundesliga hat der Titelverteidiger fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund, in der Champions League setzte es jüngst ein 0:3 bei Paris Saint-Germain. Nach der Pleite mussten Coach Ancelotti und sein Team in der vergangenen Woche gehen, auch weil sich etliche Spieler wie die erfahrenen Arjen Robben und Franck Ribéry bei den Bossen massiv beschwert haben sollen. Heynckes kennt einige Profis noch aus seinem bis dato letzten Engagement an der Säbener Straße 2013, darunter neben Robben und Ribéry auch die Weltmeister Thomas Müller und Manuel Neuer. Den Chilenen Arturo Vidal hatte Heynckes in Leverkusen trainiert.

Eine Wahl pro Heynckes bei den Bayern ist als klares Signal in Richtung Altbewährtem zu deuten. Der frühere Profi und Weltmeister von 1974 trainierte die Münchner bereits dreimal, gewann bei seinem bis bislang Engagement das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League und ist eng mit Präsident Uli Hoeneß befreundet. Dass Heynckes seit 2013 keinen Verein mehr betreut hat und einer der ältesten Trainer der Bundesliga-Historie wäre, stört die Bayern nicht so sehr wie die fehlende Bayern-Vergangenheit von Kandidaten wie Thomas Tuchel. Der ehemalige Dortmund-Coach galt zuletzt als Favorit auf die Ancelotti-Nachfolge, konnte sich mit Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem Anschein nach aber nicht einigen.

Quelle: tora./dpa
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