Eurogoals

Show in Paris – Aufregung um Geistertor

Von Tobias Rabe
 - 08:33

Wie sagte Mats Hummels in der vergangenen Woche vor dem bayrischen Debakel in Paris in der Champions League? „Geld schießt keine Tore. Aber Geld kauft Spieler, die Tore schießen.“ Dem deutschen Nationalspieler wurde die Richtigkeit seiner Aussage beim 0:3 der Münchner schmerzhaft bestätigt, als die Millionen-Männer Neymar, Edinson Cavani und Kylian Mbappe die Bayern-Abwehr durcheinanderwirbelten. Hummels sah sich die Demonstration der Pariser Offensivstars von der Ersatzbank aus an. Aber nicht nur die Münchner wurden Opfer der teuren Stars.

In der französischen Ligue 1 fing sich Girondins Bordeaux sogar doppelt so viele Treffer ein wie der deutsche Rekordmeister. Beim 6:2-Heimsieg ließ sich PSG noch viel weniger bremsen als unter der Woche in der Königsklasse. Schon zur Halbzeit stand es 5:1. Dabei war Bordeaux mitnichten das leichte Opfer, das es in den nationalen Ligen hier und da gibt, schließlich kam Girondins als Dritter der Tabelle nach Paris. Neymar traf doppelt, Cavani, Thomas Meunier und Julian Draxler, der 90 Minuten spielen durfte, schossen die weiteren Tore vor der Pause, Mbappe legte später nach.

Aufgrund der klaren Kräfteverhältnisse blieb Zeit für Randgeschichten. Lange schwelte ein bizarrer Streit um das Recht, wer die Elfmeter ausführen darf. Neymar beanspruchte die Rolle für sich, aber auch Cavani, ganz Torjäger, wollte sich keine Chance nehmen lassen auf einen Treffer. So soll dem Uruguayer sogar angeboten worden sein, ihn durch die Zahlung von einer Million Euro dazu zu bewegen, Neymar den Vortritt zu lassen. Ob das stimmt? Man weiß es nicht, aber das Gerücht passt eben so schön in die neue Fußballwelt in Paris. Nun durfte Neymar tatsächlich ohne Widerstand schießen und traf. Erster Gratulant? Cavani mit einer auffällig langen Umarmung. Womöglich kauft Geld also nicht nur Spieler, die Tore schießen, sondern auch welche, die zugunsten des Kollegen darauf verzichten.

Ein frühes tragisches Ende nahm das Heimspiel vom SC Amiens. Nach der Führung für die Gäste von OSC Lille in der 16. Minute gab unter der Laste der jubelnden Fans ein Geländer auf der Tribüne. Die Bilanz: 29 verletzte Anhänger, fünf von ihnen schwer. Der Schiedsrichter brach die Partie ab.

Ein Kuriosum sorgte zwischen Stade Rennes und SM Caen für Aufregung. Plötzlich pfiff Schiedsrichter Amaury Delerue ab und bedeutete: Tor! Die Uhr der Torlinientechnik hatte jedoch ein falsches Signal gegeben. Der Ball war klar nicht über der Linie. Nach Diskussionen nahm er das „Geistertor“ zurück.

Eine beeindruckende Vorstellung lieferte Manchester City in der englischen Premier League. Beim FC Chelsea siegte das Team von Pep Guardiola verdient. Der frühere Bundesliga-Spieler Kevin de Bruyne traf für die Elf, die ohne Benjamin Mendy (Kreuzbandriss) und Sergio Agüero (Autounfall) auflief.

Der FC Liverpool dagegen vergab die Chance, in die Spitzengruppe zu springen. Beim 1:1 in Newcastle führten die Reds durch das Tor von Philippe Coutinho, ehe der ehemalige Bundesliga-Stürmer Joselu ausglich. Liverpools Problem ist die schwache Abwehr: Nur zwei Teams kassierten mehr Gegentore.

Die meiste Aufregung in Barcelona gab es schon vorher. Der Klub wollte das Heimspiel gegen UD Las Palmas als Tag des katalanischen Referendums absagen, trat unter Androhung von Punktabzug doch an – allerdings ohne Zuschauer im riesigen Camp Nou. Lionel Messi traf doppelt beim 3:0-Erfolg.

In Madrid wurden demonstrative viele spanische Fahnen geschwenkt beim Duell mit Espanyol Barcelona. Auf dem Rasen behielt Real die Oberhand fünf Tage nach dem Sieg in Dortmund in der Champions League. Cristiano Ronaldo ging leer aus, Isco erzielte beide Treffer beim 2:0-Sieg.

Die Serie A gilt nicht als Paradies für Torjäger. Der SSC Neapel aber lässt sich auch von italienischer Abwehrkunst derzeit nicht aufhalten. Beim 3:0-Sieg über Calgiari Calcio erzielte das Team im elften Spiel in Serie mindestens drei Tore. In dieser Saison stehen in sieben Spielen sieben Siege zu Buche.

Weitere Partien aus Europas besten Ligen:

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Rabe, Tobias (tora.)
Tobias Rabe
Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.
TwitterGoogle+
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenEdinson CavaniJulian DraxlerKylian MbappeLionel MessiMats HummelsNeymar da Silva Santos JúniorParisFC LiverpoolGirondins BordeauxManchester UnitedManchester CityOSC LilleOsnabrücker SportclubReal Betis SevillaChampions LeagueFrankreich-Reisen