Vertrag beim FC Barcelona

Messi verdient mehr als 100 Millionen Euro im Jahr

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Lionel Messi ist offenbar der erste Fußballspieler, der im Durchschnitt mehr als 100 Millionen Euro pro Saison verdient. Das geht aus Dokumenten der Plattform Football Leaks hervor, über die der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Demnach erhält der 30 Jahre alte Argentinier seit dem Sommer 2017 bis zum Ende der Saison 2021/2022 ein jährliches Garantiegehalt von gut 71 Millionen Euro. Dazu kassiert der fünffache Weltfußballer beim Vertragsabschluss – die Dokumente unterschrieb der FC Barcelona am 30. Juni 2017, Messi zeichnete den Kontrakt offiziell erst im November gegen – einen einmaligen Bonus von 63,5 Millionen Euro und eine Treueprämie von 70 Millionen Euro. Messi spielt seit seinem 14. Lebensjahr beim Verein in Katalonien. Der Bericht bezieht sich auf zwei aktuelle Verträge: einen Arbeitsvertrag und einen Vertrag über die Verwertung der Persönlichkeitsrechte.

Zu den enormen festen Summen kommen nicht minder große variable Erfolgsprämien: Bei einem Sieg in der Champions League etwa erhält Messi einmalig gut zwölf Millionen Euro. Bisher gewann Messi mit dem katalanischen Klub vier Mal den Titel in der Königsklasse. In dieser Saison gilt Barça als Mitfavorit. Auch bei anderen Erfolgen gäbe es für Messi zusätzliches Geld. Der „Spiegel“ rechnet auf dieser Grundlage aus: Sollte er in den nächsten vier Jahren mindestens 60 Prozent der Pflichtspiele absolvieren, ist ihm ein Jahreseinkommen von rund 106 Millionen Euro sicher. Bei maximalem Erfolg (Meister, Pokalsieger, Champions-League-Erfolg und Weltfußballer) wären es gut 122 Millionen Euro.

Weitere Dokumente von Football Leaks, die der „Spiegel“ mit dem Recherche-Netzwerk European Investigative Collaborations auswertete, sollen zudem belegen, dass nicht der Spieler, sondern der FC Barcelona Nachzahlungen an die spanische Finanzbehörde übernahm. Im Sommer 2016 wurde der Argentinier zu 21 Monaten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Weil er Ersttäter war, blieb ihm der Gang ins Gefängnis erspart. Messi aber geriet wieder in den Fokus der Steuerbehörden. Diese sahen Beraterhonorare in Millionenhöhe an Vater Jorge und Überweisungen des Klubs an gemeinnützige Stiftungen seines Starspielers als Teile des Gehalts an. Demnach sei dieses Geld auch zu versteuern.

Die Betriebsprüfung des FC Barcelona entdeckte die neuen steuerlichen Probleme Messis. Der vom Verein beauftragte externe Anwalt riet dazu, die Steuerschuld von rund zwölf Millionen Euro zu begleichen, um einer abermaligen Strafverfolgung zu entgehen. Dies geht aus einem Entwurf hervor, der sich in den Dokumenten von Football Leaks befindet. Dort ist offenbar auch zu erkennen, dass nicht der Spieler, sondern der Klub die Steuerschuld übernahm.

Quelle: FAZ.NET
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