WM 2018

Argentinier dabei, Amerikaner draußen

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Dank eines Dreierpacks von Lionel Messi hat der zweifache Weltmeister Argentinien ein Scheitern abgewendet und die Qualifikation für die Fußball-WM 2018 in Russland geschafft. Beim 3:1 in Ecuador erzielte Messi nach frühem Rückstand alle drei Tore (11., 19. und 61. Minute). Neben Argentinien und dem schon qualifizierten Brasilien löste zudem Uruguay als Zweiter das WM-Ticket, genauso wie Kolumbien. Copa-América-Sieger Chile verpasste die Qualifikation.

Denn Brasilien schlug Chile mit 3:0, das trotzdem lange Zeit noch hoffen konnte. Aber das 1:1 von Peru gegen Kolumbien ließ beide Teams an Chile vorbeiziehen. Die Peruaner können als Fünfter in einem Vergleich mit Ozeaniensieger Neuseeland noch ein WM-Ticket lösen.

Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

Der letzte Spieltag der Südamerika-Qualifikation war an Spannung kaum zu überbieten. Die Ausgangslage: Brasilien war durch, Uruguay auch praktisch, durch ein 4:2 gegen Bolivien wurde schließlich souverän der zweite Platz gesichert. Chile (26) ging als Dritter in das Qualifikations-Finale, gefolgt von Kolumbien (26) und Peru (25). Argentinien war wegen der weniger erzielten Tore im Vergleich zu Peru Sechster (25). Als Argentinien bereits in der ersten Minute durch ein Tor von Romario Ibarra 1:0 im Atahualpa-Stadion in Quito zurücklag, herrschte daheim in Buenos Aires lähmendes Entsetzen.

Doch dann begann die Show des Lionel Messi. Zwei Mal war Ángel Di María von Paris Saint-Germain beteiligt, bevor Messi vollstreckte. In der zweiten Halbzeit machte der fünfmalige Weltfußballer vom FC Barcelona den Dreierpack perfekt. Durch den Sieg wurde Argentinien hinter Brasilien (41 Punkte) und Uruguay (31( mit 28 Punkten noch Dritter, gefolgt von Kolumbien (27) und Peru (26). Chile (auch 26) verpasste den fünften Platz um zwei mickrige Tore.

Paraguay, das sich durch einen Sieg gegen den Letzten Venezuela noch statt Peru das Play-Off-Ticket gegen Neuseeland hätten sichern können, verlor zu Hause mit 0:1. Es gab ständige Wechsel in der Blitztabelle, wegen des Tors von Peru war Chile unter den Augen der entsetzten Präsidentin Michelle Bachelet in São Paulo am Ende draußen. Schmerzlich vermisst wurde der gelbgesperrte Arturo Vidal vom FC Bayern München, der zuvor schon mit einem Rücktritt aus der Nationalmannschaft geliebäugelt hatte. Die Tore für die souveränen Brasilianer erzielten Paulinho (54.) und Gabriel Jesus (56./90.).

Fehlen wird auch die Mannschaft der Vereinigten Staaten. Knapp elf Monate nach der Freistellung von Jürgen Klinsmann als Nationaltrainer verlor die Mannschaft von Nachfolger Bruce Arena das letzte Gruppenspiel bei Trinidad und Tobago mit 1:2 (0:2) und rutschte damit auf Platz fünf der Qualifikation in Nord- und Mittelamerika ab. Zum ersten Mal seit 1986 wird damit ein Turnier ohne die Vereinigten Staaten, denen auch ein Treffer des Dortmunders Christian Pulisic (47. Minute) nicht half, stattfinden.

Dabei hätte den Amerikanern ein einziger Punkt beim abgeschlagenen Tabellenletzten gereicht, um sich direkt für Russland zu qualifizieren. Stattdessen durften am Dienstagabend (Ortszeit) andere jubeln: Panama drehte gegen das bereits qualifizierte Team aus Costa Rica einen 0:1-Pausenrückstand und löste mit dem 2:1-Erfolg erstmals in seiner Geschichte das WM-Ticket. Gabriel Torres (53.) und vor allem Roman Torres (88.) dürften mit ihren Treffern in dem Herzschlagfinale zu Volkshelden in Panama geworden sein.

Auch Honduras darf von der dritten WM-Teilnahme in Serie träumen. Beim 3:2 (1:2) gegen Mexiko bewies das Team von Trainer Jorge Luis Pinto nicht nur seine starke Moral, sondern verdiente sich mit dem Abschlusserfolg gegen den Staffelsieger auch eine weitere Chance zur Qualifikation: Im November geht es in zwei Relegationspartien gegen Australien.

Für die Vereinigten Staaten, bei denen Ex-Coach Klinsmann selbst für ein knappes Achtelfinal-Aus bei der WM 2014 in der Kritik stand, dürfte damit ein neues Kapitel im Fußball beginnen. Nach einem schwachen Auftakt in die nun beendete Qualifikation hatte sich der Verband im vergangenen November vom ehemaligen Bundestrainer Klinsmann getrennt und wollte mit der Rückholaktion von Arena einen neuen Impuls setzen.

Quelle: dpa
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