Internationaler Fußball

Guardiola ist mit City am Ziel

 - 23:03

Kapitän Vincent Kompany feierte den Gewinn der englischen Fußballmeisterschaft mit Manchester City am Sonntag ganz entspannt in seinem Wohnzimmer und telefonierte mit Teamkollege Kevin De Bruyne. Via Livestream war Kompany auf dem Twitter-Account des Klubs zu sehen, nachdem er die entscheidende Partie im Fernsehen verfolgt hatte. Weil Manchester United sich mit 0:1 (0:0) gegen Tabellenschlusslicht West Bromwich Albion blamierte, steht Man City zum fünften Mal als englischer Meister fest. Bei 16 Punkten Vorsprung und nur noch fünf Spieltagen liegen die Skyblues uneinholbar vorn.

Mit seinem Tor in der 73. Minute hatte West Broms Jay Rodriguez bei strömendem Regen im Old Trafford für die Überraschung gesorgt, mit der wohl auch Guardiola nicht gerechnet hatte. Nach Citys 3:1 (2:1) bei Tottenham Hotspur am Samstag hatte der Trainer gescherzt, er wolle lieber Golf spielen, als vor dem Fernseher zu sitzen. „Das einzige Ergebnis, das mich interessiert, ist Bogey oder Birdie“, sagte er. „Wir verlassen uns auf uns selbst.“ Das hat sich nun erledigt.

Gabriel Jesus (22.), Ilkay Gündogan (25./Foulelfmeter) und Raheem Sterling (72.) hatten am Samstag nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge Citys Minikrise beendet. Und Guardiola verteidigte seine Mannschaft vier Tage nach dem Champions-League-Aus gegen aus seiner Sicht unfaire Kritik. „Die Leute sagen, es war ein riesiger Reinfall, was letzte Woche passiert ist, aber sie verstehen nicht die Realität des Fußballs“, sagte er. „Du machst in der Champions League sieben gute Spiele, ein schlechtes und du bist draußen.“

„Die Liga ist alles“, stellte Guardiola klar und lobte: „Das Team war neun Monate lang so gut. Sie verdienen alle meinen Respekt.“ 28-mal ging Manchester City in dieser Premier-League-Saison bisher als Sieger vom Platz, dreimal spielte das Team unentschieden. Die beiden Niederlagen setzte es im Januar beim 3:4 gegen Liverpool und in der vergangenen Woche beim 2:3 gegen Manchester United, das City nun ungewollt den vorzeitigen Titel bescherte.

„City war das beste Team, früher oder später hätten sie die Punkte geholt“, reagierte United-Coach José Mourinho nach der Blamage gegen West Brom gelassen, „es ist kein Drama, wenn das beste Team die Liga gewinnt.“ Gleichzeitig machte Mourinho eine Kampfansage für die kommende Saison. „Ich vertraue in meine Arbeit. Acht Titel, drei in der Premier League“, sagte er. „Ich weiß wie man gewinnt.“

Paris Saint-Germain ist derweil nach einem Kantersieg zum siebten Mal französischer Fußball-Meister. Das Starensemble um Weltmeister Julian Draxler, Edinson Cavani & Co. feierte am Sonntagabend einen 7:1 (4:1)-Erfolg gegen den Tabellenzweiten AS Monaco. Durch den Sieg, der eine wahre Machtdemonstration war, bauten die Hauptstädter ihren Vorsprung an der Spitze auf 17 Punkte aus. Bei noch fünf ausstehenden Spielen ist PSG nicht mehr einzuholen.

Giovani Lo Celso (14./28. Minute), Cavani (17.), Ángel Di María (20./59.) und Draxler (87.) waren die Pariser Torschützen. Zudem traf Monacos Offensivmann Radamel Falcao ins eigene Tor (77.). Rony Lopes (38.) gelang der einzige Treffer für den letztjährigen Meister aus dem Fürstentum. Nationaltorwart Kevin Trapp saß bei PSG nur auf der Bank.

Arsenal verliert ohne Özil gegen einen Aufsteiger

Der FC Arsenal indes bekommt seine Auswärtsschwäche in der Premier League nicht in den Griff. Ohne den deutschen Weltmeister Mesut Özil verloren die Gunners am Sonntag 1:2 (1:1) bei Aufsteiger Newcastle United und kassierten damit schon die neunte Auswärtspleite in der laufenden Saison. Ayoze Pérez (29. Minute) und Matt Ritchie (68.) trafen im St. James' Stadion für die Gastgeber, nachdem Arsenal zunächst durch Alexandre Lacazette (14.) in Führung gegangen war. Newcastle machte damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Arsenal, weiter auf Platz sechs der Tabelle, hat nach der Niederlage nur noch eine theoretische Chance, einen Platz unter den Top vier zu erreichen und sich über die Liga für die Champions League zu qualifizieren.

Trainer Arsène Wenger legt den Fokus auf die Europa League, wo Arsenal im Halbfinale auf Atlético Madrid trifft. Neben Özil fehlten in Newcastle auch Jack Wilshere und Aaron Ramsey, die sich im Viertelfinal-Rückspiel in Moskau leicht verletzt hatten. In der laufenden Premier-League-Saison gingen die Gunners in der Fremde nur dreimal als Sieger vom Platz, viermal spielten sie unentschieden.

Eindhoven ist niederländischer Meister

Die PSV Eindhoven ist zum 24. Mal niederländischer Fußball-Meister. Das Team von Trainer Phillip Cocu sicherte sich den Titel am viertletzten Spieltag durch einen 3:0 (2:0)-Sieg gegen den Tabellenzweiten Ajax Amsterdam. Gastón Pereiro (23. Minute), der ehemalige Mönchengladbacher Luuk de Jong (38.) und Steven Bergwijn (54.) erzielten die Tore gegen den Erzrivalen. Durch den Erfolg baute die PSV ihren Vorsprung an der Spitze auf zehn Punkte aus. Ajax beendete die Partie mit zwei Spielern weniger: Nicolás Tagliafico sah in der 80. Minute die Gelb-Rote Karte, Siem de Jong musste kurz darauf mit Rot gehen (83.). In der Innenverteidigung von PSV spielte Daniel Schwaab (früher Freiburg, Leverkusen und Stuttgart).

Höwedes und Khedira treffen bei Juve-Sieg

Auch dank des Premierentreffers von Benedikt Höwedes und des Tores durch Sami Khedira hat Juventus Turin einen großen Schritt in Richtung Titel in der Serie A gemacht. Der italienische Fußball-Rekordmeister gewann gegen Sampdoria Genua 3:0 (1:0) und baute damit seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf den Zweiten SSC Neapel auf sechs Punkte aus. Napoli war zuvor gegen den AC Mailand nicht über ein torloses Remis hinausgekommen.

Der frühere Schalker Bundesliga-Profi Höwedes traf nach einer Flanke des ehemaligen Münchners Douglas Costa per Kopf zum 2:0 (60. Minute) und erzielte seinen ersten Treffer im Juve-Trikot. Mario Mandzukic hatte nach Costa-Vorarbeit für das 1:0 gesorgt (45.). Nationalspieler Khedira machte – abermals auf Zuspiel des überragenden Costa – mit seinem Tor zum 3:0 alles klar (75.). Am 22. April kommt es am 34. Spieltag in Turin zum direkten Duell zwischen Juve und Neapel.

Real klettert auf Rang drei

Real Madrid ist in der spanischen Primera División auf Rang drei geklettert. Der Gegner des FC Bayern München im Halbfinale der Champions League siegte am Sonntagabend 2:1 (1:0) beim FC Málaga und zog am FC Valencia in der Tabelle vorbei. Isco brachte die Königlichen in der 29. Minute per Freistoß in Führung. Casemiro erhöhte im zweiten Durchgang auf 2:0 (63.). Kurz vor Schluss reichte es für die Gastgeber durch Diego Rolán nur noch zum Anschlusstreffer (90.+3). Real-Trainer Zinédine Zidane verzichtete auf Toni Kroos in der Startelf und wechselte den deutschen Fußball-Weltmeister auch nicht ein.

Im römischen Derby trennten sich Lazio und Champions-League-Halbfinalist AS Rom 0:0. Auch zahlreiche Chancen reichten den Teams nicht, um ein Tor zu erzielen. Lazio beendete die Partie mit einem Spieler weniger. Stefan Radu sah in der 80. Minute die Gelb-Rote Karte.

Quelle: jaeh./dpa
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