Rummenigge bei Football Summit

„50+1-Regel ist Luxus“

Von Bettina Wolff, Thomas Hürner und Karsten Fehr
 - 13:49

Das Financial Fairplay muss angepasst werden. So lautete die Botschaft von Bayern-München-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge auf der Fußball-Konferenz des F.A.Z.-Forums. „Die Uefa muss neue Regeln einführen, um die Rationalität zurück in den Fußball zu bringen“, sagte er im Gespräch mit F.A.Z.-Wirtschaftsredakteur Michael Ashelm. Die jetzige Regelung sei bloß „ein stumpfes Schwert“ und werde von manchen Klubs nicht seriös umgesetzt.

Rummenigge plädierte an Vereine und Politik, sich nun zusammenzusetzen und über gesetzliche Änderungen nachzudenken. Die Bereitschaft dazu sei in der europäischen Klubgemeinschaft nach dem Wechsel von Neymar zu Paris Saint-Germain durchaus gestiegen. Eine klare Meinung hatte Rummenigge auch zur 50+1-Regel. „Ich finde, jeder Klub sollte selbst entscheiden dürfen“, ob er Investoren zulasse oder nicht.

„Deutschland hat eine romantischere Sicht auf den Fußball als andere Länder. Die große Frage wird sein, wie lange wir uns diesen Luxus noch leisten können“, sagte der Klubvorstand des FC Bayern. Er selbst sehe den Wettbewerb nicht mehr aus nationaler, sondern längst aus internationaler Perspektive. Klar sei auch, dass ein Bundesligaverein die 50+1-Regel umgehen könne, wenn er das wolle.

Football Summit
Rummenigge fordert Verschärfung des Financial Fairplay
© Helmut Fricke, F.A.Z.

Die Meinung des spanischen Ligapräsidenten Javier Tebas Medrano, der zuvor vor einer zunehmenden „Destrukturierung des Fußballs“ gewarnt hatte, teilte Rummenigge nicht in Gänze. Zwar sind ihm zufolge die derzeitigen Transfersummen nicht mehr nachvollziehbar. Gleichwohl seien in den vergangenen fünfzehn Jahren auch die Einnahmen der Vereine in annähernd gleichem Maße gestiegen, sagte der Bayern-Vorstand.

Die für den brasilianischen Superstar Neymar gezahlte Ablösesumme von 222 Millionen Euro werde nun über Jahre hinweg Bestand haben. „Wir brauchen den Wettbewerb, aber wir müssen ihn so gestalten, dass er fair bleibt“, sagte Rummenigge. „Die großen Vereine müssen Verantwortung für die kleinen übernehmen, aber die kleinen Vereine müssen auch Verständnis für die Belange der großen haben.“

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Wolf, Bettina
Bettina Wolff
Volontärin
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