FAZ plus ArtikelKommentar zu Real Madrid

Zidane geht als Magier und Gentleman

Von Paul Ingendaay
 - 20:04

Bei Real Madrid nimmt der Trainer nicht einfach den Hut vom Haken und spaziert ins Freie, um sich fortan anderen Dingen des Lebens zu widmen; bei Real Madrid wird man erst eilig gerufen und später ohne viel Federlesen gefeuert, aber erst dann, wenn der Präsident es sagt. Dieser Präsident, Florentino Pérez, musste am Donnerstag erleben, wie einer es einmal anders machte: Zinédine Zidane, Gewinner dreier Champions-League-Titel in Folge. Denn Zidane ging, als es ihm passte. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs. Und ohne den Präsidenten zu fragen. „Man muss wissen, wann man aufhören muss.“

Vielleicht ist das die erste gute Nachricht dieses überraschenden Rücktritts: dass einer seinen inneren Kriterien folgt und die zermürbenden Regeln des Berufsmodells „Erfolgstrainer“ nicht nur ignoriert, sondern zur Not auf den Kopf stellt. Und genauso klang das, was man sich von Zidane nach Bekanntgabe seiner einsamen Entscheidung auch noch erzählte: Wäre das Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool verlorengegangen, hätte er weitergemacht. Doch da er es gewonnen hatte, konnte er gehen. Natürlich hätte man es sich denken können, denn kleine Hinweise waren in den Monaten zuvor reichlich gefallen.

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Quelle: F.A.S.
Paul Ingendaay
Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.
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