Korruption in Rio

Nuzman bleibt im Gefängnis

 - 16:13

Der brasilianische Sportfunktionär Carlos Nuzman muss auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft bleiben. Ein Richter ordnete an, dass der 75 Jahre alte Nuzman, der seine Ämter als Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 2016 in Rio und des Brasilianischen Olympischen Komitees (COB) im Gefängnis niedergelegt hat, nicht auf Zahlung einer Kaution freigelassen wird, damit er die Ermittlungen nicht stören kann. Nuzman wird vorgeworfen, die Vermittlerrolle beim Kauf von afrikanischen Stimmen für Rio bei dessen Wahl 2009 gespielt zu haben. Insgesamt sollen zwei Millionen Dollar geflossen sein. Zudem werden ihm Korruption und Geldwäsche vorgeworfen. Nuzman bestreitet jedes Fehlverhalten.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Nuzman als Ehrenmitglied suspendiert und seine Zahlungen an das COB eingefroren. Wie die Zeitng „O Globo“ berichtet, habe Nuzman versucht, das Rio-Organisationskomitee zur Zahlung von 1,46 Millionen Dollar für seinen Verteidiger zu bewegen. Erst eine von außen eingeholte juristische Einschätzung brachte das OK dazu, seine bereits vom Vorstand mit Zweidrittelmehrheit beschlossene Entscheidung zu revidieren und die Zahlung zu verweigern. Das OK hat angesichts von 35 Millionen Dollar Schulden bereits vergeblich versucht, beim IOC einen Extra-Nachschlag locker zu machen.

Quelle: F.A.Z.
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