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Lauberhornabfahrt in Wengen

Eiger, Feuz und Dreßen

Von Achim Dreis
 - 16:06

Die technischen Daten der Strecke sind ebenso eindrucksvoll wie die Kulisse der umgebenden Bergwelt: 4270 Meter Streckenlänge, 1028 Meter Höhendifferenz, zweieinhalb Minuten Fahrzeit. Thomas Dreßen zeigte sich davon an diesem Samstag gleichermaßen begeistert wie unbeeindruckt. Der junge Deutsche trotze fast allen Schlüsselstellen wie Hundschopf, Minschkante und Kernen-S und belegte bei der legendären Lauberhorn-Abfahrt in Wengen auf Anhieb den starken fünften Platz. Nach seiner guten Vorstellung bei prächtigem Kaiserwetter und vor dem atemberaubenden Panorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau schwärmte er: „Vor der Kulisse zu fahren, das ist einfach nur noch geil.“

Auf der längsten Weltcup-Abfahrt der Welt war der 24-Jährige am Ende in 2:27,43 Minuten nur 0,93 Sekunden langsamer als Weltmeister Beat Feuz aus der Schweiz, der sein Heimrennen zum zweiten Mal nach 2012 gewann. Zweiter wurde der Norweger Aksel Lund Svindal (+0,18 Sekunden) vor Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich (+0,67). Auch der zweite Österreicher Hannes Reichelt (+0,77) war noch etwas schneller als Dreßen.

Bis kurz vor Schluss lag der Deutsche sogar noch auf Podest-Kurs, doch dann ließ er in den letzten beiden Kurven doch noch wertvolle Zehntelsekunden liegen. „Das Ziel-S wurmt mich ein bisschen, aber das Problem war, dass ich da schon ein bisschen 'blau' war. Da hatte ich nicht mehr die Kraft, zu fahren wie im Training“, sagte er selbstkritisch. Den gleichen Fehler hatte er freilich schon am Vortag in der Kombinations-Abfahrt begangen, weshalb er sich selbst lachend als „Trottel“ bezeichnete. Die leichten konditionellen und Konzentrations-Schwächen bei seinem Debüt auf der Lauberhorn-Abfahrt mögen ihm verziehen sein. Immerhin fuhr der 24-Jährige schon zum dritten Mal in dieser Weltcup-Saison mitten rein in die Weltelite.

Bei seinem dritten Platz in Beaver Creek Anfang Dezember war er sogar noch besser. Eine Woche vor der nächsten Klassiker, der Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel, liegt der Garmisch-Partenkirchner nach fünf von neun Wettbewerben im Abfahrt-Weltcup mit 165 Punkten auf dem sechsten Platz. Svindal (420) führt vor Feuz (362) und seinem Landsmann Kjetil Jansrud (238), der diesmal nur Neunter (+1,53) wurde.

„Kitzbühel ist das Rennen neben Olympia in diesem Jahr“, ordnete Dreßen gegenüber der dpa das Hahnenkamm-Rennen als wichtigste Herausforderung des Winters ein. Auf der Streif vorne mitzufahren, sei der „Traum jedes Abfahrers“. Das rechne er sich aber noch nicht aus: „Da braucht es viel Erfahrung.“ Im vergangenen Jahr war er erstmals in Kitzbühel gestartet, hatte das ziel aber nicht erreicht.

Feuz nutzt die Gunst der guten Nummer

Lokalmatador Feuz, der in Wengen mit Startnummer 1 ins Rennen gegangen war, fand am Samstag die schnellste Linie. Schon als er im Ziel ankam, jubelte er im Gefühl der gelungenen Fahrt: Seine Zeit war mehr als drei Sekunden schneller als die beste Trainingszeit vom Donnerstag. Ihm am gefährlichsten nahe kam schon mit Nummer 3 der Norweger Svindal, doch dem Weltcup-Führenden fehlten letztlich knapp zwei Zehntel. Beide sind ebenso wie der Drittplatzierte Mayer auf Head-Skiern unterwegs.

Aus deutscher Sicht überzeugte noch Manuel Schmid aus Fischen im Allgäu, der mit Nummer 40 ins Rennen ging, den 24. Platz belegte und damit immerhin zum zweiten Mal in diesem Winter in die Weltcup-Punkte fuhr. Die beiden zur Topgruppe gehörenden Andreas Sander (Ennepetal) und Josef Ferstl (Hammer) dagegen enttäuschten mit den Plätzen 29. und 46. Beide waren ebenso wie Dreßen vielversprechend in die Olympia-Saison gestartet, fielen zuletzt aber in alte Muster zurück. Dagegen kann sich Dreßen mittlerweile sogar schon Außenseiterchancen auf eine Medaille in Pyeongchang ausrechnen.

Quelle: FAZ.NET
Achim Dreis
Sportredakteur.
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