Ocean Race

Magische Momente und lähmende Langeweile

 - 20:16
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Das Fazit von Sally Barkow war ziemlich ernüchternd. Auf die Frage ihrer Teamkollegin Abby Ehler, was denn derzeit so passiere, antwortete das „Brunel“-Crewmitglied „absolut gar nichts“ – und starrte auf den stillen Pazifik. Es herrscht Flaute beim Volvo Ocean Race und die mit sengender Hitze gepaarte Windstille sorgt bei den Teilnehmern eines der härtesten Segelrennen der Welt derzeit für einen Mix aus lähmender Langeweile, der verzweifelten Suche nach dem besten Weg hinaus aus dem Dilemma und einer gehörigen Portion Galgenhumor.

Momentan segeln die sieben teilnehmenden Teams auf der vierten Etappe der etwa 80.000 Kilometer um die Welt führenden Regatta von Melbourne nach Hongkong – und haben dabei auf der Höhe von Papua-Neuguinea ein gehöriges Windloch erwischt. Hatten die Seglerinnen und Segler auf den vergangenen Etappen, die von Alicante aus über Lissabon, rund um das Kap der Guten Hoffnung und durch das Südpolarmeer bis nach Australien führten, zeitweise mit starken Stürmen, heftigem Wellengang und eisiger Kälte zu kämpfen, sind es nun die kompletten Gegenteile, welche die Regatta zu einem Nervenspiel machen.

Die nur schleppend vergehende Zeit vertreiben sich die unterforderten Crew-Mitglieder derweil mit unterschiedlichsten Dingen. Während einige dem Sonnenbad frönen, schwimmen gehen, Späße machen und über mögliche Auswege diskutieren, verteilte der Spanier Xabi Fernandez herzhaften Schinken aus seinem privaten Vorrat an seine Crew. Ein seltenes Schauspiel erlebten zudem die Mitglieder des „Vestas“-Teams, die aus ihrem Boot heraus einigen Walen beim Jagen von Fischen und der Fütterung von Jungtieren zuschauen konnten. Allesamt erlebten darüber hinaus am Dienstagabend magische Momente als das stille Meer, die untergehende Sonne und die am Himmel stehenden Wolken ein eindrucksvolles Naturschauspiel boten.

Derzeit liegen die Yachten allesamt weniger als sechs Seemeilen auseinander, wer die vierte Etappe für sich entscheidet ist somit noch völlig offen. In der Gesamtwertung liegt momentan das spanische „Mapfre“-Team, das bislang zwei von drei Etappen gewonnen hat, in Führung. Auf den insgesamt elf Teilstrecken um die Welt passieren die Teams insgesamt vier Mal den Äquator und segeln nach ihrem Besuch in Hongkong und China zurück in den Süden nach Neuseeland bevor es über die Zwischenziele Süd- und Nordamerika zurück nach Europa geht. Der Sieger des Ocean Race soll Ende Juni dieses Jahres im niederländischen Den Haag gekürt werden.

Quelle: sreu.
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