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American Football

Buhrufe für knienden NFL-Besitzer nach Trump-Kritik

 - 08:35
Klubbesitzer Jerry Jones kniete mit seinen Spielern auf dem Feld. Bild: AP, tora./sid/dpa

Der Besitzer der Dallas Cowboys hat sich dem Protest gegen Donald Trump nach der Attacke des amerikanischen Präsidenten auf die Football-Profiliga NFL angeschlossen. Vor dem Spiel seines Teams bei den Arizona Cardinals ging Jerry Jones in der Spielfeldmitte gemeinsam mit seinen Profis auf die Knie. Die Aktion fand statt, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde. Für ihr Verhalten ernteten der milliardenschwere Jones und die Spieler Buhrufe, auch von Fans der Dallas Cowboys. Applaus brandete auf, als eine riesige amerikanische Flagge ausgebreitet wurde. Jordin Sparks sang die Hymne, auf der Hand der Afro-Amerikanerin war ein Bibelvers geschrieben: „Sprich für alle, die sich selbst nicht helfen können.“

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Trump hatte am Wochenende Football-Fans aufgefordert, NFL-Spiele zu boykottieren, solange die Proteste der Spieler während der amerikanischen Hymne anhalten. Schon seit einiger Zeit gehen Profis aus Protest gegen Rassendiskriminierung und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten bei der Hymne auf die Knie. Einen Tag nachdem Spieler, Trainer und Teambesitzer der NFL ein Zeichen gegen Trump und dessen Attacken gegen NFL-Profis gesetzt hatten, waren am Montag die Basketballer aus der nordamerikanischen NBA an der Reihe. Beim ersten offiziellen Medientag der neuen Saison drehte sich fast alles um Politik.

Die NBA-Teams stellten sich den Fragen der Medienvertreter, nachdem Trump NFL-Spieler für deren Nationalhymnen-Protest kritisiert und die Einladung an die Golden State Warriors zum obligatorischen Meisterschaftsbesuch im Weißen Haus via Twitter zurückgezogen hatte. Superstar LeBron James nannte den Präsidenten daraufhin einen „Penner“ und erklärte, der Besuch im Weißen Hause sei immer eine Ehre gewesen – bis Trump dort einzog.

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Football-Liga gegen Trump: „Etwas Revolutionäres zu tun“

James, der für die Cleveland Cavaliers auf Punktejagd geht, betonte, die Menschen regierten das Land, nicht eine einzelne Person – schon gar nicht Trump. Der dreifach NBA-Champion nannte Trump allerdings nicht beim Namen, sondern bezeichnete ihn nur als „der Typ“. Viele Spieler in der Liga waren ihrerseits über die Wortwahl des Präsidenten verärgert. Dieser hatte Football-Spieler, die sich beim Erklingen der Nationalhymne knien oder sitzen bleiben, als „Hurensöhne“ bezeichnet.

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„Du kannst nichts Beleidigenderes sagen“, sagte Tyson Chandler, Centerspieler der Phoenix Suns. Bradley Beal, der für die Washington Wizards in der amerikanischen Hauptstadt spielt, nannte Trump einen „Clown“, der Toronto-Raptors-Flügelspieler DeMar DeRozan bezeichnte den Präsidenten als „sogenannten Anführer“.

Der Trainer der Memphis Grizzlies, David Fizdale, der sich seit den tödlichen Ausschreitungen von Charlottesville im Bundesstaat Virginia für die Beseitigung aller Konföderierten-Wahrzeichen aus der Stadt einsetzt, sagte, nicht die Spieler zeigten Respektlosigkeit gegenüber dem Militär, sondern Trump selbst. „Schau dir an, was er mit Nordkorea macht. Er bringt unsere Truppen in Gefahr, indem er einen Krieg anzettelt“, so Fizdale. „Wenn wir also über Respektlosigkeit gegenüber unserem Militär reden, dann müssen wir uns anschauen, wer sich wirklich respektlos verhält und wer unser Militär durch die Ausübung unserer Rechte ehrt“.

Basketball-Legende Michael Jordan erklärte bereits am Sonntag, dass die Vereinigten Staaten eine lange Tradition von gewaltlosen, friedlichen Protesten haben. „Diejenigen, die vom Recht Gebrauch machen, sich friedlich zu äußern, sollten nicht verteufelt oder geächtet werden“. Basketball-Superstar Dirk Nowitzki äußerte sich enttäuscht. „Es sind schwierige Zeiten. Du musst das Beste tun, um zusammenzuhalten und die Liebe sowie all die guten Dinge anstatt die schlechten Dinge in den Nachrichten zu fördern“, sagte der 39-Jährige am Montag beim Trainingsauftakt seiner Dallas Mavericks. „Es ist fast 2018. Du hoffst, dass solches Zeug nicht mehr in den Nachrichten oder noch ein Thema wäre.“

Der amerikanische Basketball-Nationaltrainer Gregg Popovich kritisierte Trump für dessen Umgang mit NBA-Superstar Stephen Curry. „Widerlich. Wie ein Sechstklässler, der in seinem Hinterhof eine Party veranstalten will und feststellt, dass jemand nicht kommen will und ihn deshalb wieder auslädt", sagte Popovich. Curry hatte zuletzt mitgeteilt, dass er die obligatorische Einladung des Präsidenten für NBA-Champion Golden State Warriors ins Weiße Haus nicht annehmen wolle. Daraufhin hatte Trump die Einladung wieder zurückgezogen. „Unser Land ist eine Peinlichkeit für die Welt“, sagte Popovich, Trainer des fünfmaligen NBA-Meisters San Antonio Spurs.

Und auch in der amerikanischen Motorsport-Serie Nascar, die ihre Wurzeln in den Südstaaten der Vereinigten Staaten hat, werden mittlerweile Stimmen laut, die nicht mit Trump übereinstimmen. Dale Earnhardt Jr., der beliebteste Fahrer in der Rennserie, sagte am Montag bei Twitter, er unterstütze das Recht auf friedliche Proteste. Earnhards Aussage steht in klarem Kontrast zu etlichen Nascar-Teambesitzern, die erklärten, dass sie protestierende Fahrer nicht billigen würden. Trump zeigte sich stolz auf die Aussagen der Rennstallbesitzer.

Beim letzten Spiel des dritten Spieltags in der NFL führten die Dallas Cowboys und Arizona Cardinals fort, was der Rest der Liga am Sonntag begonnen hatte: Die Spieler beider Mannschaften gingen auf die Knie und verhakten die Arme ineinander.

Quelle: tora./sid/dpa
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