Tour-de-France-Vorbereitung

Radprofi Thomas gewinnt Dauphiné

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Radprofi Geraint Thomas hat das Critérium du Dauphiné in überzeugender Manier gewonnen und seinen Team-Kapitän Chris Froome für die Tour de France unter Druck gesetzt. Der Waliser, der am Sonntag in der Gesamtwertung seinen Landsmann Adam Yates (+ 1:00 Minute) hinter sich ließ, wobei der Ravensburger Emanuel Buchmann auf einen bemerkenswerten sechsten Rang (+3:05) fuhr, meldet Führungsansprüche im Sky-Team an. Bisher hatte der 32-Jährige bei der Tour stets als Helfer seines Chefs geglänzt. „Es ist das erste Mal, dass wir mit zwei Kapitänen in die Tour gehen. Besonders in der schweren ersten Woche ist das ein Bonus“, hatte der selbstbewusste Thomas erklärt, als er bei der Dauphiné ins Gelbe Trikot gefahren war. Nun ergänzte er: „Das ist mein bisher größter Sieg auf der Straße, es ist surreal, davon habe ich nicht zu träumen gewagt.“

Nach seinem außerordentlichen Giro-Triumph inspizierte Froome am Wochenende Teile der kommenden Tour-Etappen in den Alpen und Pyrenäen. Er und sein Sky-Team sind immer noch im Unklaren, ob vor dem Tourstart am 7. Juli nicht doch noch eine Entscheidung in der Salbutamol-Affäre fällt. Wegen der seit Monaten ungeklärten Situation habe Thomas seine gesamte Saison so vorbereitet, als stehe er bei der Tour in alleiniger Verantwortung an der Teamspitze. Das hatte der Dauphiné-Triumphator zum Jahresbeginn erklärt.

Danach sieht es allerdings nicht aus. Der Weltverband UCI signalisierte mehrmals, dass wohl erst nach der Frankreich-Rundfahrt entschieden würde, ob Froome mit Sanktionen zu rechnen hat, weil im September 2017 bei der Vuelta mit einem zu hohen Wert des ansonsten erlaubten Asthmamittels Salbutamol erwischt worden war. Dem 33 Jahre alten Briten, der das Double aus Giro und Tour – wie zuletzt 1998 Marco Pantani – schaffen will, droht eine Doping-Sperre.

Thomas, der sich im Dauphiné-Finale im Ziel der siebten Etappe auf dem Mont Blanc-Massiv beim Tagessieg von Yates mit Rang fünf begnügte, ist hin- und hergerissen zwischen eigenem Anspruch und Loyalität. „Die Situation ist nicht Froomes Schuld. Wir hoffen alle, dass das bald geregelt wird“, sagte der interne Froome-Herausforderer.

Sein Kapitän bekam unterdessen vom seinem Trainer Kim Kerrison am Wochenende ein exzellentes Zeugnis ausgestellt. „Chris ist messbar besser als je“, sagte der Australier dem Internetportal „cyclingnews“ und kündigte vor der Tour ein weiteres Höhentrainingslager mit Froome in den Alpen an.

Quelle: jaeh./dpa/sid
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