Volleyball-Champions-League

Moculescu trifft auf seine Vergangenheit

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Zumindest nach außen hin gibt sich Stelian Moculescu vor dem Duell in der Volleyball-Champions-League gegen seinen einstigen Langzeitarbeitgeber fast schon emotionslos. Keine markigen Sprüche, keine spürbare Nervosität, keine euphorische Vorfreude vor dem Hinspiel der Top 12 seiner Berlin Volleys gegen den VfB Friedrichshafen an diesem Mittwoch (19.30 Uhr).

Ganz sachlich beurteilt der Volleys-Trainer, der bis 2016 fast zwanzig Jahre in Friedrichshafen arbeitete, die Chancen seines Hauptstadt-Teams. „Wir können Friedrichshafen schlagen“, sagte Moculescu, „aber dafür müssen wir ans Limit gehen und vielleicht sogar ein wenig darüber hinaus.“ Das Rückspiel in Friedrichshafen findet am 22. März (20.00 Uhr) statt, am kommenden Sonntag geht es zwischendurch zwischen beiden Mannschaften zudem um Bundesligapunkte.

In Moculescus Ära gewann Friedrichshafen 27 Titel. Der größte war der Triumph in der Champions League 2007. Dieser Erfolg hatte derart viel Aufsehen erregt, dass ihn der europäische Verband hinterher zu Europas „Trainer des Jahres“ kürte. 2016 trat der zumeist strenge Lehrmeister dann ab, übernahm später Österreichs Beachvolleyballer - und wurde schließlich im Februar von den Berlinern für den erfolglosen Luke Reynolds als neuer Trainer verpflichtet.

Moculescus Nachfolger am Bodensee wurde kein Geringerer als der frühere Bundestrainer Vital Heynen: in Sachen Temperament und Redseligkeit, aber auch von seiner Spielidee so ziemlich das genaue Gegenteil von Moculescu. Der Belgier agiert offen bis zur Schwatzhaftigkeit, lässt seinen Spielern viel Freiraum im täglichen Leben, verfolgt aber eine extrem ausgeklügelte Spielidee, die vor allem auf Fehlervermeidung basiert – und dies mit großem Erfolg. Mit seiner Mannschaft ist er seit 31 Pflichtspielen ungeschlagen. Der VfB gewann in dieser Saison schon den Supercup – mit 3:1 gegen Berlin – und den Pokal dank eines klaren 3:0-Erfolgs gegen Bühl. Eine Bilanz, der auch Moculescu Respekt zollte: „Der VfB hat in dieser Saison bisher dominiert, national wie international.“

Für den gebürtigen Rumänen genau der richtige Rivale. Vor drei Jahren schrieb der heute 67-jährige in einem Beitrag für das „Volleyball-Magazin“: „Meine Lieblingsgegner sind die, die gerade oben stehen und vielleicht etwas stärker sind als wir. Denen will ich zeigen, dass wir noch besser sind.“

Quelle: ad./dpa
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