Laura Ludwig im Gespräch

„Es wäre echt doof, jetzt aufzuhören“

Von Achim Dreis
 - 18:49

Sie haben während der Olympischen Spiele gemeinsam mit Kira Walkenhorst für viel Furore in Deutschland gesorgt. Haben Sie damit gerechnet, dass Beachvolleyball so „abgehen“ kann?

Ja, man hat das ja schon in London 2012 mit unseren Jungs gesehen, Julius (Brink) und Jonas (Reckermann) haben auch schon abgeräumt. Es ist eigentlich immer so, dass in unseren Stadien gute Stimmung herrscht. Und gerade gegen Brasilien zu spielen, im Halbfinale und Finale vor einem Publikum, das wirklich sehr, sehr laut war, das war schon eine sehr besondere Stimmung. Und ich glaube, Beachvolleyball ist eben eine sehr schöne Sportart, die man sehr gut betrachten kann.

Sie haben während des Turniers praktisch fehlerfrei gespielt. Wie haben Sie es geschafft, dass Sie im entscheidenden Moment so gut waren?

Wir haben uns wirklich sehr gut vorbereitet. Unser Trainer hat dafür gesorgt, dass wir bei Olympia auf unserem Höhepunkt sind. Wir haben uns so fit gefühlt wie noch nie. Das war einfach perfekt getimt. Und außerdem haben wir uns zurückgezogen von dem ganzen Rummel, haben unser eigenes kleines Turnierchen gemacht. Das hat viel geholfen.

Aber Sie haben schon die ganze Saison praktisch jedes Turnier gewonnen. Wurden Europameisterin, stehen an der Spitze der Weltrangliste, sind jetzt Olympiasiegerin. Wo kann das noch hinführen?

Ich hoffe, es führt noch eine Weile so weiter. Es macht verdammt viel Spaß und wir sind auch immer noch fit. Unsere vierte gemeinsame Saison war einfach eine schöne Belohnung für die vier Jahre, in denen wir hart gearbeitet haben. Es war ein Prozess von vier Jahren, in dem die ersten drei Jahre auch schwierig waren und es auch mal Tiefen gab. Aber es ist schön, dass wir uns belohnt haben und das werden wir auf jeden Fall so weiterführen.

Machen Sie jetzt erst mal Pause?

Nee, wir haben schon unseren Trainingsplan gemailt bekommen von unserem Trainer. Wir sind schwer dabei. Ich hab gestern im Olympischen Dorf noch Krafttraining gemacht. Morgen geht’s mit dem Ball weiter. Und wir wollen natürlich auch in Timmendorf bei den deutschen Meisterschaften in vierzehn Tagen sehr gut spielen und danach auch in Toronto beim Finale der World Series.

Und bis zu den Olympischen Spiele 2020 machen Sie sowieso weiter, das haben Sie ja schon gesagt.

Ich will auf jeden Fall weiter spielen. Ich bin so fit wie noch nie, ich fühle mich sehr gut. Ich liebe diese Sportart. Und es wäre echt doof, jetzt aufzuhören.

Das Gespräch führte Achim Dreis

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Dreis, Achim (ad)
Achim Dreis
Sportredakteur.
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