Alpine Kombination

Dreßen fällt zurück, Hirscher gewinnt Gold

Von Achim Dreis, Jeongseon
 - 08:59

Eigentlich hatte er keine Chance, aber am Ende ärgerte er sich doch ein bisschen: Thomas Dreßen hatte die Abfahrt im Rahmen der alpinen Kombination gewonnen, im entscheidenden Slalom fiel er dann aber auf den neunten Rang zurück. Die erste Goldmedaille der Alpinen Skifahrer bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang gewann wie erwartet Marcel Hirscher aus Österreich. In einer Gesamtzeit von 2:06,52 Minuten sicherte er sich zugleich den ersten Olympiasieg seiner Karriere. Dahinter landeten die beiden Franzosen Alexis Pinturault (+0,23 Sekunden) und Victor Muffat-Jeandet (+1,02). Thomas Dreßen lag am Ende 2,44 Sekunden zurück, nachdem er in der Abfahrt noch 1,32 Sekunden Vorsprung auf Hirscher herausgefahren hatte.

Die Kombinationsabfahrt galt zugleich als Generalprobe für die Spezialabfahrt am Donnerstag. Sie entschied Dreßen knapp vor dem Norweger Aksel Lund Svindal und dem Österreicher Matthias Mayer für sich, womit er entsprechend zufrieden war. „Ich hab einfach von oben bis unten meinen Plan durchgezogen“, erklärte er nach seiner guten Fahrt im Jeongseon Alpine Center: „anscheinend war es kein Schlechter“.

Mit Startnummer 1 hatte der 24-Jährige nicht nur den Wettbewerb, sondern auch die alpinen Wettbewerbe überhaupt bei diesen Olympischen Spielen eröffnet. Die ersten beiden Disziplinen, neben der Spezialabfahrt der Herren noch der Riesenslalom der Damen, waren wegen starker Winde ausgefallen und beide auf Donnerstag verschoben worden. Der Wind wehte auch am Dienstag, aber nicht mehr so stark. Es konnte gefahren werden, allerdings wurde der Abfahrts-Start räumlich nach unten verschoben. Die ohnehin kurze Strecke wurde dadurch noch kürzer. Dreßens Bestfahrt dauerte gerade Mal 1:19,24 Minuten. „Ein Start von oben wäre mir lieber gewesen“, grantelte er ein wenig. „Die Kombination steht und fällt mit der Abfahrt. So ist es fast schon eine Vorlage für die Slalomfahrer“, prognostizierte er.

Seine Theorie wurde am Nachmittag bestätigt. Während die Abfahrer ihre Probleme hatten, nutzten Hirscher und Pinturault erwartungsgemäß ihre guten Ausgangspositionen, um zu Gold und Silber zu fahren. Die beste Performance zeigte Muffat-Jeandet, der nur eine Hundertstelsekunde länger für den Slalomkurs brauchte als Hirscher, und von Platz 29 auf Rang drei nach vorne fuhr. Von den ersten acht des Zwischenklassements kamen dagegen nur drei ins Ziel. Dabei schlug sich der Norweger Kjetil Jansrud als Gesamt-Siebter noch am besten. Thomas Dreßen verlor ordentlich Zeit, hatte seinen Humor aber nicht verloren und bilanzierte: „Ich fahr eigentlich ganz gerne Slalom. Auch wenn es nicht so aussieht.“

Quelle: FAZ.NET
Achim Dreis
Sportredakteur.
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