Reaktionen zum Olympia-Finale

„Hat Ihnen mal jemand ins Herz gestochen?“

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Nach Olympia-Silber bei den Winterspielen in Pyeongchang gibt es vorerst keine Rücktritte aus dem Eishockey-Nationalteam. „Wir sind schon länger im Gespräch mit einigen Jungs. Am Ende des Tages entscheiden die Spieler. Entschieden ist noch nichts, man muss abwarten“, sagte Bundestrainer Marco Sturm am Sonntag nach dem 3:4 nach Verlängerung im Finale gegen die Olympischen Athleten aus Russland. Vor dem olympischen Turnier waren einige Rücktritte aus der Nationalmannschaft erwartet worden.

FAZ.NET hat die Reaktionen zum Finale gesammelt:

„Es ist hart. Wir waren nah dran. Aber trotzdem dürfen die Jungs nicht vergessen, sie bringen Silber heim mit nach Deutschland. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Heute war es einfach bitter. Aber der Stolz überwiegt. Ich bin einfach nur happy, dass die Jungs die Medaille mit heim nehmen.“ (Bundestrainer Marco Sturm)

„Wenn wir mal auf das gesamte Turnier zurückblicken, dann können wir unglaublich stolz sein, was wir hier mit der Mannschaft erreicht haben.“ (Nationalspieler Chistian Ehrhoff)

„Hat Ihnen schon mal jemand ins Herz gestochen? So fühlt sich das an.“ (Nationaltorhüter Danny aus den Birken)

„Wir haben es uns verdient, dass wir lachen können. Wer hätte gedacht, dass wir Russland fast in die Knie zwingen im Finale. Es ist unglaublich, was das Team geleistet hat, was wir für einen Lauf hatten. Wir können mehr als stolz sein.“ (Nationalspieler Patrick Reimer)

„Das wird es nicht so schnell wieder geben. Man kann nur davon träumen, so einen offenen Schlagabtausch mit den Russen zu führen. Das geht mir sehr nahe. Hut ab.“ (DEB-Präsident Franz Reindl)

„Wir waren so knapp davor, Gold zu gewinnen, deswegen war es natürlich im ersten Augenblick extrem schmerzhaft, das mitzuerleben. Aber als die Medaillen rauskamen, war ich einfach nur unglaublich stolz, dabei gewesen zu sein und sie in der Hand zu haben.“ (Nationalspieler Yannic Seidenberg)

„Mich freut es für die Russen, die haben es jahrelang versucht und jetzt haben sie es geholt, und für uns ist das ein Riesenerfolg. In ein, zwei Stunden werden wir das auch realisieren, und dann kann man überglücklich sein.“ (Nationalspieler Felix Schütz)

„Wenn Du für Dein Land spielst und diese Medaille gewinnst, ist es ein wichtiger Moment, besonders zu dieser Zeit.“ (Russlands Eishockey-Kapitän Pawel Dazjuk)

„Je länger die Medaille um den Hals hängt, desto mehr kommt Stolz und Freude. Ich glaube, wir können aus dem Spiel rausgehen und sagen, wir haben Silber gewonnen.“ (Nationalspieler Marcel Goc)

„Es war geil, mit der Mannschaft zu spielen. Wir haben immer daran geglaubt, dass wir es schaffen können. Am Ende hat es nicht geklappt, aber wir sind trotzdem stolz.“ (Nationalspieler Jonas Müller)

„Wenn die Russen uns hier 7:1 nach Hause schicken, dann sagen wir okay. Aber wenn man so knapp an Gold dran ist... Deswegen hält sich die Stimmung gerade etwas in Grenzen bei uns.“ (Nationalspieler Matthias Plachta)

„Es waren tolle Olympische Winterspiele! Wir wurden Zeuge großartiger Leistungen und Erfolge unserer Sportler, die wir so zum Teil ja gar nicht erwartet hatten. Unser Ziel bei diesen Winterspielen war es ja, besser abzuschneiden als seinerzeit in Sotschi - das haben die Sportler wahrlich erreicht.“ (Bundesinnenminister Thomas de Maizière)

„Ohhhhhhh noooooo 4:3 #OARGER - Liebe Eishockey-Nationalmannschaft, wir sind trotzdem sowas von stolz auf euch - ihr seid Helden! Feiert die Silbermedaille!“ (Fußball-Nationalspieler Thomas Müller)

„Puh. Bitter, schüttelt es ab und genießt die Medaille! Sieger der Herzen! Wir sind alle stolz auf euch!“ (Tischtennis-Profi Timo Boll)

„Silber GEWONNEN! Ihr könnt stolz auf euch sein @DEB_eV , absolute Inspiration für Wille, Kampfgeist und Zusammenhalt! Danke!“ (Golfprofi Martin Kaymer)

„Jungs ihr wart Weltklasse. Könnt unglaublich Stolz auf euch sein“ (NHL-Profi Tom Kühnhackl)

„Silber. So fucking schade, aber was für eine Leistung. So unglaublich stolz auf diese Jungs. We’ll be back“ (NHL-Profi Korbinian Holzer)

„Das Wunder auf dem Eis: Die russische Sbornaja kratzt den Deutschen das Olympia-Gold weg. Nur mit großen Problemen hat die Rote Maschine die Deutschen in der Verlängerung überwunden.“ (Russische Agentur R-Sport)

„Es ist geschafft! Erstmals seit 26 Jahren ist die russische Sbornaja wieder Olympiasieger im Eishockey. In einem unglaublich dramatischen Finale haben wir Deutschland 4:3 besiegt. Aber dafür war eine Verlängerung notwendig. Und das entscheidende Tor schoß der junge Kirill Kaprisow.“ (Russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“)

„Russland hat nach Hockey-Maßstäben eine ganze Ewigkeit auf Olympia-Gold gewartet - 26 Jahre. Und nun ist der Moment da. Den Titel nach einem verrückten Match zu bekommen, in dem unsere Mannschaft wenige Minuten vor Ende des letzten Drittels an der Schwelle der Apokalypse stand - ist das nicht eine Fantasie, die vor den Augen der ganzen Welt Realität geworden ist?“ (Russische Zeitung „Sport-Express“)

Der russische Eishockeytrainer Oleg Snarok bekam noch auf der Trainerbank einen telefonischen Glückwunsch von Präsident Wladimir Putin zum Gewinn der Goldmedaille. Auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew und NOK-Präsident Alexander Schukow hätten angerufen, sagte Snarok der Agentur Tass zufolge. „Das war sehr nett, sie haben gratuliert“, sagte er und fügte den militärischen Gruß hinzu: „Ich diene Russland!“ Schön vor Beginn des Finales hätten seine Spieler gewusst, dass sie auch zur Schlussfeier nicht die russische Fahne tragen dürfen. „Wir haben das ruhig aufgenommen. Russland glaubt an uns. Wir waren bei diesen Winterspielen eine Mannschaft, einer für alle, und alle für einen, und so sind wir aufgetreten“, sagte Snarok. Seine Spieler hatten den Trainer direkt nach dem Sieg auf dem Eis hochleben lassen. Der Weg zum Titel sei nicht leicht gewesen, schrieb Putin in einem offiziellen Glückwunsch an die Sbornaja. „Aber Sie haben sich zusammengerissen, starken Gegnern ihren Mannschaftsgeist, Charakter und Willen entgegengestellt“, hieß es in dem Schreiben nach Mitteilung des Kremls.

Quelle: tora./dpa
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