Para-WM

Die Gold-Favoriten liefern wieder

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Angeführt vom offenbar unschlagbaren Weitspringer Markus Rehm und dem Dauer-Gold-Lieferanten Sebastian Dietz im Kugelstoßen haben die deutschen Leichtathleten am vierten Tag der Para-WM in London ihre Bilanz deutlich aufpoliert. Auch Sprinter Johannes Floors über 400 Meter sicherte sich einen WM-Titel. Die Speerwerfer Martina Willing und Mathias Mester gewannen jeweils Bronze.

Wie schon bei den Paralympics 2012 (mit dem Diskus) und 2016 (im Kugelstoßen) sowie den WM 2013 (Diskus) und 2015 (Kugel) holte Sebastian Dietz aus Bad Oeynhausen auch in London einen Titel - diesmal wieder im Kugelstoßen. Der 32-Jährige gewann mit Europarekord von 15,28 Meter. „Eigentlich wollte ich den Weltrekord“, sagte Dietz, der seit drei Jahren in Wettkämpfen ungeschlagen ist: „Den hab ich mir nun noch aufgehoben. Aber der wird auch noch kommen. Unter dem Strich muss ich zufrieden sein.“

Auch Prothesen-Springer Markus Rehm hat in London seine Goldserie ausgebaut und seinen Nimbus der Unschlagbarkeit gewahrt. Der Leverkusener gewann mit glatten 8,00 Metern die Konkurrenz im Weitsprung. Seit seinem Debüt bei den Senioren 2011 gewann der von der früheren Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainierte Athlet bei allen neun internationalen Großveranstaltungen Gold - inzwischen bei vier Weltmeisterschaften, drei Europameisterschaften und zwei Paralympics.

Egal, ob mit Diskus oder Kugel: Sebastian Dietz ist immer für Gold gut
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Seinen ersten Einzel-Titel bei einer WM holte Johannes Floors (Leverkusen) in der einst von „Blade Runner“ Oscar Pistorius beherrschten Klasse der Prothesen-Sprinter über 400 Meter. Floors gewann mit Europarekord von 46,67 Sekunden. 2015 in Doha hatte David Behre die Nachfolge des wegen Mordes an seiner Freundin im Gefängnis sitzenden Südafrikaners Pistorius angetreten. In London musste Behre verletzungsbedingt auf einen Start verzichten.

Der kleinwüchsige Speerwerfer Mathias Mester (Kaiserslautern) gewann am Abend mit einem Europarekord die Bronzemedaille. Mit 40,54 Metern musste er sich nur dem Iraker Wildan Nukhailawi (41,04) und dem im letzten Wurf siegreichen Chinesen Pengxiang Sun (42,14) geschlagen geben. Der 30 Jahre alte Mester hatte bis 2013 insgesamt sieben WM- und zwei EM-Titel gewonnen. Bei den Paralympics 2008 gewann er Silber im Kugelstoßen. Bronze holte auch die bereits 57-Jährige Martina Willing (20,57 Meter) im Speerwurf. Für sie war es eine leichte Enttäuschung: Vor zwei Jahren in Doha hatte sie noch Gold gewonnen, bei den Paralympics im Vorjahr Silber.

Insgesamt hatte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) nach dem vierten Wettkampftag zehn Medaillen auf dem Konto: vier goldene, drei silberne und drei bronzene. Hinzu kamen am Montag zwei vierte Plätze. 400-Meter-Weltmeisterin Irmgard Bensusan verpasste einen Tag nach ihrem Gold-Lauf Bronze über 100 Meter ebenso knapp wie die deutsche Nachwuchshoffnung Leon Schäfer. Der 20 Jahre alte Prothesen-Sprinter durfte sich aber über Bestzeiten in Vorlauf und Finale freuen.

Quelle: ad./dpa
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