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Ruder-WM

Deutschland-Achter gewinnt Gold

 - 17:27
Auf Gold-Kurs: Der Deutschland-Achter Bild: dpa, sid

Schlagmann Hannes Ocik rang kurz nach Luft, dann brachte sein Jubel fast das Boot zum Kentern: Der Deutschland-Achter ist in Florida mit einer Glanzleistung zur ersehnten ersten WM-Goldmedaille seit dem Jahr 2011 gerudert. Das Flaggschiff der Deutschen Ruderverbandes (DRV) holte den Titel vor Gastgeber Vereinigte Staaten und Italien und krönte ein sensationelles Jahr mit der endgültigen Rückkehr ganz vorne an die Weltspitze.

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Bei Temperaturen von abermals um die 30 Grad behielt das Paradeboot der DRV-Flotte in einem spannenden Rennen kühlen Kopf. Nach einem ordentlichen Start übernahm die Crew von Bundestrainer Uwe Bender die Kontrolle, zog Zentimeter um Zentimeter davon, die folgenden Boote hatten nie eine Chance, heranzukommen und kämpften um das, was Deutschland vom Rennen übrig ließ. Nach 2000 Meter und 5:26,85 Minuten lag das „deutsche Traumschiff“ etwa eine halbe Bootslänge vor dem geschlagenen Achter der Vereinigten Staaten.

Mit dem Triumph in Sarasota endete eine lange Durststrecke, die nach dem Olympiasieg 2012 in London begann. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 hatte sich das deutsche Team jeweils mit WM-Silber begnügen müssen, auch bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro reichte es lediglich zu Rang zwei – immer hinter Großbritannien. Der ewige Konkurrent von der Insel hat die vielen Neubesetzungen nach Olympia aber längst nicht so gut verkraftet wie das deutsche Boot, in Florida scheiterte der Titelverteidiger schon im Halbfinale. Auch Australien, das die Deutschen beim Weltcup-Finale in Luzern noch bedrängt hatte, verpasste nach einer tiefgreifenden Umbesetzung den Endlauf.

Nur der Achter ist voll auf Kurs

Der Deutschland-Achter hingegen mit seiner Mischung aus jungen Wilden und alten Hasen schloss das Jahr ohne eine einzige Niederlage ab. Dem Team könnte nun eine Erfolgs-Ära bevorstehen. Die aktuelle Mannschaft erinnere ihn „stark an die vier Jahre von 2009 bis 2012, als wir dreimal hintereinander Weltmeister und in London noch Olympiasieger wurden“, hatte zuletzt Richard Schmidt gesagt. Schmidt muss es wissen, er sitzt seit neun Jahren im Achter.

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Insgesamt fiel die deutsche WM-Bilanz dennoch mager aus. U23-Weltmeister Tim Ole Naske belegte zum Abschluss im Einer den sechsten Rang, mit seinen 21 Jahren trotzdem eine beachtliche Ausbeute. Der Achter-Titel blieb damit die einzige deutsche Medaille eines olympischen Bootes. Nur einen Podestplatz in den 14 Olympia-Klassen hatte der DRV zuletzt bei den Titelkämpfen 1982 geholt. Der nicht mehr olympische Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann holte am Sonntag immerhin Bronze.

Bezeichnend war das Abschneiden der Doppelvierer, die nach zwei Olympiasiegen 2016 jeweils komplett umbesetzt worden waren. Die Männer verpassten erst zum zweiten Mal in der WM-Geschichte das Finale der besten sechs Boote und wurden Achte. Das Frauen-Quartett belegte immerhin Rang vier, blieb aber erstmals seit 1991 und 19 Weltmeisterschaften in Folge ohne Medaille.

„Ich muss leider sagen: Es gibt international kein nacholympisches Jahr mehr. Da macht keiner mehr Pause, alle geben weiter Vollgas. Das haben wir nicht gemacht“, hatte Cheftrainer Marcus Schwarzrock schon vor der WM gesagt. Das große, alles überstrahlende Ziel der jungen deutschen Mannschaft sei ohnehin schon jetzt Olympia 2020 in Tokio. „Da wollen und werden wir wieder vorne dabei sein“, sagte Schwarzrock. Der Achter ist schon einmal voll auf Kurs.

Quelle: sid
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