Kroatische Spielerberater

Brüder Mamic verurteilt

 - 18:23

Der kroatische Fußball-Pate Zdravko Mamic ist von einem Gericht in Osijek zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Präsident von Dinamo Zagreb umgerechnet mehr als 15 Millionen Euro bei Spielertransfers unterschlagen und rund 1,6 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat. Zur Wiedergutmachung des Schadens ordnete das Gericht eine Vermögenspfändung an.

Bei den Transfers von Luka Modric, inzwischen bei Real Madrid unter Vertrag, und Dejan Lovren (FC Liverpool) habe Mamic mehrere Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet. Mamic, dem im vergangenen Herbst bei einem Attentat ins Bein geschossen wurde, soll das Geld durch fiktive Geschäfte im Zusammenhang mit Spielertransfers veruntreut haben. Lovren war 2010 von Dinamo zu Olympique Lyon gewechselt, Modric zwei Jahre zuvor aus Zagreb zu Tottenham Hotspur. Mamic muss zunächst in Untersuchungshaft, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Mamic hält sich derzeit allerdings seit Dienstag in Bosnien-Hercegovina auf. Von dort kann er nicht ausgeliefert werden, weil er auch die bosnische Staatsangehörigkeit besitzt. „Ich werde hier bleiben und von hier kämpfen. Ich vertraue den kroatischen Institutionen nicht“, sagte Mamic. Der bosnische Sicherheitsminister Dragan Mektic erklärte, Mamic könne die Strafe auch in Bosnien verbüßen, sollte Kroatien dies verlangen.

Mamics Komplizen, darunter sein Bruder Zoran sowie der Finanzbeamte Milan Pernar und Damir Vrbanovic, wurden ebenso zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. Wie kroatische Medien berichteten, werden von den vier Verurteilten zunächst Teile ihres Privatvermögens und Eigentums eingezogen. Die Anwälte der Verurteilten kündigten Berufung an.

Modric von Real Madrid war wegen seines Auftritts als Zeuge in diesem Prozess wegen Falschaussage angeklagt worden. Er hatte zunächst behauptet, mit dem damaligen Dinamo-Boss die Teilung des Transfererlöses vereinbart zu haben, später zog Modric diese Darstellung zurück. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu sechs Jahre Haft.

Quelle: F.A.Z.
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