Sicherheitslage in Korea

Neureuther erwägt Olympia-Verzicht

 - 18:09

Felix Neureuther zieht wegen der ungewissen Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel einen Startverzicht bei den Olympischen Winterspielen in Betracht und kritisiert das IOC und den DOSB für deren öffentliche Zurückhaltung deutlich. „Wahnsinn! Du musst doch einmal Stellung beziehen!“, sagte Deutschlands bester Skirennfahrer an die Adresse von IOC-Chef Thomas Bach und DOSB-Präsident Alfons Hörmann an diesem Freitag beim Medientag im Zillertal. „Wenn die nicht klar Stellung beziehen, weiß ich nicht, ob ich das für mich verantworten kann, da am Start zu stehen und einen auf Friede, Freude, Eierkuchen zu machen." Er fände es „extrem schade“, dass das Thema „ziemlich runtergespielt wird, als ob nix sei“, sagte der 33-Jährige.

Zuvor hatte Neureuther betont, mit der defensiven Haltung ein Problem zu haben. „Ich werde jetzt Vater, und dann soll ich da rüber fahren mit einem ruhigen Gewissen und mich hinstellen und sagen: Super, jetzt bin ich bei Olympia und will alles geben. Und daneben sagt der eine, ich zerbombe das Land, und dann sagt der andere nein, ich zerbombe das Land. Und dann zündet der eine eine Wasserstoffbombe. Nein, das geht bei mir nicht.“

Er schaue sich die Situation in den nächsten Monaten an, er muss sich „ja erst noch qualifizieren“, aber wenn es so bleibe, „dann würde ich mir natürlich meine Gedanken machen“. Die Winterspiele sollen vom 9. bis zum 25. Februar 2018 in Pyeongchang stattfinden. Zur Grenze von Nordkorea, das mit Raketentests provoziert, sind es weniger als 100 Kilometer. Grundsätzlich sieht Neureuther Olympia als „Riesenchance, etwas Gutes und Positives" für Südkorea - aber nicht unter den aktuellen Umständen.

Quelle: ad./dpa/sid
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