Laura Dahlmeier im Interview

„Wenn ein Griff ausreißt, kriegt man schon Panik“

Von Claus Dieterle
 - 12:51
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Es heißt, Olympiasieger im Biathlon werden im Sommer gemacht: Sie waren im Juni drei Wochen in den Anden zum Eisklettern. Fällt das auch in die Kategorie Olympiavorbereitung?

Das kann man sehen, wie man will. Ich mache ja jedes Jahr nach der Saison solche Touren. Dieses Jahr wollte ich unbedingt nach Peru. Dort ist die beste Zeit fürs Klettern im Juni. Für mich hat es sich wie Urlaub angefühlt, und trotzdem war es auf eine gewisse Art auch Training.

Warum Peru?

Vom Alpamayo, auf dem ich war, habe ich geträumt, seit ich Bilder von diesem Berg gesehen hatte. Ich finde ihn einfach superschön.

Was fasziniert Sie so an diesem 5974 Meter hohen Gipfel?

Die Form: so eine Art Trapez. Und anders als in den Alpen ist der Schnee in den Anden so feucht, dass er praktisch senkrecht an der Wand klebt. Die Wände sind extrem steil und trotzdem voller Schnee und Eis. Das schaut einfach genial aus.

Bietet der Klebschnee überhaupt genug Halt für die Steigeisen?

Der ist fest angepappt. Da kann man richtig gut hochklettern. Die Crux ist dort der Ausstieg, um auf den Gipfel zu kommen. Der Übergang steckt voller Schneepilze, wo der Schnee zu weich ist. Das ist die eigentliche Schwierigkeit.

Da muss man sich doch einem heimischen Bergführer anvertrauen, oder?

Nein, man muss nur gut genug sein.

Sie hatten keinen einheimischen Führer?

Nein. Daheim hab ich ja auch keinen.

Daheim kennt man sich aus im Gelände.

Man kann sich aber so gut vorbereiten, dass man sich auch auswärts gut auskennt. Die Kletterlinie am Alpamayo ist sehr logisch, es gibt gute Kletterliteratur, und ich wähle die Schwierigkeit immer so, dass ich ohne fremde Hilfe nach oben komme.

Mit wem waren Sie dann in Peru?

Ich habe das Glück, dass ich lauter Kletterfreunde habe, auf die ich mich allesamt verlassen kann. Dann bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wer hat Zeit und Lust, mitzukommen? In Peru war ich nur mit einer Freundin unterwegs. Die hat drei Wochen freigekriegt.

Was muss ein Kletterpartner mitbringen?

Man muss sich voll und ganz auf ihn verlassen können. Schließlich legt man sein eigenes Leben in die Hände des Partners. Menschlich muss es passen, damit man auch eine Gaudi hat. Und er sollte klettertechnisch und konditionell ein ähnliches Niveau haben wie man selbst. Aber das ist im Grunde ganz ähnlich, wie man sich Freunde im Leben aussucht.

Was erfährt man über seinen Partner in der Wand? So viel wie über die Zimmerkollegin im Biathlon?

Je extremer die Tour, desto mehr erfährt man. Mit einer Zimmerkollegin verbringe ich viel mehr Zeit, gerade im Winter, und da kennt man sich in- und auswendig. Aber man kann das schon vergleichen – nur dass ich beim Klettern in kurzer Zeit viel mehr mitbekomme, ohne groß zu reden. Gerade wenn es in Extremsituationen brenzlig wird.

Warum steigen Sie überhaupt auf Berge?

Weil sie da sind.

Das habe ich schon mal gehört.

Nein, weil es mir großen Spaß macht und mir das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit gibt.

Ist es für Sie wichtig, der Zivilisation zeitweise zu entfliehen?

Auf jeden Fall. Auf Dauer ist es anstrengend, dauernd angesprochen zu werden. Hallo, Laura: Können wir ein Foto machen, krieg ich ein Autogramm? Einerseits ist das eine große Ehre und macht mich stolz, andererseits brauche ich Abstand, um diese Aufmerksamkeit auch genießen zu können. Sonst dreht sich immer nur alles um mich und Biathlon, und das wird mir dann zu viel.

Gibt es einen Sehnsuchtsberg?

Einen? Die Liste hört nie auf. Egal, ob das bei uns in Garmisch die Göswand ist, ob es die Dolomiten-Berge sind oder die weltweit. Aber die Eigernordwand steht ziemlich weit oben auf meiner Liste.

Aber erst nach der Biathlon-Karriere?

Ooooch. Wann immer mein Können und die Verhältnisse gut genug sind, würde ich das sofort machen.

Wie lässt sich das Können verbessern, wenn einem Biathlon kaum die Zeit lässt?

Da würde ich Bergsteigen vom Biathlon gar nicht trennen. Durch das Biathlon-Training bin ich konditionell sicher gut gerüstet, wenn man es aufs Bergsteigen bezieht. Das Kletterspezifische muss ich mir aber im Frühjahr immer wieder neu erarbeiten.

Im Himalaja waren Sie vergangenes Jahr auf einem Sechstausender: Würde Sie auch die Kletterei in der sogenannten Todeszone, also oberhalb 8000 Meter, reizen?

Geplant ist es erst mal nicht, aber reizen würde es mich schon. Bisher hat es mir aber schon auf 6000 Metern gereicht. Es würde auch viel mehr Zeit für die Akklimatisierung kosten. 2000 Höhenmeter mehr hört sich vielleicht nicht viel an, aber schon der Unterschied zwischen 5000 und 6000 Metern ist enorm. Man merkt jeden Höhenmeter. Aber ein bissel kann man sich zu Hause im Höhenzelt vorbereiten.

Sie haben sich im Höhenzelt auf Peru vorbereitet?

Ich habe es mal getestet. Höhe ist immer superanstrengend, man geht viel langsamer, braucht für alles länger. Das war auch diesmal so. Aber ich hatte das Gefühl, dass es mir gesundheitlich besserging als im Himalaja. Ich hatte weniger Kopfschmerzen, habe die Höhe besser vertragen. Für einen besseren Effekt hätte ich es länger und intensiver betreiben müssen. Aber ich will ja keine Trainingseinbußen. Ich kann doch meinem Trainer nicht sagen: Heute kann ich nicht so intensiv trainieren, weil ich auf 6000 Meter im Höhenzelt geschlafen habe. Da zeigt der mir irgendwann den Vogel.

Der muss ja ohnehin einiges schlucken.

Es funktioniert ja auch.

Einmal hat es nicht funktioniert. Sie sind 2014 ins Seil gestürzt, haben sich am Knöchel verletzt und sich eine Knochenquetschung zugezogen. Wie ist das, wenn man abstürzt?

Das ist ein Albtraum für jeden Kletterer. Ein Sturz ins Seil ist eigentlich kein Problem, es kommt nur drauf an, wie die Absicherung und das Gelände sind. Bei mir ist aber ein Griff ausgebrochen, und das hatte ich nicht erwartet. Es war kein schwieriges Terrain, ich habe mich sicher gefühlt und nur wenige Zwischensicherungen gelegt. Und dann geht alles so plötzlich, das ist der ,worst case‘. Dann läuft das Kopfkino ab: Wie weit geht der Sturz, wo ist die letzte Sicherung, was passiert jetzt?

Das Kopfkino? Nicht der Lebens-Film?

Nein, das lief total rational ab: alles anspannen, den Körper festmachen, dann bin gegen die Wand gedengelt und habe gehofft, dass die Fahrt schnell vorbei ist. Dann hing ich im Seil und habe gemerkt: Okay, kann meine Finger spüren, kann meine Zehen spüren, kann den Kopf bewegen, kein Blut – so schlimm kann es nicht sein.

Also ein richtiger Systemcheck?

Genau. Ich bin ja bei der Bergwacht und weiß schon, was man da macht.

Es waren angeblich acht Meter ...

Ich denke, es war eher ein bissel mehr. Acht Meter Sturz ins Seil im senkrechten Gelände merkt man gar nicht. Bei mir war es flach, da bin ich so ein bissel rumgeschleudert worden. Ich habe Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist. Leider hat sich der Heilungsprozess in die Länge gezogen. Das war nervig, aber ich hatte dadurch auch mal Zeit, nichts zu tun. Oder im Training andere Schwerpunkte zu setzen. Für meine weitere Laufbahn hat es mir in jeder Hinsicht gutgetan.

Abgeschreckt hat Sie der Sturz nicht?

Ich hatte endlich Zeit, Kletterbücher und -zeitschriften zu lesen, und als ich das erste Mal wieder in den Bergen war, habe ich gemerkt: Mensch, wie hat mir das gefehlt!

Gibt es Situationen, in denen man Angst oder gar Panik verspürt?

Mit einer ordentlichen Tourenplanung sollte man erst gar nicht in eine Situation kommen, dass Panik aufkommt. Sonst hat man schon vorher etwas verkehrt gemacht. Aber wenn ein Griff ausreißt, kriegt man schon Panik, aber es bringt ja nichts, alle viere von sich zu strecken und Hilfe zu schreien. Da denke ich ganz rational.

Steigt man auch auf Berge, um sich selbst zu finden?

Da oben ist das ein viel intensiveres Leben als im Tal. Vielleicht würde es mich da unten irgendwann langweilen. Ich muss ganz bewusst raus in die Berge, um den Alltag wieder genießen zu können. Wenn ich zum Beispiel am Samstag daheim eine schöne Klettertour mache, bin ich noch die ganze Woche gut drauf und kann mich im Training supergut motivieren. Weil dort oben nur der Moment zählt und weil es doch nicht so ernst ist wie Biathlontraining.

Ist Klettern für Sie kein Hochleistungssport?

Für mich persönlich nicht. Man kann das natürlich als Leistungssport betreiben.

Ueli Steck, der im Frühjahr am Everest abgestürzt ist, war so ein extremer Hochleistungskletterer. Der hat gesagt: Ich will mich immer verbessern und gehe dafür immer mehr Risiko ein ...

Aber für den war Klettern sein Beruf, und für mich ist das nur Hobby. Natürlich möchte ich mich auch verbessern, aber für mich ist immer das Wichtigste, dass ich da oben Spaß habe und abschalten kann.

Viele Bergsteiger sprechen von Scheitern oder Niederlage, wenn sie es nicht auf den Gipfel geschafft haben. Wie sehen Sie das?

Das hört sich viel zu hart an. Ich würde eher sagen: Wir sind leider nicht auf den Gipfel gekommen, aber es war vielleicht trotzdem schön, und man hat wichtige Erfahrungen gesammelt. Auch bei den Negativerlebnissen ist immer etwas Positives dabei. Wenn es anders kommt als erwartet, gibt es immer einen Grund, auch wenn man ihn nicht sofort erkennt.

Man muss aber wissen, wann es Zeit ist, umzukehren. Wie lernt man das?

Es gibt ja nicht umsonst den Spruch: Ein guter Bergsteiger ist ein alter Bergsteiger. Man muss gut zuhören, wenn die alten, erfahrenen Bergsteiger etwas sagen: nicht auf den Gipfel steigen um jeden Preis, auf die Verhältnisse achten, auf den Partner. Natürlich muss man auch mal ein Risiko eingehen, sofern es kalkulierbar ist. Wer immer nur zurückzieht, wird seine Träume nicht erreichen. Man muss aber immer wissen, wo die eigenen Grenzen sind. Und man braucht ein Gespür für heikle Situationen.

Risikoklettern à la Steck wäre nichts für Sie?

Ich habe den Ueli nicht als Harakiri-Bergsteiger kennengelernt, auch wenn es vielleicht so aussah. Er war absoluter Perfektionist, er hat das Bergsteigen extrem auf Leistung getrimmt und auf ein neues Level gebracht. Davor habe ich großen Respekt. Er war Profi, was ich mir für mich nicht vorstellen kann. Aber wenn ich es gescheit machen würde, dann wäre er schon ein Vorbild. Ich glaube, so schnell wird keiner mehr sein extrem hohes Niveau erreichen.

Wenn so eine Koryphäe abstürzt, was empfindet man da?

Dass es selbst einen wie ihn erwischt hat, war ein Schlag ins Gesicht und hat mich traurig gemacht. In meinen Klettererkreisen war jeder der Meinung: Der Ueli hat’s drauf. Dem passiert nix. Aber beim Bergsteigen können selbst kleine Fehler tragische Folgen haben. Wahrscheinlich hat er oft genug Glück gehabt.

Er hat zugegeben, dass er 2013 am Annapurna so viel riskiert hat, dass er nur mit viel Glück davongekommen ist.

Und er wollte das nie wieder machen. Dann ist er doch wieder losgezogen, weil er irgendwie besessen war.

Macht Bergsteigen süchtig?

Ich glaube, schon. Weil es so ein einzigartiges Gefühl ist. Das ist ähnlich wie im Leistungssport. Wenn man sein Ziel erreicht hat und oben steht, macht das auch in einer gewissen Weise süchtig.

Sie sind bei der Bergwacht: Man muss oft Menschen retten, die sich durch blanken Leichtsinn und unzureichende Ausrüstung in Gefahr gebracht haben. Kommt da manchmal Wut auf?

Zum Glück sind inzwischen immer mehr Menschen gut ausgerüstet und auch gut informiert. Aber es gibt genug schwarze Schafe, und das macht mich wütend und traurig. Da ziehen manche mit falscher Ausrüstung bei schlechtem Wetter viel zu spät los und versteigen sich. Wenn man dann als Retter seine Zeit opfert, sich selbst Gefahren aussetzt, die Leute rausholt und nicht mal ein Dankeschön zurückkommt, das ist schon schwierig. Aber die meisten sind heilfroh, dass wir kommen.

Sie haben gesagt, für Sie zählt die Schönheit der Berge. Wie stehen Sie zu dem durchkommerzialisierten Alpinismus im Himalaja mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie Müllhalden?

Das ist eine große Herausforderung. Eine Lösung habe ich jetzt nicht parat. Aber man muss ein Bewusstsein schaffen. Und es gibt mittlerweile bei einigen Bergen die Verpflichtung, seinen eigenen Müll wieder mitzunehmen. Am Denali in Alaska gibt es sogenannte Shit Bags, da musst du sogar deine Exkremente wieder mit runternehmen. Das wird streng kontrolliert.

Am Mount Everest lassen sich reiche Leute von Sherpas im Grunde fast auf den Gipfel rauftragen. Ist das noch Alpinismus?

Deshalb möchte ich nicht an den Mount Everest, zumindest vorerst. Ich finde es Wahnsinn, wenn Leute unterwegs sind, die vom Bergsteigen keine Ahnung haben, und sich raufziehen und -schleppen lassen. Wer nicht weiß, wie man ein Steigeisen anzieht, hat am Berg nichts verloren.

Was lernt man am Berg für Biathlon?

Sich voll und ganz auf den Moment zu konzentrieren. Man lernt Teamgeist, Gemeinschaft, Verlässlichkeit, sich auf die Natur einzulassen. Im Biathlon muss ich auch auf den Wind und die Umwelt reagieren. Und das Im-Moment-Sein ist im Biathlon ganz wichtig. Nicht vom Drumherum beeindrucken lassen. Wenn ich am Schießstand nur an die Menschen in meinem Rücken denke oder an die Interviews danach, ist es das Gleiche, wie wenn ich in der Wand ans Abstürzen oder an den Cappuccino im Tal denke. Beides funktioniert nicht.

Stichwort Cappuccino: Lernt man in den Bergen, kleine Dinge zu schätzen?

Definitiv. Man lernt Demut und Dankbarkeit, weil jede Kleinigkeit da oben viel mehr zählt: die warme Dusche, der Cappuccino, die Tafel Schokolade. Ich kann so eine Tafel Schokolade, die ich seit Tagen im Rucksack mitgeschleppt habe, viel intensiver genießen, als wenn ich sie im nächsten Supermarkt einfach kaufe.

Lernt man am Berg auch, sich selbst zu vertrauen?

Wenn es eine Seillänge war, vor der man sich ein bisschen gefürchtet hat, und man kann die Stelle meistern, dann gibt das ein Megaselbstvertrauen.

Sie fürchten sich?

Wir sagen das so, aber das ist ein anderes Fürchten, als die meisten Menschen meinen. Das ist mehr Respekt, aber den muss man auch haben. Gerade wenn man an sein persönliches Limit geht, herrscht schon eine gewisse Spannung.

Bundestrainer Gerald Hönig hat sich mit Ihrem gefährlichen Hobby abgefunden ...ANTWORT:

... hoffentlich.

Ihm bleibt wohl keine andere Wahl.

Stimmt schon. Spätestens seit meinem Unfall war klar, dass die Frage kommt: Was sagen eigentlich die Trainer dazu? Und da habe ich sie gefragt, wie sie das sehen. Beide haben gesagt: Das Bergsteigen gehört einfach zu dir. Natürlich kann was passieren, aber du kannst auch vor der Bäckerei auf einer Eisplatte ausrutschen und dir den Arm brechen. Ich sehe das genauso. Ich versuche, das Risiko so klein wie möglich zu halten. Auf der anderen Seite mögen die Trainer aber auch einen Sportler, der besondere Fähigkeiten hat, der eben beim letzten Schießen die Nerven behält, der sich selbst bei seinen Freizeitaktivitäten fordert. Natürlich muss ich mich immer wieder hundert Prozent auf Biathlon konzentrieren, denn da habe ich hohe Ziele. Da ist es wichtig, dass mich die Trainer immer einfangen, aber es ist auch schön, dass sie mich dann genauso wieder ziehen lassen, dass ich meine Touren machen kann, um motiviert zu bleiben.

Würden Sie sagen, dass das Bergsteigen Sie zu einer besseren Athletin macht?

Ja. Ohne Bergsteigen könnte ich Biathlon nicht in dieser Intensität betreiben. Ohne Berge würde mir im Leben etwas fehlen. Und wenn ich dauerhaft nicht zufrieden und glücklich bin, kann ich solche Höchstleistungen nicht bringen.

Also macht Bergsteigen glücklich.

Mich schon.

Muss man dazu auf dem Gipfel stehen?

Zum Lebensglück nicht. Natürlich ist es unbefriedigend, wenn man nie auf den Gipfel kommt, aber dann setzt man sich vielleicht auch falsche Ziele.

Sie stapfen auf 6000 Meter durch den Schnee, und Sie jagen durch die Loipe: Kann man die Anstrengung vergleichen?

Es ist ganz anders und trotzdem ähnlich. So ein Biathlonrennen, wo jede Zehntelsekunde zählt, wo man alles aus sich herausholt, das ist das Anstrengendste, was es gibt. Aber wenn du von der Höhe her am Limit bist, mit Kopfschmerzen und Verdauungsproblemen kämpfst, dann kommt das diesem Gefühl beim Biathlon sehr nahe – nur über einen längeren Zeitraum.

Ganz oben auf dem Gipfel und ganz oben auf dem Treppchen – lässt sich das irgendwie vergleichen?

Das ist sehr identisch.

Sehr identisch? Auf dem Gipfel herrscht Stille, unten im Stadion toben 20 000 Menschen.

Das Entscheidende ist ja, was in meinem Kopf passiert. Und wenn ich mein Ziel erreicht habe, herrscht in meinem Kopf Stille. Das ist mir bei der letzten WM in Hochfilzen passiert, obwohl rundherum jede Menge Trubel war. Für mich aber war in dem Moment einfach eine tiefe Stille. Das kann ich mit dem Gipfelglück sehr, sehr gut vergleichen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dieterle, Claus (cld.)
Claus Dieterle
Sportredakteur.
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