FAZ plus ArtikelReinigung des Taj Mahals

Wo gelb war, soll weiß werden

Von Till Fähnders
 - 08:34
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Majestätisch wie immer ragen die Minarette in die Höhe. Die prächtigen Kuppeln des Taj Mahal wölben sich seit Jahrhunderten in den Himmel. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt seit einiger Zeit Unregelmäßigkeiten. Während die symmetrischen Minarette und der Gebäudetorso in strahlendem Weiß leuchten, haben die Kuppeln einen gelblichen Touch. Die vielen Besucher, die an diesem Tag durch die Anlage in der nordindischen Stadt Agra strömen, scheint das allerdings nicht zu stören. Sie machen wie sonst ihre Gruppenfotos und Selfies an dem Bauwerk, das seit 1983 zum Unesco-Kulturerbe gehört. Der Großmogul Shah Jahan hatte es einst als Grabmal für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal bauen lassen. Als Symbol der Treue bis über den Tod hinaus ist es besonders bei frisch verheirateten Paaren als Fotomotiv beliebt - und bei Politikern, die ihre Indien-Reise auch zu PR-Zwecken nutzen.

Der Unterschied im Farbton ist dabei weder eine Illusion noch ein Versehen. Er ist die Folge von Reinigungsarbeiten am berühmtesten Bauwerk Südasiens. Zum ersten Mal seit der Fertigstellung des Grabmals im 17. Jahrhundert wird das Gebäude von außen komplett gereinigt. „Das Innere wurde schon einmal gesäubert, aber der Dom und die Minarette noch nie“, sagt Bhuvan Vikram, der Chefarchäologe der Anlage. Seit Jahrhunderten hätten sich an den Wänden Staub, Sand und Umweltgifte abgelagert. Diese Ablagerungen führten zu dem etwas unschönen Nikotingelb. Die Säulen und die geraden Gebäudeflächen wurden schon in den vergangenen zwei Jahren mit Hilfe einer Art Schlammpackung gesäubert. Die Reinigung der Kuppeln ist wegen der runden Formen schwieriger. Zur Zeit prüfe man noch, wie das am besten zu bewerkstelligen sei, sagt Bhuvan Vikram.

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Quelle: F.A.Z. Magazin
Till Fähnders
Politischer Korrespondent für Südostasien.
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