Für wen ist Kopfsalat ein Tabu?

20 Fakten, frisch auf den Tisch.

22.02.2018
Text: LENNARDT LOSS
Illustrationen: NATASCHA VLAHOVIC

1. — Jesiden essen keinen KOPFSALAT. Warum die religiöse Minderheit ausgerechnet Kopfsalat mit einem Nahrungstabu belegt, ist unklar. Eine der vielen Theorien geht so: Wenn Jesiden Arabisch sprechen, unterscheiden sie selten zwischen den verschiedenen Lauten der Sprache. Die Wörter für Kopfsalat und für Fluchen klingen dann sehr ähnlich.


2. — In den Schweizer Kantonen Bern, Luzern und Jura war KATZENFLEISCH lange Zeit ein traditionelles Weihnachtsgericht unter Bauern: Katze gekocht in Thymian war eines der beliebtesten Gerichte. Bis heute ist es in der Schweiz erlaubt, die eigenen Haustiere zu verspeisen.


Eine Geschichte aus „Frankfurter Allgemeine Quarterly“, dem neuen Magazin der F.A.Z.

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3. — Nahrungstabus sind nicht rational begründbar. In Europa ekeln sich viele Menschen davor, INSEKTEN zu essen. Trotzdem gelten Garnelen und Krabben, die zum Stamm der Gliederfüßer gehören, als Delikatessen. Als solche gelten etwa in Korea die Puppen des Seidenspinners, die dort gerne frittiert werden.


4. — Die FARBE DES GESCHIRRS spielt für das Geschmackserlebnis eine entscheidende Rolle: So schmeckt Erdbeerkuchen von einem weißen Teller süßer als von einem schwarzen. Das Gehirn nimmt den Farbkontrast zwischen Rot und Weiß stärker wahr und stellt sich auf einen süßeren Geschmack ein.


5. — Schon ungeborene Kinder reagieren positiv auf ZUCKER. Je süßer das Fruchtwasser ist, desto häufiger trinken Föten davon. Auch Neugeborene trinken lieber eine Zuckerlösung als stilles Wasser.

6. — Der GERUCH ist die wichtigste Eigenschaft eines Gerichts. Geschmack, Textur und Aussehen sind im Vergleich dazu eher irrelevant. Der Mensch kann über 20 000 verschiedene Geruchsqualitäten wahrnehmen.

7. — McDonald’s verkauft 75 HAMBURGER PRO SEKUNDE. Jeden Tag. Den Weltmeistertitel für die meisten gegessenen Hamburger hält seit dem Jahr 2007 der damals 23-jährige US-Amerikaner Joey Chestnut. Er stopfte 103 Hamburger in acht Minuten in sich hinein.


8. — Der ENTDECKER DES KAFFEES ist womöglich eine Ziege. Eine der populärsten Legenden besagt, dass einem äthiopischen Ziegenhirten aufgefallen ist, dass seine Tiere nach dem Verzehr einer bestimmten Bohne lebhafter waren. Der Hirte probierte die Bohne und nahm denselben Effekt wahr.


9. — Heute ernähren sich in Deutschland rund acht Millionen Menschen vegetarisch. Das VEGETARISCHE LEBEN in Deutschland ist allerdings kein moderner Trend. Der Vegetarierbund Deutschland e. V. wurde schon am 7. Juni 1892 in Leipzig gegründet.

10. — Der älteste Hinweis auf ein Suppengericht ist auf das Jahr 6000 vor Christus datiert. Die damalige Hauptzutat: NILPFERDFLEISCH.

11. — Der TEEBEUTEL wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Versehen erfunden. Eigentlich wollte Teehändler Thomas Sullivan bloß eine kostengünstigere Variante zum Verschicken seiner Ware herstellen. Anstelle teurer Blechdosen verwendete er kleine Beutel aus Seide. Die Kunden tauchten die Beutel aber einfach ins heiße Wasser und sparten sich so das Abgießen und Umfüllen des Tees.


12. — 1962 umkreiste John Glenn in einem Raumschiff als erster US-Amerikaner die Erde. Während des Fluges stellte Glenn einen zweiten Rekord auf: Er war der erste Mensch, der im WELTALL NAHRUNG zu sich nahm. Es gab Spaghetti und Roastbeef, zum Nachtisch Apfelmus.


13. — „MOCK BANANAS“ war ein populäres Gericht in England während des Zweiten Weltkriegs. Die falschen Bananen wurden aus gekochten Pastinaken und Aromastoffen hergestellt.

14. — Das Mexikanische DROGEN-KARTELL „Los Caballeros Templarios“ verdient schätzungsweise 152 Millionen US-Dollar pro Jahr mit dem Anbau und Verkauf von Avocados.

15. — Das größte bekannte Gericht ist GEBRATENES KAMEL. Bis heute wird es auf manchen Beduinenhochzeiten zubereitet. Das Kamel wird mit einem ganzen Lamm, 20 Hühnern und 60 Eiern gefüllt.

16. — BROT ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt und hat einen hohen symbolischen Wert. So besteht das Wort „Companion“ aus den lateinischen Wörtern „com“ für „zusammen“ und „panis“ für „Brot“.


17. — In Frankreich werden pro Jahr schätzungsweise 500 000 000 WEINBERGSCHNECKEN verspeist.


18. — In Thailand gilt es als unhöflich und pöbelhaft, sich eine GABEL IN DEN MUND zu stecken. Die Gabel wird nur dazu verwendet, das Essen auf einen Löffel zu schieben, der dann zum Mund geführt werden kann.

19. — Die Chilenen essen alles mit MESSER UND GABEL. Selbst Pommes frites werden nicht mit den Händen gegessen.

20. — Die FDA (die Behörde für Lebens- und Arzneimittel der Vereinigten Staaten) erlaubt pro acht Unzen Rosinen ZEHN INSEKTEN und 35 FRUCHTFLIEGENEIER. In Erdnussbutter dürfen gesetzlich 150 INSEKTENKÖRPER und FÜNF NAGETIERHAARE pro 500 Gramm enthalten sein. 

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Quelle: F.A.Q.