FAZ plus ArtikelTrend zu lokalen Produkten

Das Gute liegt so nah

Von Christiane Heil
 - 15:25

Als die ersten Bauern vor fast 40 Jahren ihre Stände in der Innenstadt des kalifornischen Küstenorts Santa Monica aufschlugen, war das Angebot überschaubar: Die Farmer verkauften Orangen, Erdbeeren und Aprikosen, dazu Gemüse, Blattsalate und ein paar Blumensträuße. Wer heute über den Farmers' Market an der Arizona Avenue geht, wird von der Fülle der Waren fast erschlagen. Die Bee Canyon Ranch bietet Honig aus Orangenblüten und Buchweizen. Am Stand der Fat Uncle Farm gibt es Mandeln geröstet, als Paste und in Butterform. Bei Polito Family Farms gegenüber liegen Orangen wie Valencia sowie Navel und Blood Moro, dazu mehrere Grapefruitsorten und Zitronen aller Art. Wie die meisten Marktleute rühmt sich auch Adam Rhodes, der Betreiber der Farm Golden State Papaya, ausschließlich lokale Produkte anzubieten: „Wir bauen die Früchte bei Santa Barbara an. Da unsere Felder weniger als 100 Meilen von Santa Monica entfernt sind, zählen wir als lokaler Anbieter.“

„Local“ gehört in den Vereinigten Staaten seit Jahren zu den begehrtesten Attributen der Lebensmittelbranche. Es verheißt Frische, sichere Herkunft und das Gefühl, der eigenen Gesundheit Gutes zu tun. Wie die Marktforschungsgruppe Packaged Facts errechnete, stieg der Umsatz lokaler Produkte in den Jahren 2008 bis 2014 von fünf auf zwölf Milliarden Dollar. Für das kommende Jahr wird ein Umsatz von etwa 20 Milliarden Dollar erwartet. Derweil eröffnen immer mehr Wochenmärkte. Heute gibt es zwischen New York und Los Angeles fast 9000 der beliebten Farmers' Markets – fast viermal mehr als vor 20 Jahren. Der Markt in Santa Monica wird jeden Mittwoch und Samstag von fast 10.000 Kunden besucht. Der Trend zu lokalen Produkten, „Locavorism“ genannt, hat den Mainstream erreicht.

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Quelle: F.A.Z. Woche
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