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Eisspezialität

Schwabacher „Sorbet-König“ macht das zweitbeste Eis der Welt

 - 14:58
Guido De Rocco (rechts) mit seiner Kreation „Tributo alla Serrenissima“ beim Wettbewerb in Rimini Bild: Veranstalter, dpa

Das deutsche Mekka für Speiseeis-Gourmets liegt in Schwabach. In der mittelfränkischen Kleinstadt steht die Eisdiele von Guido De Rocco, der das zweitbeste Eis der Welt kreiert hat. So sahen es jedenfalls die Juroren im Finale der „Gelato World Tour“, eines internationalen Wettbewerbs unter Eismachern. Für die Endrunde qualifizierten sich De Rocco und sein Sohn Luca zuvor in Deutschland mit einem Mandarineneis. Den zweiten Platz im Finale von Rimini holte das Duo dann mit „Tributo alla Serenissima“, einem Sorbet aus Weintrauben und karamellisierten Walnüssen.

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Übersetzt heißt der Name der Eissorte „Ode an die Serenissima.“ Es sei eine Hymne auf Venetien, die Heimatregion seiner Familie, und vor allem an Venedig, das den Beinamen „La Serenissima“ (Die Durchlauchteste) trägt, erklärt De Rocco. Schon sein Großvater sei „Gelatiere“ - ein Eismacher - in Venetien gewesen. Im Jahr 1911 habe die Regierung von Österreich-Ungarn, das damals über Teile der Region herrschte, der Familie eine Lizenz für die Eisherstellung erteilt. Jahre später kamen die De Roccos dann nach Deutschland und kauften 1966 eine Eisdiele in Schwabach.

Damit befand sich die Familie in bester Tradition. Venetien ist als Herkunftsregion von Eismachern bekannt, genau genommen das Zoldotal in den Dolomiten. Von dort seien schon die ersten „Gelatieri“ in den Rest Europas aufgebrochen. „Und besonders viele nach Österreich und nach Deutschland - in fast jeder Stadt gab es so einen ’Zoldano’“, erzählt De Rocco.

Für die richtigen Zutaten für sein Eis zieht es ihn immer wieder in die alte Heimat. Das galt auch für „Tributo alla Serenissima.“ Lange habe er im Prosecco-Gebiet in Venetien nach guten Trauben gesucht und dabei schließlich seltene „Uva fragola“ gefunden, eine für ihren typischen Erdbeergeschmack bekannte Rebsorte. Frisch seien die Trauben erst Anfang vergangener Woche gezupft und dann zum Wettbewerbsfinale nach Rimini gebracht worden. Binnen zwei, drei Tagen seien sie weitergereift. „Daher hat sich bei der Herstellung das beste Aroma ergeben.“ Solche Trauben seien nicht mal eben auf dem Markt zu haben. „An die kommt man nur sehr schwer ran und teuer sind sie auch“, sagt De Rocco. Und auch nach den aus Chile stammenden Walnüssen habe er lange suchen müssen.

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De Roccos Rezepturgeheimnis ist denkbar einfach. Wasser, viele gute Früchte, erlesene Nüsse, Zucker, und viel Erfahrung - mehr brauche es für sein Sorbet nicht. Aber: „Kein Eismacher sagt zu 100 Prozent, was er verwendet“, schränkt De Rocco ein.

Im Finale in Rimini am vergangenen Wochenende mussten sich der 65 Jahre alte „Gelatieri“ und sein Sohn Luca dann doch ein wenig auf die Finger gucken lassen. In einer offenen Eisküche zauberte das Duo vor den Augen der Juroren und Zuschauer seine Sorbet-Kreation. Der Italiener Alessandro Crispini, der mit einer klassischen Pistazienvariation den ersten Preis holte, habe neben ihm gestanden, berichtet De Rocco. Auch sein Rivale habe bei der Beschaffung der Zutaten keine Mühen und Kosten gescheut. So habe Crispini ihm erzählt, dass allein die Pistazien-Komposition für den mehrtägigen Wettbewerb 3000 Euro verschlungen habe.

Speiseeis ist De Roccos Leben. Er stehe früh auf und freue sich auf die Arbeit, auch wenn er in der Sommersaison schon mal 16 bis 17 Stunden in der Eisdiele stehe. In der Winterpause tausche er sich mit Kollegen aus, um sich zu verbessern und auf neue Ideen zu kommen. „In meiner Branche werde ich der Sorbet-König genannt“, sagt De Rocco.

Quelle: dpa
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