U-Bahnfahren in Berlin

Wenn der Schuh zur Jahreskarte wird

 - 15:17

Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG starten anlässlich ihres 90. Geburtstags eine besondere Kampagne: Gemeinsam mit dem Sportartikelhersteller adidas bietet das Unternehmen eine eigene Schuh-Kollektion zum Verkauf an. In die Schuhzunge ist ein BVG-Jahresticket eingearbeitet. Vom 16. Januar bis zum 31. Dezember 2018 gilt der Schuh als Fahrkarte in allen BVG-Fahrzeugen. Vorausgesetzt, der Fahrgast trägt die Sneaker während der Fahrt mit U-Bahn, Bus, Straßenbahn oder Fähre am Fuß.

180 Euro kosten die Schuhe. Im Vergleich zum Standardpreis einer Jahreskarte fährt man damit um ein Vielfaches billiger: Etwa 760 Euro kostet es, ein Jahr lang den Berliner öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Allerdings sind in dem Preis auch Fahrten mit Fahrzeugen anderer Verkehrsbetriebe inklusive, beispielsweise mit S-Bahnen. Die müssen Träger der BVG-Sneaker zusätzlich zahlen.

„Ist das hygienisch vertretbar?“

Optisch sind sich die Verkehrsbetriebe treu geblieben: Die Sneaker tragen das Muster der BVG-Sitzbezüge. Als „Sammlerstück“ preist das Unternehmen seinen Schuh an und limitiert die Kollektion auf 500 Paare.

Auf Twitter lösten die BVG-Schuhe neben vielen positiven Reaktionen auch eine Diskussion um die Umsetzbarkeit der Kampagne aus. Ein User twitterte: „Bücken sich die Kontrolleure dann auch zur Prüfung oder muss man erst mal seine innere Ballerina freisetzen, um dem Ticketfahnder die Botten unter die Nase halten zu können?“ Tatsächlich verrät der Verkehrsbetrieb nicht, wie die Fahrkartenkontrolle mit dem Ticket im Schuh funktionieren soll.

Unterdessen macht sich eine andere Userin Sorgen um gesundheitliche Nebenwirkungen: „Muß man jetzt 365 Tage hintereinander dieselben Schuhe anhaben? Ist das hygienisch vertretbar?“ Ein Weiterer zweifelt an der Haltbarkeit der Sneakers: „Die Adidas-Treter halten nur leider selten ein ganzes Jahr. Muss ich also mit löchrigen Sneakern rumlaufen, soooooo Berlin.“

Quelle: FAZ.NET
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