Schmuckstücke

Ein Ringfinger kann auch was fürs Herz sein

Von Jennifer Wiebking
 - 18:36
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Wer einen Ring verschenken will und dabei möglichst viel Eindruck schinden möchte, der hat drei Möglichkeiten. Er kann eine Menge Geld und Zeit investieren, bis er ein angemessenes Schmuckstück gefunden hat. Oder er kann sich genau so nicht verhalten und stattdessen einen Ring aus Aluminiumpapier drehen. Allerdings ist auch an diesen Ring ein gewisses Opfer gebunden: Ein Aluring kostet nämlich Mut. Ganz anders hingegen steht es um den Ring aus dem Kaugummiautomaten, die dritte Option für den Ring-Schenker.

Es braucht weder viel Vorbereitungszeit noch viel Geld, und es ist noch nicht mal besonders mutig. Die Vorstellung eines Rings aus dem Kaugummiautomaten, tja, die findet jeder romantisch, der nicht gerade ein großes materialistisches Monster ist. Ein Ring aus dem Kaugummiautomaten ist nostalgisch und so spontan - besser geht es eigentlich kaum. Wenn halt beim Drehen nicht nur Schrott herauskäme.

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Die Mode hat jetzt ein paar Modelle parat, die ähnlich spielerisch sind, aber doch ein bisschen wertvoller: Stella McCartney schlägt einen Ring mit dickem Herzen vor, und bei Valentino bieten sie einen Ring mit passendem Pfeil an. Beide sind zu bestellen über den Online-Shop Mytheresa und lassen sich wunderbar zusammen tragen. Pfeil und Herz, schöner könnten auch Kinder Liebe nicht skizzieren. Und die Traditionsmanufaktur A. Odenwald aus Pforzheim bringt - so simpel wie unverbesserlich - "I love you" auf den Ring.

Klar, die Teile sind was fürs Herz und passen wunderbar in unsere überdekorierten Zeiten: Je mehr Ringe an zwei Händen, umso besser. Insofern ist es dann auch gut möglich, dass man mit Alufolie bastelt, wenn man nicht gleich sein Konto plündern möchte. Die eigenen Initialen einzuritzen wird nicht nur der Modedesigner Jonathan Anderson schaffen, der unter seinem eigenen Label nun auch einen Siegelring anbietet (ebenfalls über Mytheresa), für Anhänger des J.W.-Anderson-Clans.

Die Echtschmuck-Stücke von Dior und de Grisogono haben ein Logo hingegen gar nicht nötig. Diese Kreationen stehen für sich. Vom Inhalt eines Kaugummiautomaten könnten sie natürlich nicht weiter entfernt sein, dabei folgt der ja gerade diesem Prinzip: Einmal drehen, und, wer weiß, vielleicht hat man im nächsten Moment einen Schatz in der Hand. Nur leider ist es dann meistens noch nicht mal ein Ring, sondern ein Schlüsselanhänger.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin
Jennifer Wiebking - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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