Foto: Relvão Kellermann

Diese Menschen prägen die Kölner Möbelmesse

Von PETER-PHILIPP SCHMITT, Fotos STEFAN FINGER
Foto: Relvão Kellermann

13.01.2018 · Am Montag öffnet die Möbelmesse in Köln ihre Türen. Wir stellen acht Macher vor, die der Messestadt ein Gesicht geben.

Petra Hesse: Museumsdirektorin

D as zweite K für Köln war ihre Idee. Denn Museen für Angewandte Kunst gibt es einige – in Frankfurt zum Beispiel, in Gera, Leipzig, auch in Wien findet sich ein MAK. Darum heißt das einzige Museum für Angewandte Kunst in Nordrhein-Westfalen seit 2010 MAKK. Dafür gesorgt hat Petra Hesse. Die gebürtige Wiesbadenerin, die Kunstgeschichte studierte und über Paramente, also in der Liturgie verwendete Textilien, promoviert wurde, ist seit acht Jahren Direktorin des einstigen Kunstgewerbemuseums.

Ihr MAKK wäre auch ohne das zweite K einzigartig. Längst beschränkt sich das Haus nicht mehr aufs Kunstgewerbe. Es zeigt vielmehr, „was den Menschen in seiner Außenwirkung definiert“. Die Sammlung ist groß, sie umfasst rund 250.000 Objekte. Dazu gehört Schmuck aus 5000 und Kunsthandwerk aus 800 Jahren. Vergleichsweise jung sind die Produkte in der Design-Abteilung. Kaum ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts fehlt. Selbst Architektur und Bildende Kunst werden berücksichtigt und dem Design zum Teil gegenübergestellt, wie etwa Piet Mondrian und Gerrit Rietveld. Für Petra Hesse ist Köln der vielleicht wichtigste Designstandort Deutschlands. So lag es nahe, das MAKK zur Kölner Möbelmesse besonders zu „bespielen“. Seit einigen Jahren entwickelt die Museumsdirektorin zuammen mit ihren zwölf Mitarbeitern exklusive Ausstellungen für den Januar, die auch nach der Messe – oft bis in den Sommer hinein – zu sehen sind. 2014 war es Rolf Sachs mit „typisch deutsch?“, 2015 ging es um „System Design“, 2016 hieß es „Radio Zeit – Röhrengeräte, Design-Ikonen, Internetradio“, 2017 zeigte der Münchner Designer Stefan Diez seine Werkschau „Full House“. Fast jedes Mal konnte das MAKK dabei auf Objekte aus der eigenen Sammlung zurückgreifen.

In diesem Januar ist alles anders. Denn die Fenster des Museums werden saniert, die Design-Abteilung ist geschlossen. Das MAKK aber ist geöffnet: Während der Messe zeigt die Design- und Architekturplattform Stylepark die interessantesten Neuheiten der imm Cologne – nicht als Prototypen oder im Original, sondern in einer spektakulären Szenographie des Münchner Designerduos RelvãoKellermann.

Eric Degenhardt: Designer

E igentlich ist Eric Degenhardt Diplom-Ingenieur. Der gebürtige Kölner hat an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen Architektur studiert. Danach hat er kurz als Projektleiter gearbeitet und dabei festgestellt, dass die Hüllen, die er bauen ließ, erst wirklich interessant wurden, wenn sie bestückt waren. So machte er sich auf nach London, wo er am Royal College of Art Möbeldesign studieren wollte. Doch daraus wurde nichts, weil er kein Stipendium bekam. Versuch’s einfach selbst, habe Ralph Sommer damals zu ihm gesagt – der Mitbegründer der Kölner Architekten- und Designergruppe „Pentagon“, die von 1985 bis 1991 bestand und vor allem während der „documenta 8“ 1987 in Kassel mit ihrem Café „Casino“ von sich reden machte.

Heute ist Sommer Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Und Eric Degenhardt ist Designer. Einfach waren die Anfänge für ihn nicht. Vor 20 Jahren zeigte er seine ersten Prototypen während der Kölner Möbelmesse – eine Liege, einen Teppich, einen Tisch. Degenhardt präsentierte seine Arbeiten nicht etwa als Teil des Off-Programms Passagen, das konnte er sich nicht leisten, sondern in einem ehemaligen Motorrad- laden, der Boutique „Città di Bologna“. Dort wurde er vom britischen Magazin „Wallpaper“ entdeckt und als „the talent“ gefeiert. „Ich dachte, jetzt kommen die Hersteller von allein“, erzählt Degenhardt. Doch dem war nicht so.

Der erste Produzent, der auf ihn aufmerksam wurde und mit ihm zusammenarbeitete, war Richard Lampert. Für ihn hat er nicht nur eine Reihe von Möbeln entworfen, sondern auch die Messeauftritte konzipiert. Inzwischen ist die Liste von Degenhardts Kunden lang: Böwer, Boffi, Lamy, Magazin, Paola Lenti, Progetti, Schönbuch, Wilkhahn.

Die diesjährige Möbelmesse in Köln kann der Neunundvierzigjährige entspannt angehen. Seine nächste Neuheit wird erst auf der Light & Building im März in Frankfurt vorgestellt. „Natürlich schaue ich mir die Messe trotzdem an“, sagt er. Ihn interessiert, wie sich die Hersteller weiterentwickeln, auch die, mit denen er noch nicht zusammengearbeitet hat. Und womöglich kommt dabei sogar ein neuer Auftrag für ihn heraus.

Paolo Tumminelli: Designprofessor

A ls Student kam Paolo Tumminelli erstmals nach Deutschland. Er war auf dem Weg zum größten Automobilmuseum der Welt, der Sammlung Schlumpf in Mülhausen im Elsass. „Ich fuhr auf der Autobahn und wunderte mich, dass so viele Städte ,Ausfahrt‘ heißen“, erzählt Tumminelli und lacht. In Italien steht auf den Ausfahrtschildern nicht etwa „uscita“, sondern der Name der Stadt. Dem Mann aus Mailand war sein Irrtum so peinlich, dass er nach seiner Rückkehr am Goethe-Institut Deutsch lernte.

Autos waren lange Paolo Tumminellis Leidenschaft. Von ihnen handelte auch seine Diplomarbeit, nachdem er Architektur am Polytechnikum in Mailand studiert hatte. Das Entwerfen neuer Auto-Modelle aber war ihm zu langweilig. Er spricht von einer „einseitigen, geschlossenen Welt“. Darum begann er für Momodesign zu arbeiten, was sich mit der deutschen Marke Porsche Design vergleichen lässt. Doch selbst das war ihm noch zu „automobilaffin“.

Zufällig stieß er dann im „Corriere della Sera“ auf eine geheimnisvolle Anzeige einer deutschen Firma. Das Angebot reizte ihn, er bewarb sich, wurde genommen und landete in Selb in Oberfranken. Fortan war er für das strategische Marketing des Porzellanherstellers Rosenthal zuständig, handelte zum Beispiel die Lizenzgeschäfte mit Versace, Bulgari und Benetton aus. „Ich fand es immer schon spannend, Produkte auch am Markt zu platzieren.“

Von Selb führte ihn der Weg zu frog design nach Düsseldorf und von dort weiter an die Köln International School of Design (KISD), eine Einrichtung der Technischen Hochschule Köln. Seit 15 Jahren ist Paolo Tumminelli nun Professor für Designkonzepte an der KISD. Auch wenn dort mehr Theorie unterrichtet wird (Design and Economy, Interfacedesign, Gender und Design), so organisieren die 400 Studenten jedes Jahr etwas zur Möbelmesse: Im vergangenen Jahr wurde aus der KISD ein „Pop Up Hostel“, in diesem Jahr zeigt der Direktor der Hochschule, Wolfgang Laubersheimer, Neon- und Lichtobjekte in der Ebertplatzpassage. Und was denkt Tumminelli über die Kölner Möbelmesse im Vergleich zur Mailänder? „Köln ist eher Markt, Mailand ist mehr Show.“

Lucie Koldova: Designerin

L icht, sagt Lucie Koldova, steht für eine ganz bestimmte Energie. „Es sendet Schwingungen aus, und es wirkt sehr verführerisch in Kombination mit Glas.“ Und mit Glas kennt sich die 34 Jahre alte Tschechin aus. Vor allem mit böhmischem Glas, das sie für ihre Leuchten-Entwürfe verwendet. Etwa für die Tischleuchte Macaron, bei der eine Onyxmarmor-Scheibe wie die Füllung bei dem französischen Baisergebäck zwischen zwei gläsernen Keks-Hälften schwebt. Die Lichtquelle – verborgen im steinernen Fuß – bringt die farblichen Unregelmäßigkeiten im Gestein zum Leuchten. Der Entwurf, im vergangenen Frühjahr vom tschechischen Leuchtenhersteller Brokis vorgestellt, erregte Aufsehen. Nur wenig später wählte die Kölner Messe Lucie Koldova wegen ihrer „überzeugenden Leuchten-Designs“ zu ihrem Ehrengast für das Jahr 2018.

Die in Prag lebende Designerin hat für die imm Cologne das inzwischen siebte Haus gebaut. Mit der Simulation sollen Designer seit 2012 ein persönliches Statement zum zeitgenössischen Wohnen setzen. Den Anfang machte das indisch-britische Designer-Duo Doshie Levien, gefolgt vom Italiener Luca Nichetto, der Dänin Louise Campbell, den Chinesen Neri & Hu, dem deutschen Sebastian Herkner und dem Amerikaner Todd Bracher. Jedes Haus ist anders: Rossana Hu und Lyndon Neri konfrontierten ihre Besucher mit übervoll ausgestatteten Wohnkäfigen, Sebastian Herkner ersetzte in seinem Rundbau die Wände durch bewegliche Vorhänge.

Lucie Koldova hat wabenartige Lichtraum-Zellen entwickelt. In jeder Zelle gibt es ein anderes künstlerisch inszeniertes Licht, mit dem unterschiedliche Stimmungsebenen erzeugt werden sollen. Jeder Raum steht für ein bestimmtes Gefühl und eine praktische Funktion des täglichen Lebens und soll individuelle Bedürfnisse befriedigen. Im Zentrum der 180 Quadratmeter großen Installation befindet sich ein Gemeinschaftsraum. „In meinem ,Haus‘ komplettiert die Möblierung das Licht – nicht umgekehrt“, sagt Koldova. Möbel von ihr wird es aber auch zu sehen geben: Für das belgische Unternehmen PER/USE hat sie ein Sofa aus Kork entworfen, für die tschechische Marke Ton einen Sessel aus Bugholz.

Mike Meiré: Künstler und Kurator

W as genau Mike Meiré ist, lässt sich nicht ohne weiteres sagen. Mal ist er Künstler, mal Designer, mal Architekt, mal fungiert er als Art-Direktor, mal als Kurator. Wenn man es genau nimmt, hat er eine Ausbildung zum staatlich geprüften gestaltenden technischen Assistenten gemacht. Er selbst bezeichnet sich als Autodidakten. Wie auch immer, Mike Meiré ist erfolgreich. Und einflussreich. Die Liste seiner Kunden reicht von BMW und Dornbracht über Kenzo und Lamy, Porsche und Rimowa bis zu Siemens und Telekom. Seine Hauptaufgabe: Marken gestalten, um ihnen mehr Relevanz zu verleihen. Brand Shaping nennt man das. Oder Brand Coding, wenn sie denn Kult werden (und sei es nur für kurze Zeit) wie einst die Gesundheitsschuhe von Bama, die Meiré auf den Laufsteg von Jean Paul Gaultier brachte.

Angefangen hat alles mit einer Schülerzeitung, die der damals Siebzehnjährige neu gestalten sollte. Daraus wurde das Magazin „Apart“, das es von 1983 bis 1991 gab. Seither hat er vielen Print-Produkten ein neues Gesicht gegeben: dem Wirtschaftsmagazin „Brand eins“, dem Kulturmagazin „032c“, dem Architekturmagazin „ARCH+“, dem Kunst- und Modemagazin „Garage“ von Dasha Schukowa – und auch der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Der Zweiundfünfzigjährige ist der Kreative, sein drei Jahre älterer Bruder Marc, mit dem zusammen er vor 30 Jahren die Agentur M2 Meiré und Meiré gründete, kümmert sich ums Kaufmännische. Gut 100 Mitarbeiter hat die Agentur, die in einer Werkhalle in Köln-Ehrenfeld, als Hommage an Andy Warhol „Factory“ genannt, ihren Hauptsitz hat.

Auch mit Kunden aus der Möbelbranche haben Meiré und Meiré zu tun. Für Artek, die von Alvar Aalto 1935 mitbegründete finnische Marke, und den deutschen Leuchtenhersteller Bäro gestaltet die Agentur die Messeauftritte. Und Flötotto, das etwas aus der Zeit gefallene 110 Jahre alte Familienunternehmen aus Gütersloh, hat Meiré gerade erst komplett neu positioniert.

Er ist also alles und nichts zugleich. Wie sieht er sich selbst? Jedenfalls nicht (mehr) als Künstler, nicht als Designer, Architekt oder Art-Direktor. „Ich tanze zwischen den Disziplinen.“

Dirk Mecky: Gastronom

E r heißt nicht Schmitz, sondern Mecky, Dirk Mecky. Den Namen Schmitz hat er von der einst ältesten Metzgerei Kölns übernommen. Inzwischen gibt es an der Aachener Straße nicht nur die „Metzgerei Schmitz“, sondern auch den „Salon Schmitz“, die „Bar Schmitz“, den Club „Coco Schmitz“ – und im Museum für Ostasiatische Kunst „Das Schmitz“.

Mecky, inzwischen 54 Jahre alt, ist Gastronom aus Leidenschaft. Er fing in den achtziger Jahren mit seinem legendären Künstlerlokal „Dos XX“ an. Damals war Köln die europäische Kunst- und Designmetropole schlechthin, bei Mecky gingen Künstler wie Sigmar Polke, Rosemarie Trockel, Martin Kippenberger und Walter Dahn ein und aus.

Das „Dos Ekkis“, wie es ausgesprochen wurde, ist Geschichte. Vor gut 15 Jahren hatte der Kölner aber die Chance, sich im Belgischen Viertel neu zu erfinden. Er plante 2005 schon länger ein Café, als plötzlich nebenan die Metzgerei frei wurde. So konnte er kurz nacheinander gleich zwei Lokale eröffnen: Den „Salon“ mit seinen hohen Backsteinwänden und dänischen Designmöbeln aus den fünfziger und sechziger Jahren und die „Metzgerei“, in der die alten Kacheln und Fliesen noch erhalten sind – die Wurst- und Fleischtheke ebenso.

Ein Haus weiter kam im Jahr 2012 dann die „Bar Schmitz“ mit ihrem französischen Flair hinzu. Liebevoll hat Mecky jedes Lokal eingerichtet, hat Altes und Neues zusammengebracht. Die Tapeten im „Coco Schmitz“ etwa stammen noch aus dem Bordell, in dem später das „Dos XX“ beheimatet war. „Wir haben sie vorsichtig von den Wänden gezogen und mitgenommen.“

Richtig voll wird es in der „Schmitz-world“ während der Kölner Kunst- und Möbelmessen, zur Art Cologne und zur imm Cologne. Dann sind „Salon“ und „Bar“ Szenetreffpunkte für Designer und Hersteller, einzelne Räume werden zusätzlich für private Empfänge – etwa an das Schweizer Unternehmen Vitra – und Cocktailstunden vermietet.

Mecky catert aber auch auf der Messe. Quiches, Kuchen, Salate, Fingerfood, alles kommt aus eigener Produktion und ist Bio. Dafür hat er nicht nur eine kleine Bäckerei eingerichtet, sondern neuerdings sogar eine Eismanufaktur.

Volker Streckel: Office Manager

E inen begehbaren Möbelkatalog hat ein Besucher die Design Post in Köln einmal genannt. In der mehr als 100 Jahre alten Dreigelenkbogenhalle darf sich jeder ungestört umschauen, alles anfassen und sogar probesitzen. Kaufen aber kann man nichts. Und das sei auch gut so, sagt der Manager der Design Post, Volker Streckel. „Keiner muss sich verpflichtet fühlen.“ Zum Rundgang dazu gibt’s von ihm noch einen Kaffee aufs Haus. Streckel ist vom Fach, Möbelhandel hat er von der Pike auf gelernt. Unter anderem hat er für Pesch gearbeitet, das Einrichtungshaus für Designmöbel in Köln.

Die Idee zur Design Post stammt aus den Niederlanden. Dort gab es in Amsterdam mit dem Pakhuis einen erfolgreichen Vorläufer, den Paul van den Berg und Willem „Wim“ van Ast nach Deutschland importierten. Sie fanden einen idealen Standort: Die alte Post-Bahnhofshalle liegt direkt gegenüber der Messe in Köln. In dem 1988 unter Denkmalschutz gestellten Gebäude findet nun ganzjährig eine Möbelmesse statt, wenn auch nur im Kleinen. Dafür mit viel Tageslicht und Frischluft, wie Volker Streckel sagt.

Der Bau, der seit Mitte der Neunziger fast zehn Jahre lang leer stand, wurde aufwendig vom niederländischen Büro Olll Architecten saniert. Heute präsentieren sich gut 30 internationale Marken einträchtig nebeneinander in dem 3000 Quadratmeter großen Showroom für Möbel- und Produktdesign. Einige sind seit der Eröffnung vertreten, unter ihnen natürlich die niederländischen Möbelhersteller Arco der Familie van Ast und Montis von Paul van den Berg. Letzterer hat sich allerdings im vergangenen Jahr aus der Design Post zurückgezogen, für ihn ist nun Wim van Asts Tochter Floor mitverantwortlich.

Marken wie Agape und Arper, Kinnasand und Kvadrat, Magis und Moroso, Röthlisberger und Zeitraum nutzen gerade auch die Woche der Möbelmesse, um ihre Neuheiten zu präsentieren. Einige zeigen sie nur in der Design Post – und eben nicht auf dem Messegelände auf der anderen Seite der Deutz-Mülheimer Straße. So ist der Andrang alljährlich groß. Um die 20.000 Besucher erwartet Streckel wieder in den nächsten acht Tagen. Sonst sind es übers Jahr gesehen im Schnitt monatlich rund 800.

Sabine Voggenreiter: Veranstalterin

A uf Sabine Voggenreiter und ihr alljährliches Projekt war die Kölner Messe einige Jahre eifersüchtig. Phasenweise bekam die „Interior Design Week Köln“ mit dem Namen Passagen mehr Aufmerksamkeit als die Schau auf dem Messegelände. Doch das ist vorbei. Inzwischen freut sich die Messe über das von Sabine Voggenreiter initiierte Off-Programm mit seinen vielen Veranstaltungen. Die Passagen sollen eine Plattform für aktuelle Strömungen des Designs, der Architektur, des Wohnens und urbaner Trends sein. Die Aussteller sind Hersteller aus aller Welt, Einrichtungshäuser, Galerien, Museen, Showrooms, Designbüros, Institute und Hochschulen.

Sabine Voggenreiter ist Kulturwissenschaftlerin und Kulturmanagerin. Als solche wurde sie 2012 mit dem Kölner Kulturpreis ausgezeichnet. Sie hat Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte studiert, bevor sie Mitte der achtziger Jahre die Galerie der Kölner Architekten- und Designergruppe „Pentagon“ leitete. Sie konzipierte und organisierte Ausstellungen, zum Beispiel die erste von Jasper Morrison in Deutschland. „Irgendwann dachte ich mir, warum nur eine Ausstellung, warum nicht drei oder zehn zur selben Zeit“, erzählt sie. Die Idee, die ganze Stadt während der Möbelmesse zu einer Bühne zu machen, war geboren.

Genau 150 Veranstaltungen stehen in diesem Jahr in Sabine Voggenreiters „Passagen-Heft“, dazu noch etliche „Cocktails und Termine“. Jeder, der etwas zu zeigen hat, kann sich bewerben. Voraussetzung ist, dass man sich professionell mit dem Thema Design und seiner Inszenierung auseinandersetzt. 1700 Euro kostet die Teilnahme, Hochschulen und Nachwuchsdesigner können besonders gefördert werden.

Die Designers Fair, in diesem Jahr in der Ehrenfelder Pattenhalle, ermöglicht jungen, freien Designern eine Werkschau. Für die Dutch Design Week Eindhoven hatte sie zudem 2017 eine Ausstellung mit einer neuen Generation Kölner Designer kuratiert: Die Arbeiten von Karoline Fesser, Klemens Grund, Meike Harde, Tim Kerp und Thomas Schnur sowie dem Interior-Fotografen Thomas Wiuf Schwartz sind in der Galerie Ruttkowski zu sehen.

Quelle: F.A.Z.-Magazin