Gesunder Hocker

Von Pappe, aber nicht zu unterschätzen

Von Peter-Philipp Schmitt
 - 14:49

Seine Tochter brachte ihn auf die Idee. Eigentlich ist Hartmut Geyssel Maschinenbauer. Doch den Hocker hatte der Wiesbadener schon länger im Kopf. Nach der Geburt der Tochter machte sich Geyssel an die Arbeit und entwickelte Ronix, aus Holz.

„Der Entwurf basiert auf der jahrhundertealten Sitzkultur der Kurden“, erzählt der Fünfundvierzigjährige. Die abgerundete Sitzschale aus einzelnen Latten ruht auf einem x-förmigen Untergestell. Der Hocker fürs Kleinkind ist gerade einmal zwölf Zentimeter hoch. Wer auf ihm sitzt, nimmt automatisch eine gesunde Haltung ein: der Rücken gerade, die Knie in die Höhe, die Beine gespreizt, was der Hüfte zugute kommt. Nicht nur Geyssels Tochter, auch Ronix wurde größer. Inzwischen gibt es einen Hocker für Kinder bis zu einer Größe von 1,50 Metern (Sitzhöhe 18 Zentimeter) und Jugendliche (24 Zentimeter) sowie einen passenden Tisch mit Namen Honix, dessen Beine ebenfalls mitwachsen können. Ronix und Honix fertigt ein Schreiner aus Ahorn oder Walnuss. Das hat seinen Preis, die Hocker kosten zwischen 70 und 180 Euro. (www.hophopik.com)

Geyssel tüftelte weiter und kam auf das Material Pappe. Ergonomisch ist auch Lollo, der aus Karton gefaltet wird und nur 20 Euro kostet. Auch auf ihm sitzt man rittlings. Und die Sitzschale, die mit Filz beklebt wird, ist genauso geformt wie der Hocker aus Holz. Die Pappe verträgt nur keine Feuchtigkeit. Dafür lässt sich Lollo bemalen und kann von Kindern getragen werden. Obwohl der Hocker selbst einen Erwachsenen von 90 Kilogramm aushält.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin
Autorenporträt / Schmitt, Peter-Philipp (pps.)
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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