360-Grad-Kamera im Test

Mit dem iPhone alles im Blick

Von Michael Spehr
 - 16:10

Wer mit seinen Bildern schnell Beifall finden will und weniger auf nachhaltige Wirkung aus ist, experimentiere mit einer Rundumkamera. Alle sind sofort begeistert von den Panoramen, die auf diese Weise entstehen. Rundum-Kameras, die mit zwei Optiken arbeiten, sind seit einigen Monaten der Hit. Der Betrachter kann selbst entscheiden, in welche Richtung er sehen möchte, mit Maus oder Finger steuert man die Blickrichtung. Besonders gut lassen sich solche Panoramen auf Facebook oder Youtube wiedergeben, hier funktioniert die Steuerung am besten. Die kompakten Kameras bieten im Rundumblick indes keine gute Bildqualität, es geht allein um den 3D-Effekt und das Staunen.

Wir haben nun die Insta 360 Nano ausprobiert, die ganz auf den Einsatz mit dem iPhone zugeschnitten ist. Man stöpselt sie an den Lightning-Anschluss neuerer Apple-Geräte. Für die Stromversorgung ist ein eigener Akku eingebaut, der mit Micro-USB aufgeladen wird. Auch lässt sich eine Speicherkarte einsetzen. Ein Mikrofon ist ebenfalls vorhanden, liefert jedoch keine besseren Ergebnisse als das des iPhones.

Das robust wirkende Aluminiumgehäuse der Insta hat einen einzigen Knopf zum Einschalten, der auch als Auslöser dient, sofern eine Micro-SD-Karte eingesteckt ist. Wird die Kamera per Lightning ans iPhone gesteckt, muss man dieses fortan kopfüber mit dem Home-Button nach oben halten. Nicht nur das ist ungewöhnlich. Ärgerlich ist, dass sich die Kamera mit iPhone-Hülle nicht aufstecken lässt. Auch das Arbeiten mit Stativen und anderen Adaptern ist nahezu unmöglich.

Das iPhone-Display zeigt eine Vorschau des Rundum-Fotos, Videos lassen sich natürlich ebenfalls aufnehmen. Was auf der Speicherkarte landet, lässt sich in den Speicher des iPhones kopieren und teilen, etwa auf Twitter, Instagram oder mit Whatsapp. Ferner gibt es die wohl unvermeidlichen Filter zur Nachbearbeitung des Materials.

Zum Teilen werden die Aufnahmen auf Insta-Server hochgeladen, der Hersteller ist das chinesische Unternehmen Shenzhen Arashi Vision. Mit Hilfe eines Links kann so gut wie jeder Empfänger das 3D-Spektakel an seinem PC oder Mobiltelefon betrachten. Im Browserfenster gibt es die Darstellungsmodi Fischauge, Planet (Sicht von oben), Ball (Kugeldarstellung) und normal mit linearer Perspektive. Die Bildqualität ist ordentlich, kann indes mit einer herkömmlichen Kompaktkamera nicht mithalten. Ein Probefoto des Autors ist hier abrufbar.

Die Verpackung der Insta 360 Nano dient gleichzeitig als VR-Halterung für das iPhone, man kann damit die aufgenommene Szenerie in simulierter Rundumsicht wiedergeben. Alles in allem ein netter Spaß für 240 Euro. Wer Rundum-Aufnahmen in besserer Qualität sucht, werfe einen Blick auf die Insta 360 Pro des Herstellers, die mit einer höheren Auflösung eher den Profi anspricht.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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