Mikrofon von Sennheiser

Ein offenes Ohr für die Gopro

Von Wolfgang Tunze
 - 14:30

Wenn im Video das Leben tobt, der Ton aber matt und müde vor sich hin nuschelt, hatte die Action-Cam Schuld – oder genauer: das wasserdichte, aber leider auch schallschluckende Schutzgehäuse des sportiven Aufnahmezwergs. Sennheiser sann auf Abhilfe und bietet nun, passend zur Feriensaison, ein Mikrofon an, das auch dem akustischen Part auf die Sprünge helfen soll. Das MKE 2 Elements genannte Utensil ist speziell auf die Gopro Hero 4 zugeschnitten und widersteht Wind, Wasser und anderen Widrigkeiten von Wetter und Natur, sagt der Hersteller. Wir haben es ausprobiert.

Der kleine Schallsensor steckt in einem wasserfesten Windschutzpuschel, und der wiederum sitzt an einer Gehäuserückwand, die sich anstelle des Originals mit dem Frontteil des Standard-Schutzgehäuses verbinden lässt. Zuvor gilt es, die nötige elektrische Verbindung herzustellen, was ein wenig feinmotorisches Geschick erfordert: Zur Kontaktaufnahme dient eine an einem dünnen Kabel befestigte kleine Platine mit einem Mini-USB-Stecker, der in den passenden Anschluss der Kamera gestöpselt wird. Ist das erledigt, nimmt die Gopro in Sennheisers schalenförmigem Gehäuseteil Platz.

Das klappt sogar, wenn die Kamera mit einem externen Huckepack-Akku filmen soll; kommt sie ohne diese Stromreserve aus, füllt ein passender Abstandshalter aus Schaumstoff den Platz. Die so präparierte Gehäuse-Rückseite wird nun ins Gelenk an der Unterseite der Gehäusefront eingehängt, zugeklappt und mit der Klammer auf dem Oberdeck verschlossen. Der Nachteil des Konstrukts: Die Sennheiser-Rückseite ist nicht transparent, sie verdeckt also den eingebauten Suchermonitor der Kamera.

Einen Tauchgang in der Badewanne hat die Kamera mit dem Mikrofon-Außenborder klaglos überstanden, das Gehäuse blieb dicht. Und die Aufnahmequalität? Wir haben verschiedene Clips in freier Natur und mit Referenzsignalen aus dem Lautsprecher gedreht – und waren vom Ergebnis nicht allzu überrascht: Das externe Mikrofon macht seine Sache gut, erfasst einen weiten Frequenzumfang und bleibt auch dann tapfer auf Empfang, wenn der Windschutz nass wird. Der Vergleich mit dem eingebauten Gopro-Mikrofon ist ohrenfällig: Das Schutzgehäuse dämpft den Ton dramatisch, es bleibt von der Audio-Kulisse tatsächlich nur mattes Murmeln. Filmt die Kamera dagegen im Schönwettermodus ohne Gehäuse, braucht sie keine externe Unterstützung: Ihr Schallsensor reicht dann völlig aus, fängt den Ton sogar noch etwas lauter ein als das Sennheiser-Mikrofon. Steckt die Gopro aber im Gehäuse und geht sie womöglich sogar auf Tauchstation, ist der Außensensor eine höchst sinnvolle Ergänzung. Sennheiser lässt es sich allerdings ganz ordentlich bezahlen: 200 Euro kostet der Spaß.

Quelle: F.A.Z.
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