Aktive Ultima 40 von Teufel

Volldampf aus eigenem Antrieb

Von Wolfgang Tunze
 - 16:02

Lautsprecher mit dem Namen des Leibhaftigen gelten als solide akustische Hausmannskost zu volkstümlichen Preisen. Kürzer gesagt: Wo Teufel draufsteht, ist gern sogar „Rabattz“ drin, so verspricht es eine Werbeaktion des Berliner Herstellers und Internet-Versenders in dieser Woche. Tönender Volldampf also mit saftigem Preisnachlass. Zur landläufigen Sichtweise passt, was einschlägige Tester über den Verkaufs-Hit des Hauses schreiben – eine schmale, 106 Zentimeter hohe Dreiwege-Standbox mit dem Namen Ultima 40.

Dieser Schallwandler, Paarpreis der jüngsten Version moderate 480 Euro, erntete landauf, landab begeisterte Kommentare. Jetzt hat Teufel eine Aktiv-Version dieses Klassikers aufgelegt: Eine der beiden Stereo-Boxen tritt mit einem eingebauten Verstärkerteil an, das sich über einen HDMI-Eingang sogar mit dem Fernseher verbinden oder über Bluetooth vom Smartphone aus befunken lässt. Das andere Boxen-Exemplar wird über ein normales Lautsprecherkabel mit der Verstärkersektion des Zwillings verbunden. Dieses Komplettset kostet 800 Euro.

Macht auch das aktivierte Ultima-Pärchen Spaß? Zunächst weitere Details zu Technik und Ausstattung. Die Ultima 40 arbeitet als Bassreflexbox: Zwei Tieftonchassis mit 16,5 Zentimeter großen Membranen bestreiten die Tieftonwiedergabe, Reflexöffnungen auf der Rückseite unterstützen sie dabei. Für den Mitteltonbereich setzt Teufel eine gleich große Membran aus einem kupferfarbenen Kevlar-Fiberglas-Mischgewebe ein, in deren Mitte ein „Phase Plug“, also ein konisches Metallteil, zu einem linearen Frequenzgang und gleichmäßiger Schallverteilung beitragen soll. Für die Hochtonwiedergabe schließlich ist eine Gewebekalotte zuständig. All dies steckt in einem schwarzen oder weißen Gehäuse mit abgerundeten Kanten, getarnt hinter einer abnehmbaren Textilbespannung.

Über Bluetooth können sogar zwei Smartphones mitspielen

In der Aktiv-Elektronik arbeitet ein Schalt-Verstärker, der bis zu 200 Watt Leistung bereitstellen soll. Analoge Programmquellen können an einem in der Empfindlichkeit justierbaren Cinch-Anschluss andocken, für digitale Signale aus dem CD-Player gibt es einen optischen Eingang. Soll der Fernseher über den HDMI-Eingang mitspielen, so muss der entsprechende Anschluss hinter dem Bildschirm den „Audio Return Channel“ unterstützen, in Datenblättern zu erkennen am Kürzel „ARC“. Drehknöpfe dienen zur Einstellung von Grundpegel, Bässen und Höhen, und mit einem weiteren Knopf lässt sich festlegen, bei welcher Übergangsfrequenz ein Subwoofer ins Spiel kommen soll: Über eine Cinch-Buchse lässt sich ein zusätzlicher Mono-Bass anschließen.

Eine Funk-Fernbedienung in der Form eines Eishockey-Pucks zählt ebenfalls zum Komplett-Set. Ein Dreh an ihrer oberen Hälfte justiert die Lautstärke, ein Druck auf eine kleine seitliche Taste wechselt die Programmquelle, farbige LED-Signale auf der Lautsprecherfront quittieren alles. Über Bluetooth können sogar zwei Smartphones mitspielen; die Toncodierung Aptx sorgt zudem für Musikfunk ohne nennenswerten Klangverlust.

Und das ist gut so, denn die aktive Ultima 40 dankt anständige Signalqualität mit sauberer, klarer, eher warmer Wiedergabe, sie breitet Instrumente auf einer präzise gestaffelten Bühne aus und lotet das akustische Spektrum bis hart an seine Grenzen aus – sogar im Tiefbass: Ein zusätzlicher Subwoofer wäre da meist schon zu viel des Guten. Und die Ultima kann beides: ein Streichquartett feinfühlig darstellen, aber auch beherzt loslegen, wenn sie auf einer Party in Disco-Manier aufspielen soll. Was will man mehr? Für noch eindrucksvollere Qualität müsste man wohl viel tiefer in die Tasche greifen.

Quelle: F.A.Z.
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