Auto & Verkehr
Autowracks in Amerika

Friede sei mit euch

Von Walter Wille
© Wille, F.A.S.

Amerika ist ein weites Land. Der nächste Autofriedhof liegt nicht mal eben um die Ecke. Also bleiben sie halt irgendwo stehen, die Ausrangierten. Und stehen noch da, wenn sich die Gebeine ihrer ehemaligen Besitzer schon im Staub verlieren.

Im trockenen Wüstenklima des Westens spielt sich automobiler Zerfall in sehr langen Zeiträumen ab. Der Rost hat es schwer. In Gegenden abseits der Interstates, in Nestern, die von keinem vielbefahrenen Highway gestreift werden, und in den gar nicht mal so wenigen Geisterstädten sieht man jede Menge Wracks.

Ohne Garage rund 100 Jahre alt geworden: Dafür hat sich dieser Veteran gut gehalten.
© Wille, F.A.S.

In manchem Hinterhof ist die Fahrzeugleiche einfach nur Zeugnis armseliger Lebensumstände. An anderer Stelle wirkt es so, als habe es einfach niemand übers Herz gebracht, die alte Kiste zu verschrotten. Wenn dann irgendwann die Würde des hohen Alters zu wirken beginnt und das Auto wie hingemalt in der Wüste steht, ist es wieder schön. Und der Betrachter beginnt zu träumen, wie es wäre, wenn man es wieder flottmachen würde.

In Nelson, Nevada, wo die meisten dieser Bilder entstanden sind, haben ein paar Lebenskünstler einige Dutzend Automobile in der Landschaft verteilt und so die verlassene Minenstadt in der Abgeschiedenheit der Eldorado-Berge, ein gutes Stück südlich von Las Vegas, in eine bescheidene Touristenattraktion verwandelt. Der Ansturm scheint überschaubar zu sein. Beim Herumlaufen sollte auf Schlangen geachtet werden und die Widerhakenstachel der erstaunlich heimtückischen Cholla-Kakteen. Und: keine Eile. So schnell ändert sich dort nichts.

Quelle: F.A.S.
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