Clevere Maschinen und Sensoren

Davon träumen Handwerker, Hobbyköche und Handynutzer

Von Marco Dettweiler, Berlin
 - 15:56
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Neben den großen Unternehmen wie Samsung, Sony, Siemens und Miele, die sich auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin zum Teil ganze Hallen leisten, um ihre neuen Produkte zu zeigen, gibt es auch kleine Start-ups mit kleinen Ständen. Vayyar aus Israel ist so eines. Um eines ihre Produkte brauchen sie allerdings auch nicht viel Ausstellerfläche. Es reicht eine Wand hinter der ein paar Leitungen und Holzplanken angebracht sind. Mit dem WalabotDIY, der etwa so groß ist wie ein Smartphone und mit einem solchen verbunden wird, lässt sich quasi durch die Wand schauen.

Man scannt mit dem Gerät die Wand und das Gerät erkennt, was sich dahinter befindet. Der WalabotDIY findet nicht nur Metall, Holz und andere Materialien, sondern auch Lebewesen. Wenn also ein Maus hinter der Wand lebt, ist sie entdeckt. Der Einsatz ist so einfach wie praktisch. Wer zu Hause ein Loch in die Wand bohrt, muss wissen, wo die Strom- und Wasserleitungen verlaufen. Die handelsüblichen Instrumente, die dafür vorgesehen sind, scheitern in der Regel.

Die Technik, die hinter WalabotDIY steckt, ist ein Chip, der über Antennen elektromagnetische Wellen mit einer bestimmten Frequenz aussendet. Die Materialien reflektieren sie auf unterschiedliche Weise, sodass der Sensor mit Hilfe der Software diese identifizieren kann, weil sie unterschiedlich viel Energie verlieren. Nur bei Metall funktioniert diese Methode nicht.

Wandscanner WalabotDIY von Vayyar © Hersteller Wandscanner WalabotDIY von Vayyar.

Smartphone XZ1

So ein Chip mit Antennen würde sich auch in einem Smartphone gut machen. Anfragen sind da, sagen die Entwickler von Vayyar, nur nicht vom wem. Apple, Samsung oder Sony könnten das sein. Im neue Smartphone Xperia XZ1, das Sony an diesem Donnerstag auf der IFA präsentiert hat, steckt so ein Scanner noch nicht. Das Gerät unterscheidet sich eh kaum vom aktuellen Flaggschiff Xperia XZ Premium, im Wesentlichen nur durch die Größe und Auflösung des Bildschirms. Beides ist geringer geworden. Das Display ist nur noch 5,2 Zoll groß und hat Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel).

Interessant ist eine neue Kamerafunktionen. Das Gerät kann Objekte dreidimensional einscannen und speichert das 3-D-Bild im offenen ojb-Format. Eine mögliche Verwendung: Nutzer schicken die Daten aus der 3-D-Creator-App heraus an einen Anbieter von 3-D-Drucken. Wer dann seinen Kopf oder einen Apfel oder was auch immer als Porzellan- oder Sandsteinfigur haben will, wird sich zeigen. Die neue Kamera kann zudem für Augmented-Reality eingesetzt werden. Das ist insofern interessant, weil spekuliert wird, dass Apple im iPhone 8 so etwas eingebaut hat. Was Sony allerdings auf der Pressekonferenz vorgeführt hat, waren kindische Spielereien, die nach wenigen Tagen Gebrauch langweilig werden dürften.

Verstärker R-N803D

Wer sich mit dem Sound seiner Anlage nicht zufrieden gibt und selbst den Klang perfektionieren will, sollte am Stand von Yamaha vorbei schauen. Eines der Highlights aus dem Sortiment von Verstärkern, Lautsprechern, Soundbars und vielem anderen ist der R-N803D. Der Stereo-Receiver wartet zunächst mit vielen Funktionen auf, die ein moderner Verstärker haben sollte. Er spielt hochauflösende Dateien ab, unterstützt mehrere Streaming-Dienste, überträgt das digitale Radio DAB+, vernetzt sich mit anderen Yamaha-Geräten und kann bei Bedarf sogar einen Plattenspieler zum Klingen bringen.

Das Besondere an diesem Receiver ist jedoch seine Einmessautomatik. Ein kleines Mikrofon, das Yamaha mitliefert, misst die akustischen Eigenschaften des Raumes: seine Größe, die Position der Lautsprecher und wie die Wände die Schallwellen reflektieren. Die Daten wertet ein Algorithmus aus, um beim Abspielen der Musik diese den Gegebenheiten entsprechend anzupassen.

Pastamaker Vivaplus

Genug von der sogenannten Braunen Ware, auf zur Weißen. Dort hat Philips ein schönes Gerät für die Küche. Mit dem Vivaplus lässt sich einfach und schnell Pasta herstellen. Wir haben schon einige Spaghetti, Penne und Fettuccine mit dem Vorgänger gemacht. Der Pastamaker wiegt das Mehl, nachdem es in sein Inneres gefüllt wurde, gibt daraufhin die exakte Menge Wasser an, die hinzugegeben werden muss, sobald der Knetvorgang beginnt.

Nach drei Minuten wird der Teig Richtung Ausgang geschoben. Dort steckt einer von vier Aufsätzen. So entstehen Spaghetti, Penne oder Fettuccine. Selbst kleine Lasagneblätter sind möglich. Fortgeschrittene mischen noch Eier, Spinatsaft oder Tinte des gleichnamigen Fisches unter Anleitung des Vivaplus dazu. Am Stand von Philips wird klar, dass es reicht, zur Pasta eine einfache Tomatensauce zu machen, um ein leckeres Gericht zu bekommen.

Reiskocher

Glutenallergiker, von denen es immer mehr gibt, werden um den Pastamaker einen großen Bogen machen. Mehl gilt ihnen als Krankmacher. Als Ersatzbeilage bieten sich Reis, Hülsenfrüchte oder Qinoa an. WMF reagiert auf diesen Trend und hat in seiner Serie Küchenminis nun auch einen Reiskocher im Angebot. Damit das Gericht nicht anbrennt, hat er eine Doppel-Antihaftbeschichtung, 220 Watt sorgen für die Wärmeverteilung. Mit 250 Gramm Reis ist das Maximum erreicht, das dürfte selbst für einen hungrigen Single genug sein.

Das Gerät hat ein paar raffinierte Funktionen. Ist das Gericht fertig gegart, kann es der Selbstversorger mitsamt Innentopf herausnehmen und mit einem Deckel für den Transport verschließen. Praktisch ist auch der Aufsatz fürs Dampfgaren. So wird aus Reis und Gemüse eine komplette Mahlzeit.

Kaffeemaschine

Eigentlich haben die meisten Menschen ja morgens keine Zeit, sich in Ruhe einen Filterkaffee zu brühen. Das bedeutet: Papierfilter spülen, Kaffee mahlen, Wasser heiß machen und in kreisenden Bewegungen langsam über das Mehl gießen. AromaFresh von Melitta für 170 Euro soll den Eiligen die Arbeit abnehmen. Der Anfang des Prozesses ist vielversprechend: Direkt über dem Filter sitzt die Mühle, sodass das frisch gemahlene Mehl direkt hineinfällt. Wenn das heiße Wasser darüber fließt, dürften sich nur wenige Aromen verflüchtigt haben.

Leider schafft es auch diese Maschine nicht, das Wasser gleichmäßig zu verteilen, auch hier wird das Mehl am Rand weniger Beachtung finden. Aber die AromaFresh hat im Vergleich zu anderen Filterkaffeemaschinen den Vorteil, dass der Prozess von der ganzen Bohne zum fertigen Kaffee in einem Gehäuse abläuft. Melitta hat im Gespräch allerdings angedeutet, dass man sich des Problems mit der ungleichmäßigen Wasserverteilung bewusst ist. Es besteht also Hoffnung, dass irgendwann ein Nachfolger kommt, der das Mehl eher „duscht“.

Saugroboter Roxxster

Wer genug hat vom selbstgemachten Nudeln, das Reisgericht zubereitet und den Kaffee gemacht hat, will nicht gleich mit dem Saugen weitermachen. Deswegen gibt es heutzutage Saugroboter. Und davon immer mehr. Allein für die zugehörige Produktrecherche einen ganzen Tag auf dem Gelände verbringen. Miele, AEG, Dyson, Ecovacs Robotics und andere haben einen Roboter – und Bosch jetzt auch. Roxxster heißt er. Die Reinigungsleistung rückt in den Hintergrund, es drängt die Smartheit der Maschine nach vorn.

So kann sich der Roxxster nicht nur autonom im Haushalt bewegen und sich den zurückgelegten Weg merken. Er kann „von jedem Ort der Welt aus“ gesteuert werden, mit der gleichen App umfährt er „No-go zones“. Weil er mehrere Wohnungen kartographieren kann, fühlt er sich auch in der Zweitwohnung wie zu Hause. Bosch hat zudem Amazon als Partner gewonnen, so dass Roxxster per Sprachbefehl über den Lautsprecher Echo gezielt in die Küche geschickt werden kann.

Quelle: FAZ.NET
Marco Dettweiler - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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