Asus Zenbook 3 im Test

Das haben sie aber schön hinbekommen

Von Michael Spehr
 - 11:01
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Vor einem Jahr brachte Asus sein kleines Zenbook 3 auf den Markt, ein Notebook im 12-Zoll-Format, dessen Grundfläche nicht größer als ein DIN-A4-Blatt ist, und das es unverkennbar mit dem Macbook 12 von Apple aufnehmen wollte. Das Gerät hat seine Vorzüge, aber doch etliche Nachteile, so lautete unser Urteil damals. Nun ist seit einigen Monaten ein großer Bruder erhältlich, das Zenbook 3 Deluxe, das wir einige Zeit ausprobiert haben.

Die wichtigsten Unterschiede sind sofort zu sehen: Deluxe ist ein 14-Zoll-Modell, es ist einen Hauch dicker geworden, misst nun 33 × 21 × 1,29 Zentimeter und wiegt 1,1 Kilogramm. Das ist noch immer ein Fliegengewicht, aber es sind 300 Gramm mehr gegenüber dem Zenbook 3. Wie gehabt ist schon das Äußere faszinierend. Die verwendete Aluminiumlegierung ist wahlweise blau oder grau, das Unibody-Gehäuse soll außergewöhnlich stabil sein. Gern nimmt es Spuren von Fingerfett an. Gold-Akzente schmücken Bildschirm, Tasten und das rückseitige Logo. Das Notebook wirkt robust und verwindungssteif, der Bildschirm lässt sich allerdings nicht komplett nach hinten klappen. Touchpad und Tastatur gefallen. Der Tastenhub scheint uns größer zu sein als beim Zenbook 3, die Tastatur erlaubt ein deutlich schnelleres Schreiben als mit dem kleinen Modell – und dem Macbook 12. Das Touchpad reagiert präzise, oben rechts ist ein Fingerabdruck-Scanner mit biometrischer Erkennung eingelassen, er funktioniert bestens.

Der nächste Pluspunkt sind die Schnittstellen. Statt eines USB Typ C findet man nun gleich drei Typ-C-Buchsen vor. Zwei davon unterstützen Thunderbolt 3 mit Displayport und schnellem Datentransport (bis zu 40 Gigabit pro Sekunde), die dritte ist eine USB-3.1-Buchse. Auf diese Weise lassen sich zwei 4K-Monitor anschließen. Um sofort loszulegen, liegen zwei Adapter bei: Typ C auf HDMI und den konventionellen USB-Anschluss. Auch eine Tasche gehört zum Lieferumfang. Das alles ist nicht selbstverständlich, und mancher andere Hersteller lässt sich die Adapter gut bezahlen.

Den Eindruck, dass es sich hier um ein besonders schönes Notebook handelt, unterstreicht die Anzeige. Zwar ist der schwarze Rahmen bis zum Rand anderswo dünner, aber der Bildschirm überzeugt mit hohem Kontrast, guter Blickwinkelstabilität und hochwertigem Corning Gorilla Glas. Die Anzeige spiegelt jedoch, und sosehr die Größe von 14 Zoll angesichts der kompakten Gehäusemaße überzeugt, um so unverständlicher ist, dass mehr als eine Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixel nicht geboten wird.

Das ist nicht mehr zeitgemäß. Das Zenbook 3 Deluxe sucht seine Vorteile vielmehr bei schierer Rechenleistung. Mit Core-i5- und -i7-Prozessoren der siebten Generation, mit 8 oder 16 Gigabyte RAM und einer schnellen SSD – zumindest wenn man die Größen 512 Gigabyte und 1 Terabyte wählt, die kleinste Version mit 256 Gigabyte arbeitet langsamer. Genug Tempo ist also da, jederzeit. Das merkt man leider auch am Einsatz des Lüfters. Wie im kleinen Modell ist er häufig und oft unüberhörbar aktiv. Zweiter Minuspunkt: Die eingebaute Webcam mit VGA-Auflösung (640 × 480 Pixel) liefert erwartungsgemäß nur eine unterirdische Bildqualität. Das passt nicht zu einem Gerät in der Preisklasse zwischen 1600 bis 2200 Euro.

Auch kann es Asus nicht lassen: Wieder mal erhält man ungefragt unerwünschte Software frei Haus, man mache einen großen Bogen um die „Giftbox“, die als Erstes deinstalliert werden sollte. Der fest eingebaute Akku mit 46 Wattstunden ist in weniger als zwei Stunden aufgeladen und hielt in unserem Testalltag bis zu sieben Stunden durch. In vielen Details hat Asus sein Vorzeige-Notebook verbessert. Im nächsten Anlauf sollten jedoch Lüfterlärm und Bildschirmauflösung auf der Agenda stehen.

Quelle: F.A.Z.
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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