Drohne Mavic Air ausprobiert

Da rockt der Modi Rocket

Von Michael Spehr
 - 08:28
zur Bildergalerie

Jetzt kommt die goldene Mitte: Zwischen die schnuckelig kleine Drohne Spark und die größere Mavic Pro packt der chinesische Hersteller DJI eine neue, die Mavic Air. Sie soll das Beste aus zwei Welten bringen. Wie die Spark passt sie auf die geöffnete Handfläche und lässt sich mit Gesten steuern. Doch ungeachtet der kompakten Bauform bietet sie eine lange Flugzeit von 21 Minuten. Die Kamera des neuen Hobbyfliegers hat ebenfalls etliche Pluspunkte: Bot die Spark nur eine Stabilisierung des Bildes mit einem Zweiachsen-Gimbal, kommt hier ein professionelles Dreiachsensystem zum Einsatz.

Die Optik mit 1/2,3-Zoll-Sensor löst mit 12 Megapixel auf, die Brennweite liegt bei 24 Millimeter. Nun gelingen stabilisierte Videos in 4K-Auflösung mit 30 Aufnahmen in der Sekunde. Die Spark beherrscht nur Full-HD-Aufnahmen. So liegt die kleine Drohne also kameratechnisch auf Augenhöhe mit der Mavic Pro. Wie die große Schwester schafft sie Zeitlupenaufnahmen mit 120 Bildern in der Sekunde in HD. Fotos und Videos landen entweder auf einer Micro-SD-Karte oder, das ist neu bei DJI, im internen Speicher, der acht Gigabyte fasst. Mit einem USB-C-Anschluss lassen sich die Medien exportieren.

Das Kamerasystem hat eine Panoramafunktion eingebaut: 25 Fotos werden automatisch aufgenommen und zu einem 32-Megapixel-Panorama zusammengefügt. Neu sind vordefinierte Flugmanöver mit feschen Namen wie Modi Rocket oder Droni. Was bislang ein gewisses fliegerisches Geschick erforderte, erledigt nun die Software, etwa die Erfassung eines sphärischen Panoramas, indem die Drohne rückwärts nach oben fliegt. Gleich anderen DJI-Modellen ist die Mavic Pro ebenfalls in der Lage, Personen automatisch zu folgen, auch dann, wenn sie schnell laufen oder Rad fahren.

Mit sieben eingebauten Bordkameras und Infrarotsensoren soll die Mavic Air Hindernissen besser denn je ausweichen können. Das Sichtsystem erkennt Gefahren in bis zu 20 Meter Entfernung. Die Steuerung im Nahbereich kann mit der überarbeiteten Gestensteuerung erfolgen, also allein mit Handzeichen. Oder man nimmt die Fernbedienung, die ans Smartphone angekoppelt wird. Sie funkt im 2,4- und 5-Gigahertz-Bereich mit einer Reichweite von bis zu vier Kilometer.

Unter windigen Bedingungen liegt die maximale Geschwindigkeit der Drohne bei 36 km/h. Im Sportmodus fliegt die Mavic Air mit bis zu 68 km/h. Die maximale Flughöhe vom Boden aus folgt den jeweils geltenden gesetzlichen Beschränkungen. In Deutschland also außerhalb von Flugverbotszonen 100 Meter. An und für sich kann die Mavic Air bis zu 5000 Meter aufsteigen. Mit einem Gewicht von 430 Gramm erfordert die neue Hobby-Drohne eine Plakette mit Name und Anschrift des Eigentümers. Erste Flug-Eindrücke in der vergangenen Woche: So klein, so leistungsfähig, so einfach zu bedienen, die verbesserte Gestensteuerung ist eine Wucht.

Die Mavic Air wird in drei Farben angeboten und kostet mit Akku, Fernbedienung und Tragekoffer 850 Euro. Für 1050 Euro gibt es das Fly More Combo mit drei Akkus, Reisetasche und einem Akku-Powerbank-Adapter. Die Auslieferung beginnt in dieser Woche.

Quelle: F.A.Z.
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
FacebookTwitterGoogle+
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenDrohne