FAZ plus ArtikelNervige Werbeanrufe

Bitte sofort auflegen!

Von Michael Spehr
 - 09:39

Beim Abendessen klingelt das Telefon. Es gehe um Meinungsforschung, sagt der Anrufer. Die Familie empfindet solche Anrufe als störende Belästigung. Sie kommen unpassend, und man weiß nie, was dahinter steckt. Vielleicht ist die Umfrage nur vorgeschoben. Am Ende wird einem ein Vertrag untergeschoben. Anrufe der Markt- und Meinungsforschung sowie Werbeanrufe sind ein Nerv-Thema. Noch nie haben sich in Deutschland deswegen so viele Menschen bei der Bundesnetzagentur beschwert wie im vergangenen Jahr. Nach rund 164 000 Beschwerden wurden viele Rufnummern abgeschaltet und Bußgelder in Höhe von 1,2 Millionen Euro verhängt.

Unseriöse Anrufe mit Gewinnspielen, zur Benachrichtigung nach angeblichen Gewinnen oder zum Abschluss von Abonnements sind fast immer betrügerisch. Die Rufnummer ist entweder unterdrückt oder häufig gefälscht. Was wollen die Anrufer erreichen? Es geht darum, Kontodaten zu entlocken, dem Angerufenen einen Vertrag unterzuschieben oder einen dazu zu bringen, teure Mehrwertdienste anzurufen. Oft werden wertvolle Preise in Aussicht gestellt, wenn man nur vorab vermeintlich anfallende Steuern oder andere Kosten übernehme und bezahle. Mit Ping-Anrufen, es klingelt nur ein einziges Mal, dann ist das Gespräch weg, soll der Rückruf auf eine teure Sonderrufnummer oder ins Ausland provoziert werden. Manche internationale Vorwahlen sehen aus wie deutsche Rufnummern: 00261 für Madagaskar kann man schnell mit 0261 für Koblenz verwechseln.

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Quelle: F.A.S.
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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