Praktischer Universal-Adapter

Den steckt man überall hinein

Von Michael Spehr
 - 08:33

Cloud hin oder her, sicher oder nicht: Bisweilen ist eine pragmatische Lösung gesucht, um beispielsweise irgendwo im Nirgendwo ohne Funkversorgung und W-Lan ein Foto vom Smartphone zum Rechner oder Tablet zu schieben oder eine Textdatei in die andere Richtung. Was sich wie die einfachste Sache der Welt anhört, ist umso vertrackter, je abgeschotteter die modernen Betriebssysteme sind. Dazu kommt das Anschluss-Wirrwarr: Apples Lightning auf USB, ein solches Kabel hat man vielleicht noch dabei. Aber wie bindet man auf die Schnelle seinen Androiden mit Micro-USB an den Macbook mit USB Typ C an? Gibt es überhaupt solche Kabel?

Abhilfe kann ein Multifunktionsadapter schaffen, man findet diese hilfreichen Helfer bei Amazon und anderen Versandhändlern zuhauf. Man suche nach „Kartenleser iPhone USB“ und findet Dutzende von Gerätchen, Steckern, Adaptern, teils mit eingebautem Speicher, teils mit Kartenleser für SD- und Micro-SD-Speicherkarten. Wir haben für 13 Euro das i Flash Device HD aus China gekauft. Es hat keinen eigenen Speicher, aber drei Ärmchen mit unterschiedlichen Anschlüssen: USB Typ C und Lightning auf der einen Seite und einen herkömmlichen USB-Anschluss auf der anderen. Letzterer lässt sich aufklappen, dann kommt im Innern ein Micro USB zum Vorschein. Seitlich liegen sodann zwei Laufwerkschächte für SD- und Micro-SD-Karten.

Wir steckten eine 32-Gigabyte-Karte ein, kopierten darauf Fotos, PDF-Dokumente und Textdateien. Dann durfte sich der Adapter zuerst am iPhone beweisen. Man benötigt zwingend eine App, nur aus dieser heraus kann man Inhalte kopieren, zunächst vom iPhone zur Speicherkarte im Adapter (mit Auswahl des Ordners). Umgekehrt kann man zwar nicht in Apples Dateisystem hineinkopieren, aber mit Hilfe der Teilen-Funktion an Apps übergeben – und mit der Apple-App „Dateien“ an jenen Orten sichern, die sich von Apples Filemanager ansprechen lassen. Das alles läuft prima. Kleine Einschränkung: Die deutsche Übersetzung der Menüs ist holprig, und bisweilen wurde die eingesetzte Speicherkarte als „offline“ angesehen. Eine feine Raffinesse: Von der App aus kann man den Mac- oder Windows-Rechner über das Samba-Protokoll ansprechen.

Auf dem Android-Smartphone mit USB Typ C – ein Huawei Mate 10 Pro – funktionierte der Schreib- und Lesezugriff auf alle Medien erwartungsgemäß ohne App-Installation mit den Bordmitteln von Android. Man achte allerdings darauf, dass der Androide USB OTG unterstützt, die Abkürzung steht für „on the go“. Außerdem muss nach dem Anstecken der USB-Datenaustausch aktiviert werden.

Ebenso unkompliziert verhielt sich dieses Schweizer Taschenmesser am Windows- und Mac-Rechner. Solch ein Utensil gehört ins Reisegepäck, im Notfall lassen sich Daten schnell von einer Plattform auf die nächste kopieren. Und der Preis ist in Ordnung.

Quelle: F.A.Z.
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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