Alles unter einem Dach

Deswegen sortiert Sky seine Sender neu

Von Wolfgang Tunze
 - 17:12

Alles neu macht der Mai. Dass sich darauf auch noch Sky reimt, ist reiner Zufall, aber tatsächlich will der Abo-Sender sein gesamtes Angebot zum Beginn des Wonnemonds gründlich renovieren – für „das beste Entertainment-Erlebnis aller Zeiten“, wie Carsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender des Hauses, nicht eben schüchtern formuliert. Folglich heißt die deutlichste Veränderung im Programmangebot auch Sky Q (für Qualität). Damit sind nicht nur aufwendige Neuproduktionen wie „Der Grenzgänger“, das Remake des Klassikers „Das Boot“ oder häufigere Sportübertragungen in Ultra-HD-Auflösung gemeint, sondern vor allem strukturelle Veränderungen, die hergebrachte Grenzen schleifen.

Etwa die zwischen konventionell über Kabel oder Satellit ausgestrahltem Live-Fernsehen einerseits und Online-Streaming andererseits. Oder auch die Grenze zwischen stationären Großbildschirmen, mobilen Apparaten wie Tablets oder Smartphones und Streaming-Boxen wie Apple TV. Sky Q bündelt alles, was man unter der Dachmarke gucken kann, unter einer einheitlichen Nutzeroberfläche mit einer Navigationsleiste am linken Bildschirmrand, die Inhalte nach Genres sortiert – nach Serien etwa, Dokus, Filmen oder Sport. Diese Oberfläche sieht auf allen Gerätschaften nahezu identisch aus – auch wenn sich das inhaltliche Angebot in Details unterscheiden kann.

Der Mix von klassischen TV- und Online-Quellen erlaubt originelle Funktionen: „Restart“ etwa lässt einen Film, der bereits begonnen hat, neu starten – sofern er denn auch online verfügbar ist. Wer über Sky Go, die Mobilvariante des Sky-Angebots, auf dem Heimweg am Smartphone eine Serienepisode schaut, kann sie, zu Hause angekommen, auf Sky Q am großen Bildschirm weitersehen: Das Sky-System weiß, an welcher Stelle es die Übertragung fortsetzen muss.

Serien-Junkies können nach dem Ende einer Folge gleich die nächste abrufen, Sky Q bietet sie zur nahtlosen Fortsetzung an. Die Senderfamilien um ARD und ZDF und ihre Mediatheken sind ebenfalls unter der neuen Oberfläche zu erreichen, und sogar Netflix hält Einzug in die Medien-Gemeinschaft. Sky Q läuft auf neuen, gleichnamigen Receivern, auf den bisherigen, UHD-tüchtigen Empfangsboxen Sky+ Pro, die zum Systemstart lediglich ein Software-Update brauchen, auf vernetzten Samsung-Fernsehern vom Jahrgang 2015 an und, via App, auf Apple TV Boxen. Fünf Endgeräte, auch das ist neu, lassen sich mit einem Sky-Q-Abo gleichzeitig betreiben – etwa die Empfangsbox, zwei weitere vernetzte Fernseher über die Sky-Q-App und noch zwei Mobilgeräte.

Das Sky Ticket, ein Tages-, Wochen- oder Monatszugang zu Online-Inhalten des Medienhauses, erfährt ebenfalls ein Facelift – und demnächst auch ein eigenes Stück Hardware. Der Sky Ticket TV-Stick kann vom Sommer an den großen Bildschirm über W-Lan und den HDMI-Eingang des Fernsehers mit den Wunschprogrammen versorgen. Neue Elektronik soll auch den Sound veredeln. Im Lauf des Sommers wird die Sky Soundbox erscheinen, entwickelt vom französischen Digitalspezialisten Devialet. Sie bietet sich als Alternative zu Soundbars an; Stereobetrieb beherrscht sie ebenso wie virtuelles Surround. Wir haben dem kompakten Kasten ein paar Takte lang gelauscht. „Eindrucksvolles Volumen mit saftigen Bässen“ steht in unseren Notizen, mehr verraten wir erst, wenn der Quader in Serie geht.

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Quelle: F.A.Z.
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