Travelmate X349 von Acer

Business Class zum Economy-Preis

Von Michael Spehr
 - 16:14

Sieht nach Oberklasse aus, auch auf den zweiten Blick, ist indes günstig: Der Acer Travelmate X349 in der Ausstattungsvariante unseres Testgeräts kostet weniger als 800 Euro. Dafür erhält man ein 14-Zoll-Notebook in hochwertigem Aluminiumgehäuse mit schneller SSD, Core-i5-Prozessor, Fingerabdruckscanner, dreijähriger Garantie und einer ordentlichen, sechsstündigen Akkulaufzeit. Es gibt nur einen kleinen Minuspunkt, darauf kommen wir zurück.

Der Travelmate ist etwas größer als seine Geschwister aus der Business Class, er misst 34 × 24 × 1,8 Zentimeter und wiegt 1,54 Kilogramm. Das Gehäuse besteht mit Ausnahme des Scharniers aus dunklem, anthrazitfarbenem Aluminium mit matter Oberfläche.

Die Verarbeitung wirkt ordentlich, an der Verwindungssteifigkeit und Anmutung gibt es nichts auszusetzen. Das Display wird präzise gehalten und erlaubt einen Öffnungswinkel von maximal 180 Grad. Der Akku ist fest verbaut, die Unterschale lässt sich mit einem gewöhnlichen Schraubendreher lösen.

Das Display löst mit Full-HD in 1920 × 1080 Pixel auf, hat einen guten Kontrast, könnte indes etwas heller sein. Es spiegelt nicht und ist auch nicht berührungsempfindlich, also für die Fingerbedienung mit Windows 10 gewappnet. Die Ausstattung mit Schnittstellen, welche sich allesamt an der linken und rechten Seite befinden, ist ganz in Ordnung, wenn man an den Sparkurs anderer Hersteller denkt: HDMI und zwei konventionelle USB-Anschlüsse sowie ein neuer USB Typ C. Letzterer leider nicht zum Laden des Akkus, er dient laut Handbuch unter anderem zur Umwandlung in einen Displayport-Ausgang. Der entsprechende Adapter liegt jedoch nicht bei. Ein Speicherkartenleser ist ebenfalls an Bord, sein Tempo ist nicht besonders hoch, aber Fotografen werden sich freuen. Ferner gibt es die übliche Aussparung für ein Kabelschloss.

Die Tastatur ist beleuchtbar, aber nur in einer Helligkeitsstufe, die Tasten haben einen kurzen Hub und deutlichen Druckpunkt, das Schreibgefühl ist gut. Auch das große Touchpad mitsamt Gestensteuerung überzeugt. Rechts unterhalb der Tastatur befindet sich der biometrische Fingerabdruckscanner, der zum Beispiel für den Anmeldevorgang von Windows 10 im Zusammenspiel mit Windows Hello zum Einsatz kommt. Die Webcam oberhalb der Anzeige ist für die biometrische Identifikation mit Hello jedoch nicht vorgesehen.

Eine der besten Eigenschaften des Travelmate X349 ist die Option, ihn ungemein flexibel zu konfigurieren: Windows 10 Home und Pro stehen zur Verfügung, nötigenfalls ein Downgrade hin zu Windows 7 (für den Unternehmenseinsatz), und Linux findet sich ebenfalls in der Liste. Der kleinste Prozessor ist der Core i3 6100U, der leistungsstärkste der Core i7 7500U, welcher auf der aktuellen Kaby-Lake-Architektur beruht. Der jeweils fest verlötete Arbeitsspeicher beträgt vier oder acht Gigabyte, die SSD-Größe reicht von 128 bis 512 Gigabyte. Unser Gerät mit dem Core i5 6200U war bereits hinreichend schnell für alle typischen Belange, hier gibt es nichts zu meckern.

Lobenswert ist sodann, dass Acer im Unterschied zu seinen anderen Modellreihen auf das Aufspielen lästiger Werbesoftware zwar nicht ganz verzichtet, aber es deutlich reduziert hat. Insgesamt ist der Travelmate X349 sehr empfehlenswert. Preis, Ausstattung und Anmutung bilden ein harmonisches Ganzes. Das Haar in der Suppe ist das Säuseln des Lüfters, das in sehr leiser Umgebung durchaus stört.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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