Fernsehen

Verdammt flach

Von Walter Wille

Man kommt aus dem Staunen kaum heraus, wenn man auf dieser Seite sieht und liest, wie flach unsere Fernsehgeräte geworden sind. Kaum noch dicker als eine Tapete. Die Entwicklung ist atemraubend und im Sinne der Wohnzimmergestaltung erfreulich. Der technische Fortschritt erscheint bewundernswert, wobei sich allerdings die Frage stellt, ob es sich hier allein um technischen Fortschritt handelt oder ob nicht doch ein größerer Zusammenhang besteht, dem bisher nicht genügend Beachtung geschenkt worden ist.

Wie die Fernsehgeschichte zeigt, verlief die Entwicklung des Flachsinns technisch und inhaltlich gesehen etwa im Gleichschritt. In der Ära der klobigen Röhrenapparate war viel Tiefe. Heute geht der Trend in Richtung von TV-Geräten, die so dünn sind, dass sie sich biegen lassen. Und die Sendeanstalten lassen sich ebenfalls nicht lumpen. Unklar erscheint, wer sich hier wem anpasst. Wird das Programm immer flacher, weil sich die Bildschirme in diese Richtung verändern? Ist es umgekehrt? Sind wir gar Zeugen eines Wettlaufs in der Frage, wer im Flachsein der Bessere ist, die Sender oder die Hersteller? Und wo wird das alles noch hinführen?

Quelle: F.A.S.
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